Vereine üben in Umfrage zur Sportentwicklungsplanung heftige Kritik
Schlechte Noten für die Stadt

Steinfurt -

Mit dem Zeugnis, das die Sportvereine der Stadt ausstellen, wäre eine Versetzung nicht zu schaffen. In 17 Fächern, für die die Freizeitsportler der Stadt Noten ausstellen, hagelt es Vieren und Fünfen.

Donnerstag, 05.03.2020, 15:52 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 15:46 Uhr
Das Hermann-Fründt-Stadion hat schon einen neuen Kunstrasen, jetzt soll die komplette Anlage für eine Million Euro zu einem Sportpark ausgebaut werden.
Das Hermann-Fründt-Stadion hat schon einen neuen Kunstrasen, jetzt soll die komplette Anlage für eine Million Euro zu einem Sportpark ausgebaut werden. Foto: Axel Roll

Unterstützung bei Genehmigungsverfahren, Qualität der Sportstätten, Nachvollziehbarkeit sportpolitischer Entscheidungen, Förderung des Ehrenamtes, finanzielle Unterstützung, Information und Beratung – alles Bereiche, in denen sich die Sportvereine mehr Engagement aus dem Rathaus wünschen. Auch im Vergleich mit 26 anderen Kommunen landet Steinfurt mit diesen Bewertungen bei den Sitzenbleibern. „Die Bewertungen liegen teils deutlich unterhalb des Vergleichswertes“, haben die Verfasser des „Abschlussberichtes zur kommunalen Sportentwicklungsplanung“ der Stadt ins Klassenbuch geschrieben.

Den Mitgliedern des zuständigen Ratsausschusses wurde der 86 Seiten umfassende Bericht über die Sportsituation in der Stadt am Donnerstagabend vorgelegt. Er soll für künftige Entscheidungen, die Schul- wie Vereinssport betreffen, als Grundlage dienen.

In der Beratungsvorlage für den Sportausschuss, in der übrigens von der heftigen Kritik der Vereine keine Rede ist, werden die geplante Sanierung des Hermann-Fründt-Stadions sowie die Schulhofgestaltung am Arnoldinum als Starterprojekte aufgeführt. In Borghorst soll bekanntlich ein Sportpark entstehen, finanziert durch einen 900 000-Euro-Zuschuss des Bundes. Damit werden die Umkleiden, Laufbahn, Sportausstattung, Rasen, Tore und Geländer erneuert. Am Gymnasium Arnoldinum soll der Schulhof umgestaltet werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Bewegungsmöglichkeiten zu verbessern.

In Steinfurt gab es am Stichtag 1. Januar 2018 41 Sportvereine mit 13 045 Mitgliedern. Der kleinste Verein, Lebe Bewegung, hatte sieben, der größte, der TV Borghorst, 1902 Mitglieder. Wie aus dem Sportentwicklungsplan weiter hervorgeht, hat Steinfurt mit 37,5 Prozent einen sehr hohen Organisationsgrad, der auch über dem landesweiten liegt.

Diese Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesamtentwicklung eine negative ist. Innerhalb von fünf Jahren schrumpfte die Mitgliederzahl von 14 248 auf 13 045. Das sind neun Prozent. Die Autoren des Abschlussberichts kommen zu dem Schluss: „Diese Entwicklung sollte die Vereine aufhorchen lassen und zum Handeln bewegen.“

Allerdings sind von diesem Abwärtstrend nicht alle Vereine betroffen. Im Vergleichszeitraum trifft es zum Beispiel den Turnerbund mit einem Verlust von mehr als einem Viertel der Mitglieder am härtesten. Profiteur ist der Breitensport Burgsteinfurt, der einen Zuwachs von 11,7 Prozent verzeichnete. Generell rät die Sportentwicklungsplanung, die Sportangebote „kritisch zu überprüfen und neue Angebote für unterschiedliche Zielgruppen bereitzustellen“. So lautet auch eines der Leitziele, die abschließend in dem Bericht formuliert werden. Um ein weiteres drängendes Problem der Vereine zu lösen, soll in der Stadt „die Unterstützung und Wertschätzung von ehrenamtlich Engagierten verbessert werden.“ Dann klappt‘s vielleicht auch mit der Versetzung. . .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7312214?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker