Steinfurter Geschichtstag
Als der Krieg nach Steinfurt kam

Steinfurt -

Wie haben die Menschen in Borghorst und Burgsteinfurt die Zeit des Zweiten Weltkriegs erlebt? Acht Jahrzehnte danach versucht die fünfte Auflage des Steinfurter Geschichtstags am Wochenende 7./8. September darauf Antworten zu geben.

Mittwoch, 28.08.2019, 18:14 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 18:20 Uhr
Unter Federführung von Dr. Peter Krevert (l.) haben die Kooperationspartner ein sehr umfangreiches Programm für die fünfte Auflage des Geschichtstags erarbeitet.
Unter Federführung von Dr. Peter Krevert (l.) haben die Kooperationspartner ein sehr umfangreiches Programm für die fünfte Auflage des Geschichtstags erarbeitet. Foto: rs

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs jährt sich in diesen Tagen zum 80. Mal. In seinen Dimensionen hat er den ganzen Erdball erfasst, Millionen Menschen hat er das Leben gekostet, seine Auswirkungen sind bis in die Gegenwart spürbar. Wie aber haben die Menschen in Borghorst und Burgsteinfurt diese Zeit erlebt? Acht Jahrzehnte danach versucht die fünfte Auflage des Steinfurter Geschichtstags am Wochenende 7./8. September darauf Antworten zu geben. Dr. Peter Krevert als Initiator und Hauptorganisator der inzwischen etablierten Kulturforum-Reihe sowie die Kooperationspartner stellten am gestrigen Mittwoch in der Jugendwerkstatt der Ev. Jugendhilfe Münsterland Details der Programme vor, die in beiden Stadtteilen präsentiert werden.

„Ich freue mich, dass es mit Hilfe der Kooperationspartner gelungen ist, wiederum interessante Veranstaltungen anbieten zu können“, sagte Krevert beim Pressetermin. Ein erstes Auftaktprojekt sei zusammen mit der Jugendwerkstatt schon auf die Beine gestellt worden, so der Initiator mit Blick auf die beiden von Jugendlichen gefertigten hölzernen Friedenstauben, die in beiden Stadtteilen aufgestellt worden sind (unsere Zeitung berichtete). Die beiden Holzobjekte unterscheiden sich in der Ausführung, ebenso wie auch das Programm in beiden Stadtteilen differiert. Lediglich der Einführungsvortrag von Udo Röllenblech vom Rednerteam Europe der Europäischen Kommission wird identisch sein, kündigte Krevert an.

In Borghorst erwartet die Gäste im Heimathaus am 7. September (Samstag) im Anschluss ein Vortrag mit Präsentation von Roland Ahlers. Das Mitglied des örtlichen Heimatvereins wird aus dem Erinnerungsbuch zitieren, das sein Vater Ewald über seine Zeit als Soldat und Kriegsgefangener verfasst hat. Mit den Zeitzeugen Franz Brinkhaus (früherer Bürgermeister), Bruno Eierhoff (ehemaliges Mitglied des Heimatvereins) sowie Alfred Kühlkamp (Heimatverein) führen danach Peter Krevert und Udo Röllenblech eine Gesprächsrunde. Eine Filmvorführung „Borghorst in den Jahren 1941/42“ aus dem Archiv des Heimatvereins sowie eine Präsentation ausgewählter Exponate inklusive des Gedenkbuches der gefallenen und vermissten Borghorster Soldaten komplettieren das Programm.

Im Burgsteinfurter Behördenhaus stehen am Tag darauf nach Begrüßung und Einführungsvortrag zwei von Dr. Peter Gramberg (DNL-Business) vorbereitete Präsentationen auf der Agenda. Gramberg wird zunächst das Thema „Der Zweite Weltkrieg aus niederländischer Perspektive“ aufgreifen. Im Anschluss widmet er sich dem unmittelbar zum Kriegsende entstandenen US-Dokumentarfilm „Die Todesmühlen“ den NS-Konzentrationslagern sowie einem vor einigen Jahren im niederländischen Fernsehen gezeigten Bericht über die NS-Zeit speziell in Burgsteinfurt.

Eine Einführung in die vom Museumskreis vorbereitete Ausstellung „Burgsteinfurt im Zweiten Weltkrieg“ wird im Anschluss Rainer Menebröcker vom Heimatverein Burgsteinfurt geben. Dabei werden schlaglichtartig Ereignisse von den letzten freien Wahlen bis zum Beginn der Besatzungszeit thematisiert, kündigte Menebröcker an. Ein Schwerpunkt der Ausstellung, die anschließend auch begangen wird, liege auf der Garnisonsstadt Burgsteinfurt und auf der Dokumentation der Zerstörung der Innenstadt, die zu 70 Prozent in Schutt und Asche lag.

Stadtarchiv und Stadtbücherei beteiligen sich beide wiederum am Geschichtstag – unter anderem mit einer eigenen Ausstellung zum Thema „Judenverfolgung im NS-Staat“ sowie einem Vortrag mit dem Rechtshistoriker Dr. Wedigo Orlowsky, wie Wina Hintzen und Kaj-Jürgen Dönneweg ankündigten.

Zum Thema

Beginn des 5. Steinfurter Geschichtstags im Heimathaus in Borghorst ist am 7. September (Samstag) um 10 Uhr. In Burgsteinfurt im Behördenhaus startet er am 8. September (Sonntag) um 11 Uhr. Weitere Infos gibt es bei Geschichtstag-Leiter Dr. Peter Krevert unter Telefon 02551/14817 oder peter.krevert@kulturforumsteinfurt.de.

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