Erstes Auto ausgeliefert, Tankstelle in Planung
Wasserstoff in Steinfurt angekommen

Borghorst -

Frank Löffler ist 20 Jahre Audi gefahren. Dass die Ingenieure aus Ingolstadt eine Menge Gehirnschmalz in die Entwicklung von Schummel-Software anstatt in moderne Antriebe gesteckt haben, hat den Logistikberater so enttäuscht, dass er seit gestern ein Wasserstoffauto fährt – von der Konkurrenz aus Japan.

Mittwoch, 24.07.2019, 07:22 Uhr
Frank Löffler (l.) ist erster Brennstoffzellenfahrer im weiten Umkreis. Glückwünsche gab es von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Klimaschutzmanager Lorenz Blume, Dominique Willbrand, Sebastian und Stephanie Niehoff, Technischem Beigeordneten Hans Schröder und Günther Willbrand (v.l.).
Frank Löffler (l.) ist erster Brennstoffzellenfahrer im weiten Umkreis. Glückwünsche gab es von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Klimaschutzmanager Lorenz Blume, Dominique Willbrand, Sebastian und Stephanie Niehoff, Technischem Beigeordneten Hans Schröder und Günther Willbrand (v.l.). Foto: Axel Roll

Damit ist Löffler der erste Kunde des Borghorster Autohauses Willbrand, der einen Mirai, was übersetzt übrigens Zukunft heißt, fährt. Wasserstoffautos Nummer zwei und drei stehen vor der Auslieferung. Darum denkt Autohaus-Chef Günther Willbrand schon weiter: „Vielleicht gibt es in einem Jahr schon eine Wasserstofftankstelle in Steinfurt.“ Dort möchte er dann mit Ökostrom selbst produzierten Wasserstoff verkaufen.

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Technischer Beigeordneter Hans Schröder und Klimaschutzbeauftragter Lorenz Blume hören solche Planungen natürlich gerne. Und sagen für ein derart zukunftsweisendes Projekt alle ihre Unterstützung zu. Was auch dringend notwendig sein wird. „Denn so ein Vorhaben ist für uns alle Neuland“, erläuterte der Baudezernent. So muss zum Beispiel geklärt werden, welche Auflagen erfüllt werden müssen, um eine Wasserstofftankstelle in den bestehenden Tankstellenbetrieb an der Altenberger Straße zu integrieren.

Hilfe bekommt Willbrand außerdem vom Unternehmer-Ehepaar Stephanie und Sebastian Niehoff, die hinter dem Namen Ben-Tec stecken – Brennstoffzelle, Elektrolyse Niehoff Technologie. Die Niehoffs wären als Pioniere in diesem Bereich – bei ihnen im Keller schnurrt seit längerem eine Brennstoffzelle – auch gerne die ersten gewesen, die einen Mirai ihr Eigen nennen. Nach Frank Löffler die Nummer zwei zu sein, ist für sie aber nicht weiter dramatisch. Sie stellen ihr Know How jetzt für die technologische Beratung, aber auch für die zu stellenden Förderanträge Günther Willbrand zur Verfügung.

Wenn die Wasserstofftankstelle einmal in Betrieb gegangen ist, kann sich Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sehr gut vorstellen, den städtischen Fuhrpark langsam auf Wasserstoff umzustellen. „Dafür gibt es auch äußerst attraktive Zuschussmöglichkeiten“, weiß der Autohaus-Chef. Die sich ebenfalls für private Brennstoffzellen-Fans abrufbar. So werde ein rund 80 000 Euro teurer Mirai mit 25 000 Euro unterstützt.

Für den stolzen Eigner Frank Löffler gibt es aber weitere entscheidende Argumente, warum er jetzt ein Brennstoffzellenauto bewegt: „Zum einen habe ich eine Reichweite von 500 Kilometern, zum anderen bin ich in fünf Minuten mit dem Tanken fertig. E-Autofahrer verkürzen sich die Zeit an der Ladesäule schon mal gerne mit dem Lesen von Büchern.“

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