9. Wunschbaum-Aktion hat begonnen
Kleines Licht im grauen Alltag

Steinfurt -

Es ist wieder Wunschbaumzeit. Zum neunten Mal steht er jetzt im Fotostudio Oskamp an der Münsterstraße 4 in Borghorst. Das Ziel der Wunschbaum-Initiative ist es, Kindern, die aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Familien nicht in den Genuss von Weihnachtsgeschenken kommen können, einen Wunsch zu erfüllen. „In einem Ort wie Borghorst leben doch die meisten Menschen in geordneten finanziellen Verhältnissen. Und doch gibt es Familien, die dieses Gefühl nicht kennen. Der Wunschbaum bietet jedem die Möglichkeit, von seinem Glück oder Wohlstand etwas abzugeben, um in andere Familien etwas Licht in den grauen Alltag zu bringen“, sagt Marina Bölling von der Wunschbaum-Initiative.

Mittwoch, 27.11.2019, 13:38 Uhr
Die Mitglieder der Wunschbaum-Initiative haben die Tanne im Fotogeschäft Oskamp geschmückt. Dort werden die Spenden für die Kinder gesammelt.
Die Mitglieder der Wunschbaum-Initiative haben die Tanne im Fotogeschäft Oskamp geschmückt. Dort werden die Spenden für die Kinder gesammelt. Foto: Eugen Oskamp

Welche Kinder kommen in den Genuss, beschenkt zu werden? Darauf hat Mechthild Oskamp, Leiterin des Adolph-Kolping-Kindergartens, eine einfache Antwort: „Die Kindergärten kennen die Familien der Kinder und wissen, wie es um sie bestellt ist. Da gibt es Familien, die durch plötzliche Arbeitslosigkeit oder Krankheit in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind oder aber Familien, die schon immer am Rande der Gesellschaft gelebt haben, oder Familien, die auf Bezüge vom Amt angewiesen sind. Durch die Beteiligung der Kindergärten werden diese Familien gezielt nach den Wünschen der Kinder und ihrer Geschwister bis zum zehnten Lebensjahr befragt.“

Für jedes Kind werden etwa 30 Euro kalkuliert, deshalb ist man schon lange von der Vorstellung abgewichen, dass es für die Spender vielleicht schön wäre, selber ein Geschenk zu besorgen. Wer spenden möchte, kann also viel oder so wenig Geld geben, wie er möchte, und hat in der oftmals stressigen Vorweihnachtszeit nicht auch noch die zusätzliche Aufgabe, ein weiteres Geschenk für die Wunschbaumkinder zu besorgen, ergänzt Christa Uhlenbrock.

Besteht die Gefahr des Missbrauchs, kommen wirklich nur bedürftige Menschen in den Genuss der Geschenke? Leonie Frenkert-Ghazi lacht. Seit über 40 Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich um sozial schwache Menschen in Steinfurt. „Selbst wenn uns als Wunschbaum-Initiative die Familiennamen der zu beschenkenden Kinder nicht bekannt sind, so weiß man oft nur durch die Vornamen der Kinder, welche Familie dahintersteckt. Und ich bin fast überall schon zu Hause gewesen und weiß, wie es den Familien geht. Und die Kindergärten wissen es auch. . . Nein, die Gefahr des Missbrauchs ist gering.“

Trotzdem, so berichten die Verantwortlichen, gibt es immer wieder Anfeindungen, besonders in sozialen Netzwerken. Wie geht man damit um? Alle Mitglieder der Initiative betonen einheitlich: So etwas komme immer vor. „Sollen sich die Zweifler doch direkt melden. Jeder ist eingeladen mitzumachen!“

Wer die Initiative jedoch durch Spenden unterstützen möchte: der Baum und die Sammelbüchsen stehen bis zum 20. Dezember im Fotostudio Oskamp.

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