Karnevalsumzug soll nachgeholt werden
Borghorster Rosensonntagsumzug im Sommer?

Borghorst -

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Der ausgefallene Rosensonntagsumzug in Borghorst soll auf jeden Fall nachgeholt werden. Wann, das ist noch nicht klar. Und auch bei der nicht ganz ernst gemeinten Ursachenforschung, warum es zweimal hintereinander bei den Umzügen regnen konnte, sind die Vereinigten noch nicht weiter.

Sonntag, 23.02.2020, 16:34 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 16:53 Uhr
Das närrische Jungvolk hatte den Schock über die Absage schnell verdaut. Im Zelt auf dem Neuen Markt wurde kräftig gefeiert.
Das närrische Jungvolk hatte den Schock über die Absage schnell verdaut. Im Zelt auf dem Neuen Markt wurde kräftig gefeiert. Foto: Axel Roll

Zugleiter Jürgen Thier war zwar frustriert, der Ärger über den abgeblasenen Rosensonntagsumzug konnte den Schalk im Nacken aber nicht vertreiben: „Seitdem ich den Job mache, haben wir schlechtes Wetter“, schimpfte das Mitglied des Karnevalskomitees der Vereinigten Schützen, „vielleicht sollte ich zurücktreten.“ Im vergangenen Jahr hatte er die Verantwortung für die größte Freiluft-Party der Stadt übernommen, da regnete es das erste Mal seit zwei Jahrzehnten. Und dann gestern die Absage. So schnell will Jürgen Thier die sprichwörtliche Flinte doch nicht ins Korn werfen. Wahrscheinlich dauert es kein ganzes Jahr mehr, bis er beweisen kann, dass er einen Lindwurm der Freude auch ohne Regen organisieren kann. Der am Sonntag ausgefallene Umzug soll nämlich zügig nachgeholt werden. . .

Die Verantwortlichen hatten buchstäblich bis zur letzten Minute mit ihrer folgenschweren Entscheidung gewartet, wie Susanne Laumann vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung am Telefon erläuterte: „Wir haben immer noch gehofft, dass es Entwarnung an der Sturmfront gibt.“ Die gab es aber nicht. Darum um kurz vor elf die mit Feuerwehr und Polizei abgestimmte Absage. Da saßen die Sicherheitskräfte einer auswärtigen Firma, die für das Event verpflichtet worden waren, schon fast im Auto.

„Das hätte übel enden können“

Auch wenn die Karnevalisten, an erster Stelle natürlich Stadtprinz Frank, eine ganz dicke Träne im Kostüm-Knopfloch hatten, gab es um die Entscheidung selbst keine Diskussionen. „Die Sicherheit geht vor“, sagte Vereinigten-Präsident Matthias Heerdt auch im Namen des Dreigestirns, das am Nachmittag seelischen Beistand vom eigenen Elferrat benötigte, um über den bösen Streich von Petrus hinwegzukommen.

Susanne Laumann fasste noch einmal zusammen, was alles hätte passieren können, wenn der Umzug doch gestartet wäre: „Die Karnevalswagen mit ihren Aufbauten sind für den Wind besonders anfällig. Das hätte übel enden können.“ Nicht zuletzt durch herabstürzende Äste, Dachpfannen, Absperrungen oder andere Gegenstände.

Die Mitarbeiterin des Fachdienst Sicherheit und Ordnung betont, dass sich alle Beteiligten die Entscheidung nicht leicht gemacht hätten. „Laut den Prognosen vom Samstag hatten wir eigentlich Hoffnung, dass es am Sonntag gut geht“, so Susanne Laumann. Am Morgen sah es aber wieder schlimmer aus. Als Gronau, Everswinkel und Oldenzaal abgesagt hätten, sei klar gewesen, dass die Borghorster auf ihren Lindwurm der Freude verzichten mussten.

Nachholtermin wird noch gesucht

Eine konkreten Termin gibt es natürlich noch nicht. Aber dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist, wie es Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer ausdrückte, darüber sind sich die Karnevalisten jetzt schon einig. „Der Zug muss auf jeden Fall nachgeholt werden“, meint Steinfurts erste Bürgerin. „Ein Umzug im Sommer hätte doch einen ganz besonderen Charme“, ist sich Claudia Bögel-Hoyer sicher. Sie nutzte übrigens den freigewordenen Sonntagnachmittag, um ihre Erkältung auf dem heimischen Sofa zu pflegen.

Auch Vereinigten-Präsident Matthias Heerdt dachte am Sonntag schon darüber nach, wie sich ein neuer Termin für den Umzug am einfachsten organisieren lässt. „Wir müssen ihn nachholen. Die Vereine haben sich so viel Arbeit gemacht. Das wäre total schade, wenn das alles umsonst gewesen wäre“, sagte der Präsident des Karnevalskomitees auf Anfrage. Von den Tonnen von Kamelle, die die Zugteilnehmer eingekauft haben, ganz zu schweigen.

Sonderlich große Erfahrung im Nachholen haben die Vereinigten nicht. „Bislang ist in Borghorst der Umzug nur einmal ausgefallen. Das war Anfang der 90er Jahre beim Golfkrieg“, blickte Heerdt in die Annalen. Von schlimmen Wetterkapriolen sei der Rosensonntag bislang immer verschont geblieben. Im Gegensatz zum höchsten Feiertag der Karnevalisten, dem Rosenmontag. Aber auch der Präsident ist sich sicher: Mit seinem Zug­leiter hat das alles nix zu tun. . .

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