Oldtimer-Traktor-Stammtisch feiert Sommerfest
Mit 15 km/h durch die Landschaft

Burgsteinfurt -

Das Bild fügt sich harmonisch ineinander: Im Hintergrund die alte Hollicher Windmühle, im Vordergrund historische Schlepper.

Sonntag, 18.08.2019, 13:20 Uhr aktualisiert: 19.08.2019, 16:28 Uhr
Ein ganz besonderes Bild: Historische Schlepper vor der Hollicher Windmühle. Auf der Galerie blicken die Fahrer auf ihre Oldtimer hinab. Das kleine Bild zeigt Heinz Beckmann mit seinem „Stahl-Deutz“.
Ein ganz besonderes Bild: Historische Schlepper vor der Hollicher Windmühle. Auf der Galerie blicken die Fahrer auf ihre Oldtimer hinab. Das kleine Bild zeigt Heinz Beckmann mit seinem „Stahl-Deutz“. Foto: Nix

Das Bild fügt sich harmonisch ineinander: Im Hintergrund die alte Hollicher Windmühle, im Vordergrund historische Schlepper. Am Samstagnachmittag sind die betagten Lanz-, Deutz-, IHC- und Traktoren weiterer Fabrikate den Hügel hinauf zu dem um 1800 erbauten „Achteck-Galerieholländer“ getuckert. Die Windmüller, von denen die Mühle haben dort schon auf den „Oldtimer-Traktor Stammtisch Steinfurt“ gewartet. Dessen Mitglieder waren gekommen, um zum wiederholten Male dort ihr Sommerfest zu feiern.

Die Enthusiasten besitzen insgesamt rund 38 Trecker und werden nicht müde, „Diesel-Gespräche“ miteinander zu führen. „Wir machen ein Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Eisbärenfest“, erläuterte Ferdi Brust. Am Samstag haben die Oldtimer-Fans nicht nur miteinander geklönt, auch Geschicklichkeitsfahrten haben auf dem Programm gestanden. „Ackertage“ sind beliebt. „Da eggen und pflügen wir mit den alten Maschinen genau wie anno dazumal“, so Brust.

Heinz Beckmann besitzt den ältesten Traktor der Stammtisch-Gemeinschaft. Es ist ein „Stahl-Deutz“, Baujahr 1940. „Ich habe ihn in Leipzig erworben“, so Beckmann, „er wurde in Köln hergestellt, ist aber später in der DDR gelaufen.“ Auffällig ist die Kurbel, die aus dem Motorraum ragt. „Ein elektrischer Anlasser wurde nicht eingebaut. Da heißt es, die Kurbel zu schwingen“, erklärt Beckmann. Amüsantes Detail: In der DDR gab es eigene Fahrzeugbriefe, natürlich in roter Farbe. Das landwirtschaftliche Nutzfahrzeug hat den Zweiten Weltkrieg überstanden, wer genau hinsieht, kann noch ein Einschussloch entdecken. Das tut der Funktionalität jedoch keinerlei Abbruch.

Was ist das Faszinierende an alten Schleppern? Natürlich das Restaurieren, das Schrauben und der Ehrgeiz, möglichst viel in Eigenarbeit zu leisten. „Damit zu ackern, die alten Maschinen zu beherrschen und auch mal abseits der Autostraßen fahren zu können, hat auch seinen besonderen Reiz“, sagt Brust.

Zwei Frauen begeistern sich ebenfalls für historische Schlepper und diskutieren engagiert mit. Die Kameradschaft am Oldtimer-Stammtisch wird geschätzt. Notwendige Ersatzteile beschaffen die Schlepper-Fans auf speziellen Märkten, zum Beispiel in Nordhorn.

Alfred Minnebusch hat die aktuelle Ausfahrt organisiert. Sie führte vom Borghorster Industriegebiet über Ostendorf und Emsdetten-Ahlintel bis zur Hollicher Windmühle. Bei einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern blieb den Fahrern viel Zeit, die Natur zu genießen.

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