Bürgerbusverein feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen
Stadtteilverbindendes Erfolgsmodell in Rot

Steinfurt -

Ferdi Brust kann sich noch gut dran erinnern: Schon einen Tag nach der Informationsveranstaltung in Saerbeck zum Bürgerbus stand er mit den Männern der ersten Stunde vor dem großen Stadtplan im Rathaus. „Gemeinsam haben wir dort die ersten Haltestellen festgelegt. Krankenhaus, Friedhöfe und die großen Einkaufszentren in beiden Stadtteilen.“ Schon ein halbes Jahr später war der Steinfurter Bürgerbusverein gegründet. Im August feiert der Verein sein zehnjährige Bestehen. Mittlerweile ist der rote Flitzer als stadtteilverbindendes Mobilitätsangebot aus Steinfurt gar nicht mehr wegzudenken.

Mittwoch, 08.01.2020, 17:00 Uhr
Angela Böcker war der 10 000. Fahrgast des Bürgerbusses. Das Foto ist mittlerweile über sechs Jahre alt. Inzwischen hat sich die Gesamtzahl auf fast 70 000 erhöht.
Angela Böcker war der 10 000. Fahrgast des Bürgerbusses. Das Foto ist mittlerweile über sechs Jahre alt. Inzwischen hat sich die Gesamtzahl auf fast 70 000 erhöht. Foto: Bage

Ferdi Brust als Vorsitzender ist überzeugt: „Der Bus ist ein Erfolgsmodell.“ Um das zu beweisen, genügt ihm ein Blick in die Statistik. Die Kurve für die Fahrgastzahlen weist steil nach oben. Seitdem der Kleinbus das erste Mal die 60 Haltestellen abklapperte, das war im Jahr 2011, haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt. Und, darauf ist Ferdi Brust besonders stolz, durch den großen Zuspruch konnte der Bus in schöner Regelmäßigkeit ein finanzielles Plus einfahren. Dadurch wird die Stadtkasse geschont. Im Fall der Fälle müsste sie nämlich etwaige Verluste ausgleichen. Ferdi Brust schaut auch schon mal auf das Jahresergebnis 2019: „Es deutet alles darauf hin, dass wir eine schwarze Null geschafft haben.“

Dass der Betrieb so rund läuft wie ein gut geschmierter Schiffsdiesel, liegt in erster Linie daran, dass in Verein und Vorstand ein Rädchen perfekt in das andere greift, wie Ferdi Brust betont. Das fange bei der motivierten Crew von 46 Fahrerinnen und Fahrern an, setze sich über die Führungspositionen fort und ende bei den Fördermitgliedern, die mit ihren Beiträgen das Vereinsleben befeuern. Damit sich kein Sand im Getriebe festsetzt, treffen sich die Verantwortlichen regelmäßig montags zu einer kurzen Sitzung. Zu regeln gibt es eine Menge. Ferdi Brust: „Wartung oder Reinigung des Busses, Fahrplanänderungen, die Dienstpläne, Absprachen mit der Stadt oder dem RVM, die meisten Menschen machen sich kein Bild davon, was sich hinter den Kulissen so alles tut.“

Wenig Probleme gibt es beim Personal. „Mit dem Pool von 46 Köpfen kommen wir gut klar“, freut sich der Vorsitzende. Allerdings gilt es aufgrund der Altersstruktur, immer wieder jüngeren Nachwuchs für die Mannschaft zu rekrutieren. Um die einzelnen Schichten zu besetzen, jeder Chauffeur dreht in der Regel eine Stadtrunde, die zwei Stunden dauert, greifen die Bürgerbusler auf moderne Digitaltechnik zurück. Die Fahrer haben eine App, in der sie sich selber eintragen können.

Jedes Jahr feilt der Bürgerbus-Vorstand am Fahrplan. Meistens sind es Kleinigkeiten, die zur Verbesserung des Angebots beitragen sollen. Dadurch hat sich der Neunsitzer mittlerweile so etabliert, dass längst nicht nur Senioren mitfahren. Ferdi Brust: „Wir haben vom Schüler bis zum Senior alles dabei.“

Zu einem runden Geburtstag blicken die Verantwortlichen natürlich gerne in die Zukunft. Ferdi Brust muss nicht lange überlegen. Eine Vision drängt sich für ihn nahezu auf: „Der Ein-Stunden-Takt wäre super. Dann bräuchten wir allerdings ein zweites Auto . . ..“

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