Steinfurter Klimaoffensive
Stadt wappnet sich für den Klimawandel

Steinfurt -

Klimawandel? Da sind wir in Steinfurt doch nur wenig betroffen, so die viel gehörte Meinung dazu. Weit gefehlt. Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz nahm das Thema am Dienstagabend breiten Raum ein. Wichtigster Tagesordnungspunkt dazu: Die Initiierung der „Steinfurter „Klimaoffensive.

Mittwoch, 27.11.2019, 15:20 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 20:28 Uhr
„Pilotprojekt“ mit Nachahmungspotenzial: Die Stadt will sukzessive öffentliche Dächer begrünen – und fängt bescheiden mit Buswartehäuschen wie dieses an der Ochtruper Straße an.
„Pilotprojekt“ mit Nachahmungspotenzial: Die Stadt will sukzessive öffentliche Dächer begrünen – und fängt bescheiden mit Buswartehäuschen wie dieses an der Ochtruper Straße an. Foto: rs

Klimawandel? Da sind wir in Steinfurt doch nur wenig betroffen, so die viel gehörte Meinung dazu. Weit gefehlt. Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz nahm das Thema am Dienstagabend breiten Raum ein. Wichtigster Tagesordnungspunkt dazu: Die Initiierung der „Steinfurter Klimaoffensive“.

Aufbauend auf einen Antrag der GAL sowie Anregungen der SPD hatte die Verwaltung einen Maßnahmenkatalog in Form einer Verpflichtungserklärung ausgearbeitet, der im Ausschuss bei einer Enthaltung (GAL-Mitglied Jonas Ewering) einhellige Zustimmung fand. Inhalte sind unter anderem die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts, die Erhöhung der Sanierungsquote bei Altbauten (wie zum Beispiel durch Programme wie das ebenfalls in der Sitzung auf den Weg gebrachte „Jung-kauft-Alt“-Projekt) oder die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes. Anpassungen sollen jederzeit möglich sein.

Der von der GAL geforderte Ausruf eines „Klimanotstandes“ indes stieß mehrheitlich auf Ablehnung. Dieser sei zu weit gegriffen. „Wir sollten aber den Begriff ,Offensive‘ wörtlich nehmen und mutig auch solche Maßnahmen angehen, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen“, betonte der Ausschussvorsitzende Arnold Schumacher (Grüne).

Wie stark die mit dem Klimawandel in Verbindung gebrachten letzten zwei Hitzesommer bereits Einfluss auf die Stadt genommen haben, zeigt sich nicht nur anhand des kranken Waldes, sondern auch an der Bausubstanz. So stimmte der Ausschuss einhellig dem Antrag eines Grundstücksbesitzers an der Raabestraße zu, zwei auf dem Grundstück stehende, geschützte Eichen gegen eine finanzielle Entschädigung an die Stadt fällen zu dürfen.

Die Bäume sind laut Bodengutachten mitverantwortlich dafür, dass sich nach den Hitzesommern der vergangenen zwei Jahre und bedingt durch den tonigen Untergrund Risse in einem nahe gelegenen Gebäude gebildet haben, die auf Dauer zu statischen Problemen führen könnten. „Wir werden viel Zeit und Geld investieren müssen, um solche Schäden zu beseitigen“, rechnet der Technische Beigeordnete Hans Schröder mit weiteren, ähnlich gelagerten Fällen schon in der nahen Zukunft. Das auch als „Sommerfrost“ bekannte Phänomen tritt besonders dort auf, wo der Untergrund stark lehm- beziehungsweise tonhaltig ist.

Um künftigen Hitzesommern stadtklimatologisch etwas entgegensetzen zu können, will die Stadt verstärkt auf Dachbegrünung setzen. Ein „Pilotprojekt“, das jetzt auf den Weg gebracht wird, ist die Begrünung der Dächer von Buswartehäuschen. Zum Einsatz kommen sollen Sedum-Pflanzen, die wenig Pflegeaufwand benötigen, kündigte Hans Schröder an. Die Flächen trügen nicht nur zur Kühlung der Umgebung bei, sondern dienten auch als Wasserspeicher. Die Klimaschutzmaßnahme sei auch für größere Vorhaben und auf Dächern privater Wohnhäuser denkbar. „Das Ganze kostet zwar Geld, wird aber mit öffentlichen Zuschüssen gefördert und ist für die Umwelt sehr wertvoll“, so Schröder.

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