Tausende Jahre in der Erde
Findling ist Urgestein im wahrsten Sinne

Burgsteinfurt -

Bei Erdarbeiten auf dem Gelände am Friedhof in Burgsteinfurt ist am Donnerstag ein großer Findling entdeckt worden. Sein Gewicht wird auf mehr als zwei Tonnen geschätzt.

Freitag, 13.12.2019, 16:26 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 20:22 Uhr
Da wirkt nicht nur der Pfarrer, sondern sogar die Große Kirche klein: Bei Erdarbeiten direkt gegenüber des Gotteshauses wurde am Donnerstag dieser Findling zu Tage befördert.
Da wirkt nicht nur der Pfarrer, sondern sogar die Große Kirche klein: Bei Erdarbeiten direkt gegenüber des Gotteshauses wurde am Donnerstag dieser Findling zu Tage befördert. Foto: rs

Guido Meyer-Wirsching, das muss zweifelsfrei festgestellt werden, ist ein gestandener Mann. Doch neben dem Findling, der am Donnerstag bei den dem Abbruch der alten Wohnhäuser am Friedhof folgenden Erdarbeiten zu Tage befördert wurde, sieht der Pastor – mit Verlaub – fast schon ein wenig zerbrechlich aus.

Auf „mehr als zwei Tonnen“ schätzt Jan Plass das Gewicht des Eiszeit-Riesen. Und Plass muss es wissen. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Firma für Erdbewegungen aus Wettringen hatte den Brocken am Nachmittag plötzlich auf der Baggerschaufel. Das Streifenfundament der alten Häuser sei seinerzeit einfach um den Findling herumgelegt worden, berichtet der Wettringer. Zu aufwendig wäre es wohl gewesen, ihn zu bergen und beiseite zu räumen. Also ließ man ihn an Ort und Stelle. Gerade dort, wo er wahrscheinlich viele Tausend Jahren auch schon gelegen hat. Schließlich liegt die letzte Eiszeit schon 10 000 Jahre zurück.

Jetzt ist für das Fundstück eine neue Zeitrechnung angebrochen. Der massive Klotz wird erst einmal auf dem Grundstück, auf dem später Wohnhäuser entstehen sollen, abgelegt. „Dass er geklaut wird, ist ja eher unwahrscheinlich“, merkt Meyer-Wirsching mit seinem ihm eigenen direkten Humor an. Ob er später an markanterer Stelle zu Ehren kommt – sozusagen als „Brocken von Burgsteinfurt“? „Wir haben in Kürze eine Presbyteriums-Sitzung, ich werde das mal ansprechen“, sagt der Pfarrer und blickt auf den beeindruckenden Zeugen der Vergangenheit.

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