Investitionen von 600 000 Euro in einem Jahr
Klärschlamm unter Dach und Fach

Steinfurt -

Unterm Strich sind es 600 000 Euro, die die Stadt in diesem Jahr in die drei eigenen Kläranlagen investiert. Das größte Bauprojekt wird heute unter Dach und Fach gebracht: Das Klärschlammzwischenlager auf der Anlage in Wilmsberg bekommt seine Abdeckung, damit der Schlamm nicht unbedingt warm, dafür aber trocken auf seinen Abtransport als Dünger warten kann.

Mittwoch, 06.11.2019, 17:36 Uhr
Die Dachkonstruktion steht, heute kommt die Abdeckung: Wie Heinrich Lindenbaum (l.) und Stefan Overberg erläuterten, wird hier demnächst der Klärschlamm von allen drei Anlagen in Steinfurt zwischengelagert.
Die Dachkonstruktion steht, heute kommt die Abdeckung: Wie Heinrich Lindenbaum (l.) und Stefan Overberg erläuterten, wird hier demnächst der Klärschlamm von allen drei Anlagen in Steinfurt zwischengelagert. Foto: Axel Roll

In die abgemauerten Kammern passen rund 1000 Tonnen. „Das ist ungefähr ein Drittel des jährlichen Aufkommens für alle drei Kläranlagen“, erläuterte Heinrich Lindenbaum vom zuständigen Fachdienst bei einem Ortstermin. Das Lager an der Kläranlage Süd nahe der Münsterstiege nimmt den gesamten in Steinfurt gesammelten Schlamm auf.

Das Dach kostet knapp über 200 000 Euro, hilft auf Dauer aber auch Geld einzusparen. Der Abtransport des Klärschlamms kostet, abgerechnet wird nach Gewicht. Stefan Overberg, Fachdienst Tiefbau: „Durch das Dach wird der Schlamm vor Regen geschützt, der ihn wieder schwerer machen würde.“ Die Tiefbauer haben Versuche gemacht und gerechnet: Durch den Wetterschutz können jährlich rund 25 000 Euro Entsorgungskosten eingespart werden. Das heißt, nach nicht einmal zehn Jahren hat sich die Baumaßnahme amortisiert.

Stichwort Flachdach. Auch die mussten in diesem Jahr auf den Dienstgebäuden saniert und energetisch den neuen Anforderungen angepasst werden. Weiterhin wurde der sogenannte Schwarz-Weiß-Bereich – das sind die Duschen und Umkleiden, in denen die Mitarbeiter zwischen Arbeit und Freizeit hin und her wechseln – saniert und vergrößert. Das ist auch notwendig, weil arbeitsorganisatorisch die Kläranlage Borghorst-Süd inzwischen die Zentrale ist. „Hier treffen sich die Mitarbeiter der Borghorster Kläranlagen morgens, um sich dann je nach Arbeitsanfall auf die verschiedenen Standorte zu verteilen“, so Heinrich Lindenbaum.

Die Kläranlage Nord in Borghorst wurde in diesem Jahr außerdem mit einer neuen Rechenanlage ausgestattet, die vollautomatisch die aufgefangenen groben Schwebteile im Abwasser mit einem Schieber abfischt und in einen Container fallen lässt.

„Die Anlagen hier sind zum Teil 30 oder 40 Jahre alt, da müssen wir ständig investieren“, erläuterte Stefan Overberg. Schließlich stehe die Stadt in der Verpflichtung die immer strengeren gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Somit haben sich die Fachleute Gedanken darüber gemacht, welche Investitionen im kommenden Jahr gemacht werden sollen. Zum Beispiel eine Photovoltaikanlage. „Aber auch der Faulturm muss neu verkleidet werden“, so Heinrich Lindenbaum.

Die Steinfurter selbst können auch eine Menge tun, um die Kosten und damit ihre Gebühren für die Abwasserbeseitigung im Rahmen zu halten. Stefan Overberg: „Fett in größeren Mengen oder Hygieneartikel machen immer wieder Probleme.“ So müsse die Stadt jährlich für das Spülen der Kanäle 20 000 Euro ausgeben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7047056?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker