Rat wählt neuen Ersten Beigeordneten:
Schell vor Grönefeld

Steinfurt -

Der neue Erste Beigeordnete der Stadt heißt Michael Schell, ist 51 Jahre alt und bekleidet zurzeit noch das gleiche Amt in der oberbergischen Stadt Wiehl. Der Nachfolger von Maria Lindemann setzte sich am Freitagabend gegen Mitbewerber Helmut Grönefeld, derzeitiger Fachdienstleiter für Personal, Innere Dienste und IT im Steinfurter Rathaus, mit 26 zu 14 Stimmen durch. „Sie können bei mir auf eine gute Zusammenarbeit bauen“, sagte der Frischgewählte, nachdem er aus der Hand von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer vor den Mitgliedern des Rates einen Blumenstraße entgegengenommen hatte.

Freitag, 29.11.2019, 20:50 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 14:56 Uhr
Mit einem Blumenstrauß gratulierte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer dem neuen Ersten Beigeordneten Michael Schell.
Mit einem Blumenstrauß gratulierte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer dem neuen Ersten Beigeordneten Michael Schell. Foto: Axel Roll

Michael Schell ist Verwaltungsmann durch und durch. In Wiehl, 25 000-Einwohner-Stadt südlich von Gummersbach, ist er seit sechs Jahren Erster Beigeordneter, gehört der Verwaltung aber schon seit 31 Jahren an, wie er bei seiner Vorstellung sagte. „Die Lust auf mehr“ sei es jetzt gewesen, die ihn zur Bewerbung für die Dezernentenstelle in Steinfurt bewogen habe. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte Schell mit Blick auf seine 51 Lebensjahre.

Soziales, Schule, Kultur, Tourismus und Sport, Finanzen, Jugend sowie die Innere Verwaltung, für diese Bereiche zeichnete Schell bislang verantwortlich. Ein ähnlicher Dezernatszuschnitt erwartet ihn bei seinem Amtsantritt in Steinfurt. Mit konkreten Projekten, die er in seinem neuen Arbeitsbereich anpacken möchte, hielt sich der 51-Jährige noch zurück. „Ich will nicht besserwisserisch auftreten.“ Aber: Gewerbeflächen-Auslastung, Betreuung der Kinder, Flüchtlingsunterbringung und die Wohnsituation für Menschen mit geringem Einkommen, das waren Schlagworte, die Michael Schell auf Nachfrage nannte. Er selbst charakterisierte sich als wissbegierig, offen, wertschätzend seinen Mitarbeitern gegenüber sowie als jemand, der auch über sich selbst lachen könne. Außerdem könne man sich auf ihn verlassen. „Ich kann aber auch risikobereit sein“, betonte er.

Helmut Grönefeld als Rathaus-Insider zog in seiner Bewerbungsrede – natürlich – die Karte Kontinuität. 27 Jahre ist der 49-jährige Wettringer im Rathaus beschäftigt, die letzten acht als Fachdienstleiter. Grönefeld machte für sich die Pluspunkte gute Kontakte zu den Bürgern, zu den Kollegen im Rathaus und zu den Parteien geltend. „Ich habe mir viel Vertrauen erarbeitet, für Außenstehende dauert das seine Zeit“, so der Fachdienstleiter wörtlich. Er gab den Ratsmitgliedern sein Wort, die volle Wahlperiode von acht Jahren zur Verfügung zu stehen: „Ich benutze das Amt nicht als Sprungbrett, um anderswo Bürgermeister zu werden.“

Für eine Ratssitzung ungewöhnlich: Die Besucherreihen im Bürgersaal waren dicht gefüllt, als die Bürgermeisterin den Tagesordnungspunkt sechs aufrief: Wahl des Ersten Beigeordneten. Unter den Zuhörern viele Rathaus-Mitarbeiter, auch ehemalige. Schell und Grönefeld, die als die beiden besten Kandidaten aus dem Assessmentcenter hervorgegangen waren, hatten jeweils rund zehn Minuten Zeit, die Ratsmehrheit für sich zu gewinnen. Abgestimmt wurde geheim per Stimmzettel, beantragt von Grünen-Fraktionschef Ludger Kannen.

Wann Michael Schell seinen ersten Arbeitstag in Steinfurt haben wird, ist noch nicht ganz klar. Er wird besoldet nach A 16 plus Aufwandsentschädigung. Ursprünglich waren 27 Bewerbungen für den Posten des Ersten Beigeordneten eingegangen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7099128?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker