Bullemänner begeistern im Martin-Luther-Haus
Wer hat hier Muffensausen?

Burgsteinfurt -

„Woanders fliegt das Dach weg, aber nicht im Münsterland, in der Runkeltaiga“, behaupten die Ethnokabarettisten Augustin Upmann und Heinz Weißenberg. Seit 1994 treten sie in alle Fettnäpfchen, die nicht nur ihre geliebte Heimat, südliches Münsterland, oder kurz „Geländedepression“ genannt, für sie bereithält.

Sonntag, 01.12.2019, 16:02 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 15:20 Uhr
Die Bullemänner widmeten sich herrlich bekloppt auch so ernsten Themen wie Gendergerechtigkeit, Klimakatastrophe und Rechtsruck.
Die Bullemänner widmeten sich herrlich bekloppt auch so ernsten Themen wie Gendergerechtigkeit, Klimakatastrophe und Rechtsruck. Foto: Annegret Rose

Bekanntlich spiegelt sich das Weltgeschehen in einem Dorf namens Suchtrup. Seit 2008 hilft die „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba bei den Bullemännern eifrig mit. Aber über einen Namen, indem das Weibliche auftaucht, können sie sich auf der Bühne nicht einigen. Auch das ernste Thema Gendergerechtigkeit wird fein verhohnepipelt, dass alle darüber lachen können.

Wenn es also draußen angesichts von unberechenbaren Inhabern der Weltmacht unheimlich wird, dann tritt das Ethnokabarett an. Leidenschaftlich als Feuerwehrmänner in Uniform. Beeindruckend für die Damenwelt, wie Firefighter Heini alias Weißenberg beinahe am blankem Popo beweisen wollte. Und das am Samstagabend im Martin-Luther- Haus in Burgsteinfurt. Sie reißen mit ihrer Lust am Unsinn alle Zäune der Vernunft ein, sodass den Zuhörern nichts anderes übrig bleibt, als lachend im Stuhl zu hängen. Von wegen „der Zuschauer ist ein scheues Reh“. Trump und Johnson werden als jämmerliche Wischmops vorgeführt, die vom Publikum johlend begrüßt werden.

Der Saal war voll, die Stimmung sehr gut. Wie gewohnt steht Suchtrup im Fokus. Upmann, als Ladenbesitzer Clemens, hat mit seiner Nichte die Plakate für Friday for Future, nicht für Black Friday, gepinselt, aber zum Mettbrötchen wollten die jungen Leute sich nicht hinreißen lassen. Mit schnellem Rollen- und Kostümwechsel handeln sie Angst machende Themen wie Klimakatastrophe, Rechtsruck und Alter ab. Währenddessen erzählt Svoroba jüdische Witze. „Du musst hebräisch lernen, drängt die Großmutter, wenn du in den Himmel kommen willst. Wieso, vielleicht komme ich in die Hölle? Na, lautet die Antwort der Großmutter, Deutsch kannst du doch schon.“

Fazit des Abends: Egal wie schlimm es kommt, Muffensausen haben die anderen, das Münsterland hat die „Bullemänner“.

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