Stromablesen
Stadtwerke von Anfragen überrollt

Steinfurt -

Die Frage ist immer die gleiche: Warum schicken mir die Stadtwerke eine Ablesekarte für meinen Stromzähler, obwohl ich gar kein Stromkunde des Steinfurter Energieversorgers bin? Die Antwort ist so simpel wie einleuchtend: Weil die Stadtwerke seit einem Jahr Eigentümer des örtlichen Stromnetzes und als solcher verpflichtet sind, die Zähler abzulesen.

Mittwoch, 04.12.2019, 17:00 Uhr
In diesen Tagen müssen die Stromzähler abgelesen werden. Dazu haben die Stadtwerke die Karten verschickt.
In diesen Tagen müssen die Stromzähler abgelesen werden. Dazu haben die Stadtwerke die Karten verschickt. Foto: dpa

Die Frage ist immer die gleiche: Warum schicken mir die Stadtwerke eine Ablesekarte für meinen Stromzähler, obwohl ich gar kein Stromkunde des Steinfurter Energieversorgers bin? Die Antwort ist so simpel wie einleuchtend: Weil die Stadtwerke seit einem Jahr Eigentümer des örtlichen Stromnetzes und als solcher verpflichtet sind, die Zähler abzulesen. Offensichtlich hat sich das bei den Steinfurtern mit all seinen Folgen noch nicht so weit herumgesprochen. Stephan Kretzschmar als Leiter der Abteilung Abrechnung schätzt, dass 70 Prozent der Stromabnehmer deshalb gerade die Kundenabteilung des Versorgungsunternehmens kontaktieren. Bei 18 000 Stromzählern kommt das ganz schon was zusammen . . .

„Wir hätten nicht mit so einer Flut von Anfragen gerechnet“, bedauert Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer. Sonst hätte man sich vor dem Verschicken der Ablesekarten Gedanken darüber gemacht, wie die Haushalte besser über das Prozedere hätten informiert werden können. „Wenn ein Kunde uns sagen kann, wie wir es einfacher und besser machen können, nur zu“, ermuntert Echelmeyer die Haushaltsvorstände.

Die Ablesekarten haben die Stadtwerke Ende November an die Steinfurter Haushalte verschickt. Erstmalig für Strom, haben sie doch erst gerade das Netz, also vereinfacht gesagt die Leitungen, durch die der Strom zu den Kunden kommt, von der Westnetz erworben. „Schlagartig sind damit 18 000 Zähler für uns dazugekommen“, so Echelmeyer. Damit erhöht sich die Gesamtzahl von Strom-, Gas- und Wasserzähler auf insgesamt 40 000 im Stadtgebiet. Da es für einen Stromlieferanten aus München keinen Sinn machen würde, in Steinfurt abzulesen, ist der Netzbetreiber, im Steinfurter Fall also die Stadtwerke, dazu verpflichtet. Stephan Kretzschmar: „Sollte ein Kunde seinen Zählerstand nicht an uns übermitteln, wären wir dann gezwungen, den Verbrauch zu schätzen und seinem Lieferanten mitzuteilen.“

Gleiches gilt übrigens für Erdgas. Auch hier sind die Stadtwerke Netzeigentümer, aber nicht zwingend der Lieferant. Nur beim Wasser, da ist alles wie früher: Da bleibt der Versorger Monopolist.

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