Pflanzenschutz im Kreislehrgarten
Politiker zucken kurz zusammen

Kreis Steinfurt -

Da war der ansonsten so diskussionsfreudige Umweltausschuss am Montag für einen kurzen Moment sprachlos: Obwohl, wie Klaus Krohme den Kreispolitikern bei ihrem abendlichen Rundgang durch die Anlagen versicherte, im Kreislehrgarten integrierter Pflanzenschutz betrieben wird, ist die Anwendung chemischer Mittel dort nicht gänzlich ausgeschlossen.

Dienstag, 18.06.2019, 18:00 Uhr
Klaus Krohme führte die Politiker durch die Anlagen und erläuterte, welche Maßnahmen zum Pflanzenschutz im Zier- und Obstgartenbereich ergriffen werden.
Klaus Krohme führte die Politiker durch die Anlagen und erläuterte, welche Maßnahmen zum Pflanzenschutz im Zier- und Obstgartenbereich ergriffen werden.

Da war der ansonsten so diskussionsfreudige Umweltausschuss am Montag für einen kurzen Moment sprachlos: Obwohl, wie Klaus Krohme den Kreispolitikern bei ihrem abendlichen Rundgang durch die Anlagen versicherte, im Kreislehrgarten integrierter Pflanzenschutz betrieben wird, ist die Anwendung chemischer Mittel dort nicht gänzlich ausgeschlossen. Als Krohme darüber hinaus auch erklärte, dass glyphosathaltige Mittel unmittelbar unter den Obstgehölzen zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden, zuckte der eine oder andere Zuhörer kurz zusammen. „Glyphosat ist immer noch ein zugelassenes Mittel“, erklärte Krohme nüchtern. Über das Totalherbizid wird zurzeit kontrovers diskutiert. Es steht im Verdacht, gefährlich für die Gesundheit, möglicherweise krebserzeugend, zu sein.

Die Grünen-Fraktion hatte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Kreislehrgarten bereits Ende April zum Thema gemacht. Der Brief an Landrat Dr. Klaus Effing war unter anderem jetzt Anlass, den Tagungsort vom Kreishaus ins Kötterhaus des Gartens zu verlegen. Krohme nahm die Politiker dort mit, um ihnen aufzuzeigen, wie und welche unterschiedliche Verfahren biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterische sowie anbau- und kulturtechnische Maßnahmen verfolgt werden, die Verwendung von Chemie auf das notwendige Maß zu beschränken. Aber, so machte der Lehrgarten-Leiter in den Reihen mit über 300 unterschiedlichen Fruchtsorten deutlich, dort werde nach Methoden des Erwerbsobstanbaus gearbeitet und auch ausgebildet. Pflanzenschutz, so Krohme weiter, sei dort ein bedeutendes Prüfungsfach. Es würde großen Wert darauf gelegt, dass die Auszubildenden wissen, wie sie die Mittel anwenden, ausbringen und Anwender beraten müssen. „Und glauben Sie mir, wir sind uns der Ernsthaftigkeit dieses Themas sehr bewusst“, fügte Krohme an.

Krohme zeigte auf, dass sich Unkraut im Kreislehrgarten nur bedingt mit Maschinen aus dem Boden holen lässt. Für den Einsatz mit Muskelkraft und Hacken fehle es an Personal. Gleichwohl, so zerstreute er Bedenken einzelner Politiker, werde bereits viel unternommen, biologische Artenvielfalt zu fördern. Im Ziergartenbereich werde ohnehin auf den Einsatz von Giftstoffen verzichtet und würden umweltschützende Methoden genutzt. Schädlingsbefall sei aufgrund der Mischkulturen und der vorhandenen sehr robusten Sorten allerdings kaum ein Problem.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6703841?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker