Forsthaus im Bagno
„Vergammeln kann da nichts“

Burgsteinfurt -

Man muss es schon bewusst suchen, um es überhaupt zu finden: Hinter emporschießenden Bäumen und Gestrüpp fristet das alte Forsthaus im Bagno unweit der Konzertgalerie ein verborgenes – und fast vergessenes – Dasein. Seit nunmehr zwölf Jahren steht das aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Gebäude im neoklassizistischen Stil leer. 2006 zog der letzte Bewohner, Forstamtmann a.D. Heinz Langer, aus.

Freitag, 16.08.2019, 17:56 Uhr
Wie ein Schloss im Dörnröschenschlaf: Das alte Forsthaus im Bagno wirkt verwunschen – und wird immer wieder von Vandalen heimgesucht (kl. Bild).
Wie ein Schloss im Dörnröschenschlaf: Das alte Forsthaus im Bagno wirkt verwunschen – und wird immer wieder von Vandalen heimgesucht (kl. Bild). Foto: rs

In der vergangenen Woche ist der denkmalgeschützte Bau, der wie ein Schloss im Kleinformat wirkt, kurzzeitig wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Durch einen Post im sozialen Netzwerk Facebook. Von „Man sollte sich schämen, so ein schönes Haus so verkommen zu lassen“ bis hin zu „Ein wunderschönes Haus, wir würden einziehen“, reichte die Bandbreite der Äußerungen. Auch Vermutungen, man lasse es herunterkommen, um es anschließend für ein neues Bauprojekt abreißen zu lassen, wurden innerhalb der recht regen Diskussion geäußert.

Dem tritt Bernhard Bücker von der Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer entgegen. „Wir lassen es nicht einstürzen, da können Sie sicher sein“, sagt der Mitarbeiter der fürstlichen Verwaltung. Denn auch wenn die Immobilie ziemlich alt und marode wirkt: Sie hat ihren Wert – und den will der Eigentümer bewahren. Das Dach, so betont Bücker weiter, sei dicht, alle Gebäudeteile luftumspült, zudem fänden regelmäßig Begehungen statt, um entstandene Schäden festzustellen und diese zu reparieren.

Dies kommt gar nicht so selten vor – nicht nur durch den Zahn der Zeit, sondern immer wieder auch durch Vandalen. Die werfen Fensterscheiben ein oder versuchen, in das Innere einzudringen. Bücker: „Wir haben das Gebäude so gut es geht gesichert. Vandalismus ganz verhindern können wir aufgrund der peripheren Lage jedoch nicht.“

Überlegungen einer Folgenutzung gebe es keine, stellt Bücker auf konkrete Nachfrage klar. Man suche aktuell nicht aktiv nach Käufern. „Die Grundsubstanz ist da und wird gepflegt“, sagt Bücker. So, wie es sich derzeit präsentiert, könne das Haus „noch Jahrzehnte“ überdauern. Vergammeln könne dort nichts.

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