Zwei Albaner und ein Syrer bleiben im Gefängnis
Drei Haftstrafen für fünf Einbrüche

Steinfurt/Münster -

Das wird für die beiden Albaner und den Syrer ein fließender Übergang. Aus siebenmonatiger Untersuchungs- wird ohne Unterbrechung eine jeweils mehrjährige Haftstrafe. Das Trio wurde am Dienstag von der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster verurteilt, weil es in wechselnder Beteiligung Wohnungseinbrüche im Dezember und Januar im Münsterland unternommen hat.   Foto:

Mittwoch, 07.08.2019, 16:44 Uhr

Die drei Angeklagten wohnten bis zu ihrer Festnahme Anfang des Jahres in der Wohnung des Syrers am Wilmsberger Weg in Borghorst. Die Polizei hatte die 20, 29 und 48 Jahre alten Männer nach langen Observierungen nach frischer Tat auf der Wettringer Straße in Burgsteinfurt in ihrem Auto festgenommen.

Der 48 Jahre alte Albaner war nach Überzeugung des Gerichts bei fünf Einbrüchen dabei, hat zusätzlich unter Alkohol einen Unfall verursacht und muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Sein 20 Jahre alter Landsmann fiel noch unter Jugendstrafrecht, geht aber trotzdem wegen vier Taten für zwei Jahre und neun Monate in Haft. Der Syrer ist bei zwei Einbrüchen dabei gewesen. Auf ihn warten zwei Jahre und sechs Monate Freiheitsentzug.

Der ältere der beiden Albaner hätte eigentlich noch Chancen auf eine Entziehungskur gehabt. Er trinkt seit 30 Jahren Alkohol und nimmt seit längerem Kokain und Cannabis. Und wie er der Ärztin, die ihn begutachtet hatte, ehrlich sagte: „Ich werde nach der Haft auch wieder Alkohol trinken.“

Die Albaner, die zum Arbeiten nach Deutschland gekommen waren und dann in Borghorst bei dem Syrer gehaust hatten, wie der Vorsitzende Richter sagte, wollen nach dem Absitzen ihrer Strafe auf jeden Fall zurück zu ihren Familien. „Mein Mandant hat die Faxen dicke in Deutschland“, erläuterte der Rechtsanwalt des 20-Jährigen. Aufgrund seiner mangelnden Deutschkenntnisse sei er auch in der U-Haft völlig isoliert von den Mithäftlingen.

Der Syrer ist seit 2015 in Deutschland und war bis zu seiner Festnahme nicht straffällig geworden – und wäre es nach dem Plädoyer seiner Anwältin auch geblieben. Sie wollte einen Freispruch für den 29-Jährigen erreichen. „Er hat bei den Einbrüchen nur im Auto gewartet. Er wusste nicht, was passiert“, hatte sie argumentiert. Für das Gericht war aber klar: „Der Angeklagte hat zumindest Schmiere gestanden.“ Bei ihm hatten die Polizeibeamten einen Teil des gestohlenen Schmucks in den Jackentaschen gefunden.

Bei der Strafzumessung spielte für die zwei Berufs- und die beiden Laienrichter auch eine Rolle, dass die bestohlenen Wohnungsinhaber zum Teil immer noch unter den Folgen der Einbrüche leiden. Die Staatsanwältin drückte es in ihrem Plädoyer so aus: „Das Haus wurde komplett neu gesichert, trotzdem ist das Vertrauen weg. Das ist eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität – und das ist böse.“

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