Verein „Kein Kind ohne warme Mahlzeit“ löst sich
Mission erfüllt, 250 000 Euro gesammelt

Steinfurt -

Tuba Hemker geht mit der sprichwörtlichen Träne im Knopfloch in die außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Kein Kind ohne warme Mahlzeit“. „Wir haben ein tolles Team und da tut es natürlich weh, wenn man sich davon verabschieden muss“, sagt die Vorsitzende. Aber: „Die Freude überwiegt ganz klar. Schließlich geht es um die Kinder.“ Und die können jetzt auf die ehrenamtliche Hilfe des Vereins verzichten, weil seit dem 1. August die Bundesregierung in die Bresche springt. Logische Folge: „Kein Kind ohne warme Mahlzeit“ löst sich auf. Und das soll bei der Versammlung am 28. Oktober geschehen.

Freitag, 18.10.2019, 16:36 Uhr
Ein tiefer Blick ins Bilderarchiv des Vereins „Kein Kind ohne warme Mahlzeit“: Kochen mit fair gehandelten Produkten für den guten Zweck, initiiert von der damaligen Vorsitzenden Ludgera Kessler (4.v.l.).
Ein tiefer Blick ins Bilderarchiv des Vereins „Kein Kind ohne warme Mahlzeit“: Kochen mit fair gehandelten Produkten für den guten Zweck, initiiert von der damaligen Vorsitzenden Ludgera Kessler (4.v.l.). Foto: Axel Roll

Bis zum Inkrafttreten des „Starke-Familien-Gesetzes“ war der Verein eine wichtige Hilfe für bedürftige Familien in der Stadt, übernahm er doch den Eigenanteil der Eltern für das Schul- und Kindertagesstättenessen ihrer Schützlinge. SPD-Kommunalpolitikerin Ludgera Kessler hatte den Verein 2011 mit viel Engagement ins Leben gerufen. „Seitdem sind 250 000 Euro durch Spender und Förderer zusammengekommen, eine unglaubliche Summe“, zieht Tuba Hemker, die die Nachfolge von Ludgera Kessler übernommen hat, mehr als zufrieden Bilanz. „Alle Beteiligten können stolz sein, dass das in der Satzung genannte Ziel in vollem Umfang erreicht wurde“, sagt die Vorsitzende. Im Einladungsschreiben für die Mitglieder zur Versammlung heißt es dazu: „Es ist super, wenn wir am Ende des Jahres sagen können: Auftrag erfüllt.“

In Paragraf zwei der Vereinssatzung ist der Förderzweck festgehalten: „Die Unterstützung bedürftiger Kinder mit dem Ziel, die Einnahme einer warmen Mahlzeit zu ermöglichen.“ Durch das neue Gesetz der Bundesregierung ist das jetzt auch ohne freiwillige Spenden gewährleistet. Der Vorschlag des Vorstandes an die Mitglieder lautet, die Selbstauflösung zum 31. Dezember zu vollziehen. Dazu ist ein Beschluss der Mitglieder notwendig. Tuba Hemker geht davon aus, dass der auch so fallen wird.

Die Versammlung findet am 28. Oktober (Montag) um 19 Uhr in der Borghorster Gaststätte Börger statt. Auf der Tagesordnung steht neben dem Auflösungsbeschluss noch ein kurzer Jahresbericht zu den Aktivitäten in 2019.

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