Spielplatzplanung: Verwaltung stellt Alternativstandort für das Vorstädter-Thema „Neue Energien“ vor
Zwei Fliegen mit einer Klappe

Steinfurt -

Die Idee der Vorstädter Schützen zur Errichtung eines Spielplatzes zum Thema „Neue Energien“ ist am Standort Engelings Haar tot. Nicht aber an anderer Stelle: Die Verwaltung stellte jetzt im Sozialausschuss einen Alternativvorschlag auf dem Areal zwischen Realschule und Schule am Bagno in Burgsteinfurt vor. Grundsätzlich stieß dieser Vorstoß auf Zustimmung.

Mittwoch, 19.02.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 16:27 Uhr
Zentrales Element des neuen Spielplatzes Altemarktstraße/Alleestraße ist ein Piratenschiff. Aber auch die weitere Ausstattung kann sich sehen lassen.
Zentrales Element des neuen Spielplatzes Altemarktstraße/Alleestraße ist ein Piratenschiff. Aber auch die weitere Ausstattung kann sich sehen lassen. Foto: Kompan GmbH

Die Idee der „Vorstädter Sonne“, eines Spielplatzes zum Thema „Neue Energien“ der gleichnamigen Burgsteinfurter Schützen, hat – wie berichtet – auf dem Vereinsgelände am Engelings Haar keine Zukunft. Zu groß war der Protest von Anwohnern, die befürchteten, dass aufgrund der Attraktivität und der Besonderheit des Spielfeldes Lärm Überhand nehmen könnte. Gestorben ist das Vorhaben deshalb indes noch lange nicht: In der Sitzung des Sozialausschusses präsentierte Ute Kriens vom Fachdienst Bildung, Jugend und Sport der Stadtverwaltung am Dienstag einen von der Interessengruppe in Zusammenarbeit mit der Stadt erarbeiteten Alternativvorschlag für eine Verwirklichung an anderer Stelle in Burgsteinfurt: auf dem Gelände zwischen der Schule am Bagno und Realschule.

„Wir fanden die Idee der Vorstädter sehr interessant und haben sie gerne aufgenommen“, sagte Ute Kriens vor dem Ausschuss. Mit einer Realisierung am Alternativstandort könnten zudem zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Würde doch nicht nur ein attraktiver Quartiersspielplatz geschaffen, sondern auch die Schulhöfe der beiden anliegenden weiterführenden Schulen attraktiver gestaltet. „Wir denken, dass das Thema Neue Energien dort sehr gut umsetzbar ist“, ergänzte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer. Entsprechende Gespräche mit den Stadtwerken als Unterstützer und Betreiber des nahe gelegenen Freibads (Kriens: „Vielleicht ergeben sich dadurch ja weitere Synergie-Effekte“) seien bereits geführt worden.

Wie wichtig der Aspekt der Schulhofeinbindung ist, machte Günter Gromotka (CDU) deutlich: „Kinder und Jugendliche bleiben heutzutage teils bis spät in den Nachmittag in der Schule. Wir müssen daher dafür sorgen, dass ihnen attraktive Möglichkeiten geboten werden, sich als Ausgleich in Pausen entsprechend bewegen zu können.“ Erreicht werden soll dies, so Ute Kriens, neben einer entsprechenden Ausstattung mit Spiel- und Sportgeräten durch eine hügelige Topografie.

Ingeborg Rowedda (fraktionslos) befand die Idee des Quartiersspielplatzes an den Schulen grundsätzlich als gut, mahnte aber auch an, das Augenmerk auf dezentraler gelegene Spielplätze im Rahmen der Spielplatzbedarfsplanung nicht zu verlieren. So werde sichergestellt, dass Kinder aktiv ihre Umwelt und damit die Stadt kennenlernen.

Die Politik wird sich nunmehr mit dem Thema intensiver beschäftigen. Vorgetragen hatte die Idee der Technische Beigeordnete Hans Schröder zuvor auch schon im Bauausschuss.

Einen weiteren, ebenfalls thematisch orientierten Spielplatz stellte Ute Kriens mit dem neu geschaffenen Areal an der Altemarktstraße/Alleestraße in Borghorst vor. Es ist der erste Spielplatz, der nach dem neuen Konzept der Bedarfsplanung entsteht. Dessen Grundsatz lautet: Alte, nicht mehr genutzte Spielplätze werden in Bauland umgewandelt, 50 Prozent des Verkaufserlöses wird für die Anlegung neuer Spielplätze an geeigneten Standorten investiert.

Grundlegender Bestandteil ist die Beteiligung nicht nur der Anwohner, sondern auch der späteren Nutzer, der Kinder selbst. Im konkreten Fall fanden Workshops mit Kinder der Elterninitiative „Spatzennest“ statt. Und die entschieden sich an der Altemarktstraße/Alleestraße für einen Piraten-Spielplatz. Ein stilisiertes Piratenschiff wird denn auch zentrales Spielelement sein.

Bis sie ihr neues Spielareal in Beschlag nehmen können, müssen sich die Kinder indes noch ein wenig gedulden. Wegen des nasskalten Wetters konnte mit den vorbereitenden Erdarbeiten für die Aufstellung der Spielgeräte noch nicht begonnen werden. Ute Kriens hofft, dass das im März nachgeholt werden kann. Danach soll alles ganz schnell gehen: Die Spielgeräte seien abholbereit, als überwiegender Bodenbelag soll schnell verlegbarer Rollrasen verwendet werden.

Bleibt noch die Frage, was am Engelings Haar passiert: Wir werden dort einen normal ausgestatteten Spielplatz anlegen, denn der Bedarf eines solchen ist gegeben, kündigte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer an.

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