Verkehrssicherheitstag an den TSS
Krasse Worte nach fettem Crash

Steinfurt -

Alle zwei Jahre bieten die Technischen Schulen Steinfurt für ihre Schüler einen Verkehrssicherheitstag an, damit diese auf die Gefahren, die im Straßenverkehr lauern, aufmerksam gemacht werden und eigenes Fehlverhalten vermieden wird. Unterstützt wird die Schule dabei von zahlreichen Organisationen – unter anderem der Verkehrswacht, der Polizei, der Bundeswehr und eben von Feuerwehr Steinfurt und Rettungsdienst des Kreises Steinfurt.

Donnerstag, 16.05.2019, 13:36 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 16:20 Uhr
Realitätsnahes Szenario: Einsatzkräfte der Feuerwehr Steinfurt und des Rettungsdienstes bergen das Unfallopfer aus dem stark beschädigten Wagen.
Realitätsnahes Szenario: Einsatzkräfte der Feuerwehr Steinfurt und des Rettungsdienstes bergen das Unfallopfer aus dem stark beschädigten Wagen. Foto: Ralph Schippers

Das Bild ist ebenso spektakulär wie Respekt einflößend: In zehn Metern Höhe baumelt der alte VW Passat über dem Schulhof der Technischen Schulen Steinfurt. Ein Autokran der Bundeswehr hat den Oldie in Position gebracht. In Position für eine Demonstration, die Eindruck auf die Zuschauer ringsum machen wird. Die Schülerinnen und Schüler der Kreisberufsschule halten den Atem an: Ein kurzer Ruck an der Sicherungsleine und der Wagen stürzt in die Tiefe. Freier Fall und dann der dumpfe Aufprall auf das mit dicken Holzbohlen geschützte Schulhofpflaster. Wie ein angesägter Baum fällt das Auto anschließend krachend zur Seite. Die Schnauze ist arg deformiert.

Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdiensts eilen herbei, um dem Insassen des Wagens Erste Hilfe zu leisten. Die Zeit ist knapp, das Leben des Fahrers hängt am seidenen Faden. „Ziel ist es, ihn nach der Bergung und der notärztlichen Erstversorgung spätestens nach einer Stunde im Krankenhaus zur Weiterbehandlung zu wissen“, sagt Dr. Karlheinz Fuchs. Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes des Kreises erläutert am Mikro die Maßnahmen, die die Einsatzkräfte nach einem Unfall einleiten. Der Schulhof-Crash ist ein komplizierter Fall, der Patient muss mit schwerem Gerät aus dem demolierten Wagen befreit werden...

Die Demonstration, die einen Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern simulierte und die später am Tag noch einmal wiederholt werden sollte, war einer der „Höhepunkte“ des Verkehrssicherheitstags der Technischen Schulen. Im Abstand von zwei Jahren bietet die Berufsschule ihn für ihre Schüler an, damit diese auf die Gefahren, die im Straßenverkehr lauern, aufmerksam gemacht werden und eigenes Fehlverhalten vermieden wird. Unterstützt wird die Schule dabei von zahlreichen Organisationen – unter anderem der Verkehrswacht, der Polizei, der Bundeswehr und eben von Feuerwehr Steinfurt und Rettungsdienst des Kreises Steinfurt.

Vor allem das aktive Erleben stand im Vordergrund. So gab es unter anderem die Gelegenheit, richtiges Verkehrsverhalten an Fahrsimulatoren zu testen. Ein Infostand machte auf die Gefahren speziell von Unfällen an Bahnübergängen aufmerksam, im Foyer waren zudem unter anderem ein Simulationsstand aufgebaut, der über die Gefahren der Smartphonebenutzung im Verkehr aufklärte. Die Schüler hatten bis in den Nachmittag Gelegenheit, die Angebote zu testen – „immer blockweise im zweistündigen Rhythmus“, wie Markus Plietker betonte. Der Fachlehrer hatte den Verkehrssicherheitstag von Seiten der Schule koordiniert.

Für den Insassen des Unfall-Passats ging der Crash übrigens glimpflich aus. Glimpflich in dem Sinne, weil nur ein Dummy hinter dem Steuer saß. Dies allerdings unangeschnallt. Die Folge: Beim Aufprall hat er die Windschutzscheibe mit dem Kopf durchbohrt. Es ist zu bezweifeln, ob ein echter Mensch diesen Unfall überlebt hätte. „Und wenn er es denn hätte, dann wohl nicht ohne schwere Verletzungen zum Beispiel der Wirbelsäule, die ihn zeitlebens an den Rollstuhl gefesselt hätten“, erläutert Fuchs.

„Sie können dann nicht mehr zur Toilette gehen, müssen mittels einer Magensonde ernährt werden. Das wollen Sie nicht wirklich“, appelliert Fuchs an die Schüler, stets mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren und vor allem nie das Anschnallen zu vergessen. Krasse Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlen.

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