147 Kinder und 30 Betreuer sind bei der TB-Ferienaktion im Einsatz
Zehn Tage unter Volldampf

Burgsteinfurt -

Das Wetter ist noch nicht ganz sommerferien-like, die Stimmung bei den fast 150 Kindern, die seit Montag an den „Zehn tollen Tagen“ des TB Burgsteinfurt teilnehmen schon. Zwei Wochen lang wird in der Kreissporthalle an den Technischen Schulen gespielt und getobt. Das schlaucht nicht nur die Kinder.

Dienstag, 16.07.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 15:52 Uhr
147 Kinder und 30 Betreuer sorgen dafür, dass es in der Kreissporthalle nie langweilig wird.
147 Kinder und 30 Betreuer sorgen dafür, dass es in der Kreissporthalle nie langweilig wird. Foto: Bernd Schäfer

Mal etwas länger in Ruhe sitzen und sich mit jemandem unterhalten kann Dirk Holtmann gar nicht. Ständig kommt einer der Betreuer mit einer Frage vorbei, eines der Walkie-Talkies meldet sich oder er springt auf und schreibt ein Wort auf die Tafel mit den Gegenständen, die noch besorgt werden müssen – von Tackernadeln über schwarze Müllsäcke bis hin zu Tintenpatronen für den kleinen Drucker.

Die Ecke auf der Empore der Kreissporthalle an den Technischen Schulen ist für vier der sechs Sommerferienwochen eine Art Kommandozentrale. Von hier aus werden die 147 Kinder und 30 Betreuer koordiniert. Und Dirk Holtmann ist derjenige, der alle Fäden in der Hand hält. „Den Hut ‚Privatmensch‘ gibt man am ersten Tag ab“, sagt der Leiter der „Zehn tollen Tage“, dem Ferienfreizeitangebot des TB Burgsteinfurt. Und bekommt ihn erst in zwei Wochen wieder zurück.

Um 9 Uhr geht der Trubel los

Das gilt für alle Betreuer. Schon morgens um 8 Uhr fängt ihr Tag an, dann treffen sie sich in der Sporthalle, um alles vorzubereiten, Spielmöglichkeiten aufzubauen oder Abläufe zu planen. Um 9 Uhr geht der Trubel dann richtig los, im Sekundentakt trudeln die sechs- bis zwölfjährigen Kinder ein, für die nächsten sieben Stunden ist an Ruhe nicht mehr zu denken. Insgesamt zwölf Gruppen gibt es, jede ist eine Farbe zugeordnet.

Die Gruppen können morgens selbst überlegen, was sie den Tag über tun wollen – die Sportgeräte in der Halle nutzen, ins Bagno oder auf den Bolzplatz gehen. Oder zusammen mit einer oder mehreren anderen Gruppen etwas spielen, zum Beispiel „Capture the Flag“. Oder, wenn es das Wetter zulässt, einen Abstecher ins BagnoMare machen.

Da merkt man, dass sie im Schulalltag oft mit Regeln zugeballert werden.

Dirk Holtmann

Manchmal lieben es die Kinder auch, einfach mal frei, ohne irgendwelche Vorgaben und Regeln zu spielen. „Da merkt man, dass sie im Schulalltag oft mit Regeln zugeballert werden“, sagt Holtmann. Gegen 11.30 Uhr marschieren alle zum Kreishaus, in der Kantine gibt es das Mittagessen. Mal eben fast 180 zusätzliche Mahlzeiten aus dem Kochtopf schütteln ist eine Ansage. „Wir haben das im Vorfeld mit dem Betreiber abgesprochen. Und wir versuchen, vor den Kreishaus-Mitarbeitern fertig zu sein“, erklärt Holtmann.

Anschließend geht das Programm weiter, wer will, kann sich aber auch im Spiegelsaal der Kreissporthalle eine kleine Auszeit nehmen. „Gerade gegen Ende der zwei Wochen kommen manchen Kinder doch an ihre Grenzen“, weiß der Leiter aus Erfahrung. Ein paar feste Programmpunkte gibt es aber doch: Fahrten ins Waldfreibad Neuenkirchen und nach Schloss Dankern. Und jedes Kind legt im benachbarten Stadion das Sportabzeichen ab.

Während Holtmann und seine Teamer das erzählen, werden sie immer wieder unterbrochen. Etwa von Mats, dem gerade eine Zahnfüllung herausgefallen ist, der aber nicht von seinen Elternabgeholt sondern weiter spielen will.

Oder von einigen Jungs, die etwas zu wild spielen, bis eine Betreuerin ihnen lachend zuruft: „Hört auf damit – ich hab schon fast keine Pflaster mehr!“

Von denen werden täglich einige unters Volk gebracht, bislang ist es aber immer bei kleinen Schrammen geblieben. Etwas mehr Aufmerksamkeit brauchen da schon diejenigen, die irgendwann das Heimweh packt. „Für einige ist es ja das erste Mal, das sie einen ganzen Tag lang von zuhause weg sind“, hat Holtmann dafür Verständnis.

Dorthin geht es um 16 Uhr zurück, dann werden die Kinder abgeholt. Für die Betreuer ist dann aber noch längst nicht Feierabend, gemeinsam wird noch aufgeräumt und der abgelaufene Tag aufgearbeitet – was lief gut, was könnte noch verbessert werden?

Erst zwischen 17 und 18 Uhr gehen auch sie endlich nach Hause. Und dürfen sich noch für ein paar Stunden den Privatmensch-Hut aufsetzen. Bis sie nach dem anstrengenden Tag einschlafen.

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