Programm „Jung kauft Alt“ auf den Weg gebracht
Ökologisch, sinnvoll, nachhaltig

Steinfurt -

Die Verwaltung hat nachgebessert, jetzt ist es soweit: Der Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung eines städtischen Förderprogramms für 2020 gebilligt, welches das Ziel hat, den Erwerb von Altimmobilien für jüngere Käufer attraktiver zu machen. „Jung kauft Alt“ heißt die Initiative, die einige erfolgreiche Vorbilder auch in der näheren Umgebung hat.

Donnerstag, 28.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 14:48 Uhr
Das Angebot in Steinfurt ist groß: Mit dem Programm „Jung kauft Alt“ zielt die Kommune auf den Erwerb gebrauchter Immobilien durch junge Käufer.
Das Angebot in Steinfurt ist groß: Mit dem Programm „Jung kauft Alt“ zielt die Kommune auf den Erwerb gebrauchter Immobilien durch junge Käufer. Foto: H. Schwarthoff

Metelen hat es, Schöppingen, Heek und Ochtrup ebenso. Und jetzt auch Steinfurt. Die Kreisstadt ist, wie inzwischen über 50 Kommunen in ganz Deutschland dem Vorbild von Hiddenhausen gefolgt. Die 20 000-Einwohner-Gemeinde im Ostwestfälischen hat schon 2007 das Programm „Jung kauft Alt“ eingeführt. Den Erwerb von Gebrauchtimmobilien für junge Käufer, insbesondere Familien, attraktiver machen – das ist Ziel der Initiative, die in der Pionier-Kommune so gut angekommen ist, dass der Rat Anfang des Jahres weitere 600 000 Euro für die Zeit bis Ende 2020 bewilligt hat.

Ganz so große Brötchen werden in Steinfurt zwar nicht gebacken. Immerhin aber hat der Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung eine Förderung in Höhe von 30 000 Euro jährlich bis 2022 befürwortet. Dazu muss der Rat noch sein Okay geben.

Nachdem es in der September-Sitzung des Fachausschusses zunächst ein geteiltes Echo gab, hatte die Verwaltung die Vorlage insofern nochmals überarbeitet, als das Sozialklauseln zum Beispiel hinsichtlich Einkommen und Alter der Antragsteller oder Förderhöchstgrenzen in den Richtlinienkatalog eingearbeitet worden sind. Mit dem Ergebnis zeigte sich der Ausschuss nunmehr zufrieden. Lediglich Gerd Göckenjan (FDP) äußerste sich kritisch, sprach von „Mitnahmeeffekten“, die in einem Markt, der in Steinfurt weitgehend ein Selbstläufer sei, generiert würden. „Genau deshalb ist ja die Sozialstaffelung eingeführt worden“, entgegnete CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff.

Von Seiten der Verwaltung zeigten sich Technischer Beigeordneter Hans Schröder und Fachdienstleiter Stadtplanung Stefan Albers von den positiven Wirkungen des Programms überzeugt. Während Ersterer von einem „guten Signal“ sprach und auch den ökologischen Nutzen nach vorne stellte, verwies Zweiterer auf „viele erfolgreiche Beispiele“. Dass die Nachfrage in Steinfurt gegeben sei, zeigten zudem zahlreiche Anfragen, die die Verwaltung schon im Vorfeld erreicht habe.

Konkret vorgesehen ist beim „Jung-kauft-Alt“-Programm neben einer über maximal fünf Jahre laufenden Förderung für den Erwerb eines Altbaus auch eine einmalige Bezuschussung einer energetischen Beratung in Höhe von maximal 400 Euro. Diese ist zugleich Voraussetzung für die Erwerbsförderung, bei der ein Grundbetrag von 800 Euro und für jedes Kind weitere 400 Euro bis zum Maximalbetrag in Höhe von 2000 vorgesehen sind. Das Höchstalter des Antragstellers ist auf 40 Jahre begrenzt, das Gesamteinkommen des Haushalts darf 75 000 Euro nicht überschreiten.

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