Einige Grund- und weiterführende Schulen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen
In den Schulen heulen die Alarmsirenen

Steinfurt -

Eigentlich sollte der Schulentwicklungsplan für die Stadt Steinfurt erst im kommenden Jahr bei einem externen Gutachter in Auftrag gegeben werden. Eine ganze Reihe von Alarmsirenen machen es laut Stadtverwaltung nötig, das Gutachten so schnell wie möglich in Auftrag zu geben – und noch in diesem Jahr außerplanmäßige Mittel im Haushalt einzustellen.

Freitag, 05.07.2019, 16:18 Uhr
Gleich mehrere Schulen melden bei der Stadt dringenden Handlungsbedarf an, um anstehende Aufgaben zu bestehen.
Gleich mehrere Schulen melden bei der Stadt dringenden Handlungsbedarf an, um anstehende Aufgaben zu bestehen. Foto: dpa

Dem stimmt der Schulausschuss am Donnerstagabend einstimmig zu.

Ein Grund für die prekäre Situation an einigen Schulen ist die Offene Ganztagsbetreuung (OGS), die von immer mehr Eltern in Anspruch genommen wird. Als die OGS im Jahr 2004 eingeführt wurde, wurde sie von 133 Schülern in fünf Gruppen genutzt. Im laufenden Schuljahr sind es bereits 485 Schüler in 15 Gruppen – Tendenz steigend: Für das kommende Schuljahr liegen bereits 515 vorläufige Anmeldungen vor. Die bringen die Grundschulen an den Rand ihrer Möglichkeiten, bei weiter steigender Nachfrage müssten Anfragen abgewiesen werden, erklärte Fachdienstleiter Peter Borowiak. „Jetzt ist eine Grenze erreicht – es geht nicht mehr. Die Schulen platzen aus allen Nähten. Wir werden Wartelisten einführen müssen."

Weiteres „Sorgenkind“ ist die Realschule am Buchenberg. Die ist von der Bezirksregierung zur Inklusiven Schule bestimmt worden, die ab sofort pro Eingangsjahrgang mindestens neun Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung aufnehmen muss. „Wir sind pädagogisch gewillt und geschult“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Romuald Mevert den Ausschussmitgliedern. Und warnte gleichzeitig: „Die Stadt muss die Raumplanung machen. Das kommende Schuljahr bekommen wir noch hin, aber dann wird‘s ernst.“

Derzeit würden bereits alle Räume am Buchenberg genutzt, langfristig könne der Betrieb nur durch einen Anbau mit sechs bis acht neuen Räumen aufrecht erhalten werden. „Und in der Hauptschule am Bagno kneift es auch“, wies Borowiak darauf hin, dass auch an der Schule, die in Burgsteinfurt für das inklusive Lernen bestimmt ist, Handlungsbedarf besteht.

Ein ganz anderes Problem hat das Gymnasium Arnoldinum: Vor allem am Teilstandort Horstmar sind die Schülerzahlen dramatisch zurückgegangen, im kommenden Schuljahr wird es dort nur noch eine Eingangsklasse mit 34 Kindern geben.

Das ist vor allem deshalb brisant, weil in der Vereinbarung mit dem Schulzweckverband Horstmar/Schöppingen festgelegt ist, dass der Teilstandort Horstmar geschlossen wird, wenn in zwei aufeinander folgenden Jahren keine zwei Eingangsklassen gebildet werden können. „Seitens der Bezirksregierung wurde die Kreisstadt Steinfurt gemeinsam mit den Schulträgern aus Horstmar und Schöppingen auf die kritische Situation hingewiesen, die langfristig die Konstellation gefährden kann“, wird in der Beschlussvorlage gewarnt. Mit einer Imagekampagne soll in den nächsten Monaten versucht werden, Schülern das Arnoldinum wieder schmackhaft zu machen.

Weil es für Schulerweiterungen keine Mittel von Bund oder Land gibt, wird die Stadt diese Kosten selbst stemmen müssen. „Da müssen wir schonmal Geld zurücklegen“, riet der Ausschussvorsitzende Günther Gromotka. „Nicht nur eine, sondern mehrere Millionen.“

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