Workshop der MCS im Martin-Luther-Haus
Ein Nachmittag in der Welt des Theaters

Steinfurt -

Einmal auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten. WN-Mitarbeiterin Franka Doliner nutzte den Workshop der Musical Company, um sich in der Welt der Theaterschauspielerei zu probieren. Was sie während des Nachmittags im Martin-Luther-Haus erlebte, lesen Sie in ihrer Reportage.

Montag, 12.08.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 13.08.2019, 16:24 Uhr
Gestatten, Franka. WN-Redaktionsmitarbeiterin Franka Doliner bewies beim Theater-Workshop der MCS Schauspieltalent.
Gestatten, Franka. WN-Redaktionsmitarbeiterin Franka Doliner bewies beim Theater-Workshop der MCS Schauspieltalent. Foto: Rainer Nix

Die Tür geht auf und die ersten Stimmen dringen zur mir herüber. „Herzlich willkommen“ werde ich begrüßt. Ich stehe im Theatersaal des Martin-Luther-Hauses, vor mir die große Bühne. 24 Theaterinteressierte mit und ohne Erfahrung haben sich an diesem Sonntag zusammengefunden – ich mittendrin. Eingeladen hat die Musical Company Steinfurt. Die Theaterschar ist auf der Suche nach neuen Darstellern und Helfern für das nächste Stück „Der kleine Horrorladen“. Ganz unverbindlich hieß es auf den Aushängen. Ein Workshop soll das hier heute sein, kein Casting. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Der Vorstand des Vereins begrüßt uns, dann übernimmt Daniel Lücke das Ruder. Als Ein-Mann-Regie führt er uns durch den Schauspielpart des Tages. Nach ein paar grundlegenden Einblicken in die Welt des Musicals, begleitet von viel guter Laune und dem ein oder anderen Lacher, geht es los mit einem Spiel zum Namen lernen. „Ich bin Wina und ich liebe Hunde“, „Das ist Wina, sie liebt Hunde und ich bin Lina und ich bin ein bisschen verrückt.“ „Das Leben von Christina alias Chris ist die Mathematik“ – man blickt in fragende Gesichter, dann Gelächter. Namen merken ist ganz bestimmt nicht mein Steckenpferd. Kein Wunder also, dass ich die erste bin, die schon nicht mehr alle Namen auf die Reihe bekommt. Immerhin konnte ich mir die Fakten merken.

Die Stimmung ist entspannt und keiner hat mehr das Gefühl, in einer Runde mit Fremden zu stehen. Mit Wissen über die anderen Teilnehmer geht es weiter. Wir erzählen Geschichten, eine kurioser als die andere. „Da ist doch glatt mein Lieblingskiosk abgebrannt“, erzählt der Holländer und hat dabei fast Tränen in den Augen.

„Pause!“, heißt es dann. Es riecht nach Kaffee und selbstgemachten Kuchen. Mit der erster Übung im Schauspiel und Kuchen im Bauch geht es auf die Bühne. In Gruppen zu dritt bereiten wir einen kurzen Dialog vor und präsentieren den vor den anderen. Für jemanden wie mich, ohne Bühnenerfahrung, gar nicht so leicht. Gut, dass ich zwei dabei habe, die schon zum Ensemble gehören. „Sprecht mit Bühnenstimme“, gibt uns Daniel noch mit auf den Weg.

Als Schauspieler Brenner gebe ich mein Bestes. Die Gedanken schwirren von „Oh, muss ich jetzt schon was sagen?“ zu „Wo guck ich denn jetzt hin?“. Spaß habe ich trotzdem und die lockere Atmosphäre mit vielen Lachern trägt eine Menge dazu bei. Schnell merken wir wer schon Theater gespielt hat, Talent haben aber alle. So weit ich das mit meiner fachlich versierten Meinung beurteilen kann ...

Auf das Spielen folgt das Singen. Diesen Teil des Workshops übernimmt Esther Kruppa, die musikalische Leiterin der Musical Company. „Spürt ihr Euer Zwerchfell?“ , fragt sie in die Runde, während wir versuchen, in unseren Bauch hinein zu atmen. Ob ich mein Zwerchfell spüre, weiß ich nicht, aber das Ganze hat auf jeden Fall was Meditatives. Gelockert und mit aufrechter Haltung geht es dann los: „Aaamen, Aaaaaaamen“, singen wir im Chor die englische Version des Wortes, das sonst eher in der Kirchen als im Theater fällt. Nach ein paar mal Tonleiter hoch und runter wagt sich Esther mit uns an einen Song heran. Die Soloparts sind schnell vergeben. Zum Glück, ich verberge mein gesangliches Können lieber im Chor. Mit dem Song beenden wir den Workshop.

Mein Fazit: Es hat echt viel Spaß gemacht, in die Welt des Theaters hineinzuschnuppern. Eine tolle Erfahrung, auch wenn ich 2020 beim „Horrorladen“ wohl nicht auf der Theaterbühne des Martin-Luther-Hauses stehen werde.

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