Freiwillige Übernahme von Schülerfahrtkosten
Verwaltung warnt vor Ausnahmen

Steinfurt -

Schulamtsleiter Peter Borowiak hat die Mitglieder des Schulausschusses eindringlich davor gewarnt, Ausnahmen von der sogenannten Schülerfahrtkostenverordnung zu machen. „Wir machen ein Fass auf“, erklärte der Verwaltungsfachmann zu den Anträgen von CDU und FWS, freiwillig mehr Geld in den Schülerverkehr pumpen zu wollen, ohne die Kosten zu kennen.

Freitag, 06.12.2019, 19:26 Uhr

Im Zuge der Haushaltsberatungen hatte die FWS den Vorschlag gemacht, die Schulträgerkarte durch ein personenbezogenes Ticket zu ersetzen. Die Karte soll das ganze Jahr an allen Wochentagen rund um die Uhr gültig sein und den jungen Leuten nicht nur dazu dienen, lediglich Schulveranstaltungen besuchen zu können (wir berichteten). „Es war uns klar, dass wir das noch nicht in diesem Jahr bezahlen können“, erklärte Dr. Reinhold Dankel (FWS). Der Antrag sei letztlich deshalb auf den Weg gebracht worden, eine Perspektive aufzuzeigen, wohin die Reise gehen soll.

Die CDU hatte unterdessen angeregt, dass die Stadt zumindest die Fahrtkosten für die Schüler übernimmt, die eine Schule im jeweils anderen Ortsteil besuchen. In diesem Fall müssten die Eltern für das Ticket ihrer Kinder selber aufkommen. Die Union führte an, dass insbesondere Familien mit geringerem Einkommen möglicherweise erheblich belastet werden, wenn sie ihren Kindern den Besuch einer Schule dies- oder jenseits des Buchenbergs ermöglichen wollen, die ihnen als geeigneter erscheint als die Schule in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Gründe könnten etwa der gebundene oder offene Ganztag oder das Fächerangebot sein. Aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, so die CDU, sei es wünschenswert, diese Kosten zu übernehmen, wie es beispielsweise auch geschieht, wenn Schüler des Gymnasiums Borghorst am Unterricht im kooperierenden Gymnasium Emsdetten teilnehmen.

Die Sache wurde kontrovers diskutiert. Von „Insellösungen“ und „neuen Schülerströmen“ war da die Rede oder davon, das Geld besser in den Ausbau des ÖPNV zu stecken. Einigkeit herrschte, dass etwas unternommen werden muss, das die Mobilität der Schüler verbessert. Solange man den Preis nicht kennt, den der Schulträger bezahlen muss, könne kein Beschluss gefasst werden, erklärte Günter Marquard (CDU) und warf den Ball zurück an die Verwaltung, die Kosten zu berechnen. Weitere Beratungen sollen folgen.

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