Sperrmüllaufkommen in Steinfurt steigt stetig an
Hoher Konsum = mehr Abfall

Steinfurt -

Ist es eine steigende Zahl von Haushaltsauflösungen oder Folge der allgemein hohen Konsumneigung? Der städtische Abfallberater Kurt Enting kann ob der Ursachen nur mutmaßen, hat es jedoch schwarz auf weiß: Das Sperrmüll-Volumen, das die Steinfurter anhäufen, steigt stetig an. im vergangenen Jahr produzierten die etwas mehr als 33 000 Einwohner der Kreisstadt stattliche 317,17 Tonnen dieser Müllfraktion. „2014 lagen wir beispielsweise noch bei 216 Tonnen“, sagt Enting. Ein Anstieg um fast ein Drittel.

Montag, 03.02.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 16:34 Uhr
Wenn in Steinfurt Sperrmüll abgeholt werden soll, kommen die Müllwerker der Firma Ahlert aus Greven auf Anforderung. Die Zeiten fester Abfuhrtermine sind längst passé.
Wenn in Steinfurt Sperrmüll abgeholt werden soll, kommen die Müllwerker der Firma Ahlert aus Greven auf Anforderung. Die Zeiten fester Abfuhrtermine sind längst passé.

Ist es eine steigende Zahl von Haushaltsauflösungen oder Folge der allgemein hohen Konsumneigung? Der städtische Abfallberater Kurt Enting kann ob der Ursachen nur mutmaßen, hat es jedoch schwarz auf weiß: Das Sperrmüll-Volumen, das die Steinfurter anhäufen, steigt stetig an. Im vergangenen Jahr produzierten die etwas mehr als 33 000 Einwohner der Kreisstadt stattliche 317,17 Tonnen dieser Müllfraktion. „2014 lagen wir beispielsweise noch bei 216 Tonnen“, sagt Enting. Ein Anstieg um fast ein Drittel.

Und das ist noch nicht alles: Denn erfasst werden von der Stadt nur die Mengen an Sperrmüll, die vom Entsorgungspartner Ahlert aus Greven auf Anfrage abgeholt werden. Die persönliche Abgabe am Wertstoffhof oder auf der Deponie in Altenberge, die auch möglich ist, ist in der Statistik nicht wiedergegeben.

Wer alte Matratzen, Möbel, Fahrräder oder Teppiche über den Abholservice der Stadt entsorgen lassen möchte, der muss diese exakt auf einem Anmeldebogen angeben – und zunächst eine Gebühr in Höhe von pauschal 15 Euro entrichten. 2019 war das 714 Mal der Fall, weitere 116 Anmeldungen bezogen sich ausschließlich auf Elektro-Großgeräte. Auch hier gab es im Vergleich zu vor fünf Jahren einen klaren Anstieg: 2014 gab es noch 463 Sperrmüllanmeldungen, 77 Mal wollten Bürger ein Elektro-Großgerät loswerden, berichtet Enting. Die maximale Anzahl von Sperrmüllabholungen pro Haushalt ist zwei Mal jährlich. Die Kosten werden aus dem allgemeinen Gebührenhaushalt des Bereiches Entsorgung querfinanziert.

Enting spricht von einem guten Preis-Leistungsverhältnis, schließlich müsse der Bürger den Sperrmüll nicht zur Entsorgungsstelle bringen. „Diesen Service halten wir für wichtig und wollen ihn angesichts der demografischen Entwicklung auch weiterhin beibehalten“, versichert der Abfallberater der Stadt.

Ist die Gebühr überwiesen, wird der Anmeldebogen an die Firma Ahlert weitergeleitet. „Wir sammeln die Anmeldungen und stellen eine Tour zusammen, wenn aus unserer Sicht die Wirtschaftlichkeit gegeben ist“, erklärt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Das sei im Durchschnitt alle drei Wochen der Fall.

Wenn dann etwas mehr am Straßenrand steht als in der Auflistung angegeben, dann sei das in der Regel auch kein Problem, sagt Kurt Enting. Die Ahlert-Mitarbeiter drücken auch mal ein Auge zu. Es gebe aber Grenzen. „Schließlich hat so ein Müllfahrzeuge nicht unbegrenzte Kapazitäten.“ Wichtig sei, dass der Sperrmüll in „handliche“ Chargen aufgeteilt wird, so dass es von dem Ahlert-Mitarbeitern auch entsprechend verladen werden kann.

Feste Abfuhrtage, in mancher Nachbarkommune noch bis jüngst üblich, gibt es in Steinfurt schon seit Längerem nicht mehr. Das Anforderungssystem habe sich bewährt, sagt Enting – auch wenn die Schulkinder heutzutage auf die früher so beliebten Sperrmüllstreifzüge mit manch spannender Entdeckung verzichten müssen. Zunehmender Mülltourismus von Schrottsammlern, die sogar aus dem Ausland anreisten, für Verkehrsprobleme sorgten und oftmals zerfledderte Sperrmüllhaufen zurückließen, hatten dann aber letztlich zum Systemwechsel geführt. Enting: „Wir haben einfach eine bessere Kontrollfunktion, da wir im Vorfeld wissen, was da an der Straße steht.“ Und das wird, wie gesagt, immer mehr.

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