Münsterische Kreissynode wählt in zwei Wochen
Holger Erdmann bewirbt sich als Superintendent

Borghorst/Münster -

Holger Erdmann hat sich als Superintendent für den münsterischen Kirchenkreis beworben. Wie der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Borghorst Horstmar auf Anfrage bestätigte, hat er seine Bewerbung als Nachfolger des plötzlich verstorbenen Ulf Schlien im Dezember eingereicht.

Dienstag, 18.02.2020, 19:34 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 15:20 Uhr
Ein Bild aus dem Archiv: Pfarrer Holger Erdmann hat sich als Superintendent in Münster beworben.
Ein Bild aus dem Archiv: Pfarrer Holger Erdmann hat sich als Superintendent in Münster beworben. Foto: ar

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Nur zwei Tage vor der Kirchenwahl am 1. März in den Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen tritt die münsterische Kreissynode in der dortigen Erlöserkirche noch einmal zusammen, um den neuen Superintendenten zu wählen. Holger Erdmann tritt gegen Kirchenrätin Daniela Fricke, „Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung“ (Landeskirchenamt Bielefeld), sowie Dr. Lutz Meyer, Pfarrer der St.-Nicolai-Gemeinde in Cuxhaven-Altenbruch (Landeskirche Hannover) an.

„Ich bin 48 Jahre alt und wenn ich mich noch einmal verändern möchte, dann jetzt“, erläuterte Holger Erdmann den Grund für seine Bewerbung. Er ist jetzt insgesamt 17 Jahre in Borghorst, seit September 2005 als Pfarrer. „Ich gestalte gerne Kirche, ich kann gut in Strukturen denken und mit Menschen umgehen“, ist Erdmann überzeugt, die Voraussetzungen für so eine Führungsposition mitzubringen. Er habe sich nach der Ausschreibung erst selbst Gedanken gemacht und sich dann mit Freunden beraten. Natürlich, so macht der Pfarrer klar, würde er mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen. „Aber für mich hat das den Vorteil, dass ich nichts verliere, wenn ich nicht gewählt werde“, sieht er der entscheidenden Sitzung relativ gelassen entgegen.

Auf die drei Kandidaten hatte sich der Nominierungsausschuss des Kirchenkreises unter dem Vorsitz von Pfarrer Thomas Groll sowie der Kreis­synodalvorstand zuvor geeinigt. Das Bewerberfeld war deutlich größer: Pfarrer Groll, der zugleich das Amt des Superintendenten kommissarisch ausübt, berichtete von zahlreichen Reaktionen auf die am ersten Advent 2019 veröffentlichte Stellenanzeige.

Die über 100 Mitglieder der Synode haben jetzt zehn Tage Zeit, sich über die Bewerbungen zu informieren. Auf der Synode am 28. Februar werden sich die drei Gäste jeweils mit einem Vortrag präsentieren und anschließend für Fragen zur Verfügung stehen. Eine Wahl noch am selben Tag gilt als wichtig – sonst müsste die Konstituierung der neuen Kreissynode abgewartet werden, was einige Monate dauern kann.

Ein Superintendent oder eine Superintendentin wird für acht Jahre gewählt. Zu den Aufgaben gehört die Leitung des Kirchenkreises gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des Kreissynodalvorstandes, die Vertretung der Kirche nach außen sowie die Dienstaufsicht über die Pfarrerinnen und Pfarrer und weiteren Mitarbeiter.

Holger Erdmann war im Herbst 2005 als einziger Bewerber einstimmig vom örtlichen Presbyterium als Pfarrer gewählt worden. Er trat damals die Nachfolge von Joachim Erdmann an, der nach 14 Jahren Borghorst verlassen hatte, um Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Burgsteinfurt zu werden.

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