Iris Bittner präsentiert „Vintana“
Ein Buch, das in keine Schublade passt

Borghorst -

Die Buchhändler werden ihre liebe Not haben, für „Vintana“ das richtige Regal zu finden. Kinderbuch? Sachbuch? Fantasy? Religion? Politik? Reise? „Es ist von jedem etwas“, sagt Iris Bittner. Und sie muss es wissen. Die 50-jährige Borghorsterin hat „Vintana“ geschrieben.

Donnerstag, 28.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 14:48 Uhr
Neun Jahre hat Iris Bittner an ihrem Buch „Vintana“ geschrieben. Es passt in keine der herkömmlichen Genre-Schubladen.
Neun Jahre hat Iris Bittner an ihrem Buch „Vintana“ geschrieben. Es passt in keine der herkömmlichen Genre-Schubladen. Foto: Axel Roll

Die Buchhändler werden ihre liebe Not haben, für „Vintana“ das richtige Regal zu finden. Kinderbuch? Sachbuch? Fantasy? Religion? Politik? Reise? „Es ist von jedem etwas“, sagt Iris Bittner. Und sie muss es wissen. Die 50-jährige Borghorsterin hat „Vintana“ geschrieben. Nach neun Jahren kann sie ihr selbst verlegtes Buch endlich in Händen halten. Warum sie ungezählte Nächte durchgeschrieben, im Internet recherchiert, das Manuskript gelesen, korrigiert und wieder verworfen hat? „Ich will Werte und Wissen vermitteln.“

Dafür hat sie ihren kleinen Helden Bonorama, im Buch heißt er meist Bono, geschaffen, der sich auf eine gefährlich-spannende Reise von seiner Heimatinsel Madagaskar über Somalia, Jemen, Oman, Pakistan nach Indien begibt. Wenn Bono auf Piraten und Clans trifft, den Hunger, Bürgerkrieg und Flutkatastrophen erlebt, dann verschwimmen Fiktion und Realität. „Ich bin in keinem der beschriebenen Länder gewesen, habe aber genau recherchiert“, betont die Autorin. Da zeigt sich ihr Ansatz, Wissen zu vermitteln: Sie schreibt über Religionen, Kulturen, Lebensweisen und die aktuellen politischen Verhältnisse. Im Fall von Madagaskar hat sie sogar direkt mit Bewohnern der Insel gesprochen.

„Vintana“ bedeutet auf madagassisch Schicksal. Und passt damit für die Leser, die das Glück haben, in Deutschland zu leben. Iris Bittner möchte aber auch erklären, warum die Flüchtlinge aus Afrika und Asien in ihrer Heimat das alte Leben zurücklassen und in Europa versuchen, wieder bei Null anzufangen.

„Beim Schreiben habe ich an meine Kinder gedacht: Wie kann ich ihnen vermitteln, was mir wichtig ist?“, beschreibt die Autorin die Richtschnur, die ihr für dieses Mammut-Projekt Orientierung gab. Darüber hinaus wollte Iris Bittner mit ihren eigenen Meinung nicht hinter dem Berg halten und hat auf vielen Seiten orangefarbene Sprechblasen eingefügt, in denen sie unverblümt schreibt, was sie denkt – oder auch nur mal interessante Fußnoten zu einem Thema liefert. Über die Klimapolitik von Donald Trump, den Krieg im Jemen, Sindbad, den Seefahrer oder den Sozialstaat in Deutschland.

Natürlich ist bei der Borghorsterin die Freude groß, dass das Buch endlich fertig ist. Trotzdem hat Iris Bittner leichte Bauchschmerzen. „Das Buch, das bin ich.“ Darum ist sie gespannt darauf, welche Reaktionen auf sie warten.

Zwei Lesungen sind für „Vintana“ bislang geplant. Am Sonntag (1. Dezember) ist Iris Bittner von 16 bis 18 Uhr im Huck-Beifang-Haus in Burgsteinfurt, Hahnenstraße 8. Am nächsten Donnerstag (5. Dezember) liest die Autorin um 19.30 Uhr dann im Borghorster „Bücker­eck“, Münsterstraße 26. Da die Plätze dort begrenzt sind, liegen kostenlose Tickets in der Buchhandlung aus.

Das Buch selbst kostet 21,80 Euro und ist im Bücker­eck zu bekommen. Über die ISBN-Nummer kann es in jeder anderen Buchhandlung bestellt werden: 978 300 064317 0. In der Erstauflage hat Iris Bittner 1000 Exemplare drucken lassen. Es ist geeignet für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7095626?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker