Ein Jahr und zehn Monate Gefängnis
19-Jähriger lässt die Fäuste fliegen

Steinfurt -

Nur zehn Tage nach seiner Haftentlassung hat ein 19-jähriger Steinfurter am Rande eines Schützenfestes am 27. Juli die Fäuste fliegen lassen und seinen Kontrahenten so stark in den Schwitzkasten genommen, dass sein Opfer in Atemnot geriet. Am Montag ist der Fall vor dem Amtsgericht Rheine verhandelt worden. Wegen Körperverletzung in drei Fällen hat ihn das Jugendschöffengericht zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis, zunächst ohne Bewährung, verurteilt.   Foto:

Montag, 16.12.2019, 16:00 Uhr

Ein Urteil vom 9. Januar ist in die Gesamtstrafe einbezogen worden. Erst in sechs Monaten soll über eine Bewährung entschieden werden, wenn der Angeklagte straffrei bleibt und alle Auflagen erfüllt. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre mit Bewährung beantragt, weil sie in seinem Lebenslauf „erste Lichtblicke“ erkannt hatte. Sein Bewährungshelfer bewahrte ihn letztendlich vor dem direkten Wiedereinzug ins Gefängnis, riet aber von dem Antrag der Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens ab.

„Der Angeklagte hat mir gegenüber von einer Beleidigung und nicht von Körperverletzung gesprochen“, sagte der Sozialarbeiter und sah darin eine bewusste Bagatellisierung, „die mir Sorgen macht“. Dennoch beschrieb er eine im Grunde positive Entwicklung mit einem Arbeitsplatz und einer festen Beziehung, die seinem Leben Struktur gebe. Dem Angeklagten wurden 1000 Euro in Raten an den Verein zur Bewährungshilfe auferlegt sowie ein Anti-Aggressionstraining. „Folgen Sie den Auflagen nicht, stecke ich Sie ins Gefängnis“, verdeutlichte der Richter Konsequenzen. Jetzt hat der Angeklagte es in der Hand, das Strafmaß abzusitzen oder sich gesetzestreu zu verhalten. „Sie haben unzählige Straftaten begangen, die alle jugendtypisch sind“, hielt der Richter ihm vor.

Auf dem Schützenfest war es zwischen dem Angeklagten und dem Opfer nach anfänglich netter Unterhaltung über die Ex-Freundinnen aus Eifersucht zu der körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Der Angeklagte räumte die Tat grundsätzlich ein. Der Geschädigte bestätigte, dass er ihn am Hals hochgezogen und er keine Luft mehr bekommen habe, „auch, weil ich herzkrank bin“. Am Ende entschuldigte sich der Angeklagte mit einem Handschlag bei ihm. „Ist okay“, sagte der Zeuge. Er habe sich die Entschuldigung allerdings schon eher gewünscht.

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