Sturm „Sabine“ fegte gnädig über Steinfurt hinweg
„Mit blauem Auge davongekommen“

Steinfurt -

„Sabine“ blies zwar heftig, größere Schäden blieben in Steinfurt und Umgebung glücklicherweise aus. Nicht nur die Feuerwehr hatte mit Schlimmerem gerechnet.

Montag, 10.02.2020, 17:46 Uhr
Bauzäune und mobile Toiletten hielten dem Sturm oftmals nicht stand.
Bauzäune und mobile Toiletten hielten dem Sturm oftmals nicht stand. Foto: Axel Roll

Mal ein Baugerüst, dann ein Telefonmast, gefolgt von dem einen oder anderen Baum, ein umgestürzter Altkleidercontainer – das war es aber schon bald in der Einsatzstatistik der Steinfurter Feuerwehr. Sturmtief „Sabine“ ging gnädig mit den Steinfurtern um und fegte über Stadt und Umland hinweg, ohne größere Schäden zu hinterlassen. „Wir hatten schon weitaus schlimmere Sturmeinsätze“, berichtete Marc Telgmann von der Steinfurter Wehr – und befand sich mit dieser Einschätzung in guter Gesellschaft, wie eine Umfrage dieser Zeitung am Montagmorgen nach einer windigen Nacht ergab . . .

Bei der Feuerwehr läuteten am Sonntagnachmittag erstmalig die Alarmglocken. Bis zum frühen Morgen so gegen 1.30 Uhr rückten die Kameraden aus beiden Stadtteilen „dann immer mal wieder aus“, so Marc Telgmann, um Sturmschäden der leichteren Art aus dem Weg zu räumen. Eine anfänglich angeordnete Bereitschaft wurde am Abend dann auch schon wieder aufgelöst, die Feuerwehrgerätehäuser dauerhaft zu besetzen, war nicht mehr notwendig. Die relativ entspannte Lage, Marc Telgmann zählte insgesamt rund 20 Einsätze, setzte sich am Montagmorgen fort. „Normalerweise ist es so, dass wir am Morgen danach immer noch mal ausrücken, weil die Bürger dann den einen oder anderen Schaden erst im Hellen bemerken“, so der Feuerwehrmann. Aber auch das sei diesmal ausgeblieben.

„Wir sind mit einem blauem Auge davongekommen“, atmete auch Olaf Hoffmann, Revierförster der Fürst zu Bentheimischen Domänenkammer, gestern Vormittag auf. Im Buchenberg-Bagno-Bereich seien zwar einzelne Bäume umgefallen. Befürchtungen, die besonders vom Borkenkäfer oder anderen Krankheiten befallenen Bestände würden dem Wind nicht standhalten, sind nicht eingetreten. „Kein Vergleich zu 2018“, rief Hoffmann die teilweise massiven Schäden in Erinnerung, die Sturmtief Friederike am 18. Januar vor zwei Jahren hinterlassen hatte. Anlass für das Regionalforstamt, die Wälder zu sperren, gebe es nicht, erklärte Hoffmann auf Nachfrage, riet aber allen Waldbesuchern, den gesunden Menschenverstand beim Spaziergang oder Sport entlang der Wege einzuschalten. „Sabine“ habe jede Menge Totholz von den Bäumen gelöst. Viel davon hänge in den Ästen. „Wenn da was aus den Kronen auf den Boden knallt, kann das sehr gefährlich werden“, warnte Hoffmann unbedingt davor, die Wege zu verlassen. Die Gefahren seien unberechenbar.

Bei den örtlichen Versicherern war die Lage am Vormittag überschaubar. Thorsten Kolthoff von der Provizial berichtete davon, dass er mit größeren Schäden gerechnet habe. Überwiegend seien Pfannen von den Dächern gepustet worden, hier und da auch mal eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen. Kolthoff: „Das hält sich alles noch im Rahmen.“

Den Windrädern in Hollich und Sellen konnte Sabine nichts anhaben. Bürgerwindpark-Geschäftsführer Gerd Göckenjan verwies auf allerlei Sicherheitssysteme, die die Anlagen automatisch abschalten und die Rotorblätter so drehen lassen, dass sie dem Wind keine Angriffsmöglichkeiten bieten. Maximal eine Viertelstunde hätten alle Räder in der Nacht mal stillgestanden. „Alles läuft wieder“, war Göckenjan am Telefon die Ruhe selbst.

Peter Borowiak als Leiter des Fachdienstes Bildung, Jugend und Sport sind keine Komplikationen, zu den am Wochenende verkündeten Schulschließungen zu Ohren gekommen. „Bei diesem Thema funktioniert die Informationskette eigentlich immer sehr zuverlässig“, schmunzelte der Fachdienstleiter. „Nur sehr vereinzelt“, seien nach seinen Informationen Kinder zur Schule gekommen. Trotzdem sei natürlich, wie angekündigt, jede Schule verpflichtet gewesen, eine Betreuung für Schüler, die nicht hätten zu Hause bleiben können, anzubieten. Das sei auch kein Problem gewesen. „Schließlich hatten die Lehrer ja kein schulfrei.“

Kerstin Timmers, Leiterin des städtischen Bauhofs, atmete am Montagmorgen ebenfalls entspannt durch. „Natürlich gab es den einen oder anderen Anruf, aber größere Sturmschäden mussten wir nicht beseitigen“, fiel ihre Bilanz zum Gastspiel von „Sabine“ ebenfalls nicht sonderlich besorgniserregend aus. Am Montagmorgen waren die Kollegen unterwegs, um heruntergewehte Zweige von den Straßen zu fegen. Aber alles „nur Kleinigkeiten“, so Kerstin Timmers. Die Wochenendbereitschaft war zwar mal unterwegs. Die Fachdienstleiterin: „Das hatte aber nix mit dem Sturm zu tun. Das war eine Ölspur, die die Kollegen beseitigen mussten.“

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