Nünningsweg
Wird Buckelpiste bald zum Radlerparadies?

Steinfurt -

Noch ist er – zumindest im Bereich zwischen Bahnübergang und Einmündung Blocktor – eine üble Buckelpiste. Jetzt soll der idyllisch zwischen den Ortsteilen verlaufende Nünningsweg nicht nur saniert, sondern zugleich auch zur ersten Fahrradstraße der Kreisstadt werden. In der kommenden Woche befasst sich die Politik mit dem Thema.

Mittwoch, 15.05.2019, 16:44 Uhr
Schon seit 1997 sieht der Gesetzgeber die Einrichtung von Fahrradstraßen vor. Mehr als zwei Jahrzehnte später soll die erste Straße dieser Art nun in Steinfurt realisiert werden.
Schon seit 1997 sieht der Gesetzgeber die Einrichtung von Fahrradstraßen vor. Mehr als zwei Jahrzehnte später soll die erste Straße dieser Art nun in Steinfurt realisiert werden. Foto: dpa

Noch ist er – zumindest im Bereich zwischen Bahnübergang und Einmündung Blocktor – eine üble Buckelpiste. Jetzt soll der idyllisch zwischen den Ortsteilen verlaufende Nünningsweg nicht nur saniert, sondern zugleich auch zur ersten Fahrradstraße der Kreisstadt werden. Verbunden damit ist auch eine neue Streckenführung des Radverkehrsnetzes NRW: Bislang knickt die Route am Abzweig Richtung Bagno-See ab, ist aber nicht mehr nutzbar, da sie Brücke über die Aa seit längerem wegen eines Defektes gesperrt ist (diese Zeitung berichtete). Die neue Wegführung soll deshalb weiter entlang des Nünningswegs bis zur Einmündung Blocktor erfolgen. In der kommenden Woche sind sowohl Planungs- als auch Bauausschuss mit dem Thema befasst: In den Fachausschüssen steht die Zustimmung zur Umsetzung des richtungsweisenden Vorhabens an, das letzte Wort hat dann der Rat.

„Wir wollen neben den Radwegen entlang der Landstraße 510 und durch das Bagno eine dritte Achse zwischen den Ortsteilen schaffen, auf der Radfahrer sicher und bequem von Borghorst nach Burgsteinfurt und umgekehrt kommen können“, sagt Wolfgang Spille. Zusammen mit dem Technischen Beigeordneten Hans Schröder hat der Fachdienstleiter Tiefbau die Fäden in der Hand beim Ausbau der neuen Fahrradstraße. Zurück geht die Anregung indes auf einen Antrag der Politik: Die FDP hatte den Vorschlag im vergangenen Jahr in die Diskussion eingebracht.

Für die Anlegung der Fahrradstraße winkt ein Landeszuschuss im Rahmen der Radverkehrsförderung in Höhe von 80 Prozent der veranschlagten Kosten. „Der Eigenanteil der Stadt liegt bei knapp 23 000 Euro“, nennt Spille eine konkrete Zahl. Im Zuge dessen soll der Abschnitt zwischen Bahnübergang und Blocktor komplett saniert werden und eine neue Fahrbahndecke bekommen. Der Abschnitt „Auf dem Windhorst“ in Borghorst bis zum Bahnübergang sei in einem akzeptablen Zustand, so Spille. An den beiden Eingängen soll die Fahrradstraße mit entsprechenden Schildern sowie Piktogrammen auf der Fahrbahn als solche gekennzeichnet werden. Auch wird die Fahrbahn optisch eingeengt. Als Zusatzzeichen soll das Schild „Anlieger frei“ angebracht werden. „Der motorisierte Verkehr für Bewohner des Gebiets Grottenkamp und Gewerbetreibende im Bereich ,Auf dem Windhorst‘ bleibt damit unbeschränkt“, betont Spille. Alle Anwohner seien in einem Informationsschreiben auf die Planung aufmerksam gemacht worden und hätten einhellig ihre Zustimmung dazu geäußert, so der Tiefbauamtschef weiter.

Sollte die Politik grünes Licht geben und das Vorhaben so umgesetzt werden wie vorgesehen, bedeutet dies, dass auf dem Nünningsweg Radfahrer künftig Vorrang vor dem motorisierten Verkehr haben. Es gilt durchgehend eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Radfahrer dürfen auch nebeneinander auf der Fahrbahn fahren, Autofahrer müssen sich unterordnen.

Mit der Einrichtung der Fahrradstraße wird die bisherige Radverbindung vom Nünningsweg über die Bagno-Brücke zum Radweg entlang der Konzertgalerie aus dem offiziellen Radnetz herausgenommen. Nach der Beschädigung der Brücke und der unklaren Situation, ob und wann sie wieder vom Eigentümer Fürst zu Bentheim und Steinfurt instand gesetzt wird, hatte die Verwaltung die Alternativroute über den Nünningsweg ins Auge gefasst.

Gibt die Politik ihren Segen, könnte laut Spille die Ausschreibung im Sommer und der Umbau noch in diesem Jahr erfolgen.

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