Feuer in Mehrparteienhaus
Katzen verletzen Feuerwehrmänner bei Löscheinsatz

Burgsteinfurt -

Kleiner Brand, beherzter Einsatz: Eine Mutter und ihr kleines Kind schon in Sicherheit, das Feuer durch Nachbarn schon fast gelöscht. Nicht viel zu tun für die Feuerwehr, möchte man meinen. Wenn da in der Brandwohnung nicht noch zwei Katzen gewesen wären, die sich ihren Rettern mit Krallen und Zähnen zur Wehr setzten... 

Freitag, 07.06.2019, 07:30 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 07:33 Uhr
Feuer in Mehrparteienhaus: Katzen verletzen Feuerwehrmänner bei Löscheinsatz
Bei einem Löscheinsatz in der Wemhöferstiege versuchten Feuerwehrleute, zwei Katzen aus dem Gefahrenbereich zu vertreiben. Dabei wurden die Männer leicht verletzt. Foto: Jens Keblat

Als die freiwillige Feuerwehr an beiden Steinfurter Standorten, der Rettungsdienst und auch die Polizei um 21.34 Uhr am Donnerstagabend in die Wemhöferstiege in Burgsteinfurt alarmiert wurden, klang alles noch vergleichsweise harmlos: In der Küche einer Dachgeschosswohnung in einem Mehrparteienhaus sollte es brennen. Insgesamt mehr als 40 Einsatzkräfte rückten daraufhin aus.

Bis zum Eintreffen der ersten Wehrleute hatte sich die Bewohnerin bereits mit ihrem Kind in Sicherheit gebracht und Nachbarn bereits erste, durchaus erfolgreiche Löschversuche unternommen, wie Feuerwehr-Einsatzleiter Sven Kauling vor Ort erklärte. Ein Angriffstrupp unter Atemschutz rückte dem Brand - auf einer Herdplatte brannten undefinierbare Gegenstände - noch einmal mit einem großen Pulverlöscher zu Leibe. Insgesamt sechs Kilo Pulver gaben die Wehrleute auf die Brandstelle ab, während es vor dem Wohnhaus deutlich nach verschmortem Kunststoff roch.

Katzen-Kratzer durch dicke Schutzkleidung

Bei der weiteren Kontrolle der Wohnung wurden die beiden Feuerwehrleute dann auf zwei Katzen aufmerksam. Ein Stubentiger sprang beim Anblick der Feuerwehrmänner in voller Montur nach kurzem Kontakt schließlich kurzerhand aus dem Fenster der Dachgeschosswohnung und landete ein Stockwerk tiefer auf einem Abdach – unverletzt. Die andere Katze ging buchstäblich die Wände hoch, wie die beiden Brandbekämpfer später auf Nachfrage erklärten. Unter vollem Einsatz gelang es dem Angriffstrupp, letztlich beide Katzen aus dem Gefahrenbereich zu vertreiben.

Dabei machten beide Katzen im Einsatzverlauf von ihren Krallen und Zähnen Gebrauch und verletzten die beiden Feuerwehrleute leicht. Trotz der dicken Schutzkleidung trugen die ehrenamtlichen Kräfte sichtbare Kampfspuren an den Händen und Armen davon, ihren Einsatz konnten sie jedoch ohne rettungsdienstliche Hilfe beenden und gemeinsam mit ihren Kameraden vom Löschfahrzeug wieder zur Burgsteinfurter Wache zurückkehren.

Zunächst unbewohnbar

Weniger rosig sieht es derweil für die Bewohner der Wohnung aus: Infolge des Brandes war die Wohnung am Donnerstagabend zunächst nicht mehr bewohnbar. Die Mutter und ihr Kind mussten anderweitig unterkommen. Bis zur Findung einer alternativen Schlafmöglichkeit verblieben Feuerwehrleute zunächst noch vor Ort. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnten keine näheren Angaben gemacht werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6672031?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker