Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Burgsteinfurt
Diskussionsbedarf groß wie selten

Donnerstag, 05.03.2020, 16:54 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 15:46 Uhr
Nachdenkliche Mienen:
Nachdenkliche Mienen: Foto: Karl Kamer

Den Auftakt machte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, die neben aktuellen städtischen Projekten auch auf den anstehenden Breitbandausbau im Außenbereich einging. Die Rathauschefin geht nach aktuellem Stand der Dinge von einem Beginn der Anschlussarbeiten zu Ende dieses Jahres aus. Rund 750 Häuser – Hofstellen und Gewerbebetriebe – umfasst das Mammut-Vorhaben.

Kreisverbandsvorsitzender Albert Rohlmann informierte über die Imagekampagne „Landwirtschaft leben“. Die von Bauern in Westfalen und Lippe selbst finanzierte Initiative soll die Vielfalt der modernen Landwirtschaft zeigen und einen Gegenpol zum negativ behafteten Bild setzen, das aktuell in der Öffentlichkeit vorherrschend ist. Vor allem auch junge Leute sollen erreicht werden.

Breiten Raum seines Vortrags nahm zudem die Verschärfung der Düngeverordnung und der Nitratrichtlinie ein. Sie sei aus Sicht der Landwirtschaft überzogen und führe gerade bei kleinen und mittelständischen Betrieben zu Mehrkosten, die existenzgefährdend seien. Auch weitere Restriktionen, zum Beispiel in der Sauenhaltung, kamen zur Sprache. Dies alles führe zu einer explosiven Gemengelage, so Rohlmann.

Gerd Göckenjan, Geschäftsführer der Windparkgesellschaft Hollich, berichtete über die 2021 nach 20 Jahren auslaufende EEG-Förderung von sieben Windkraftanlagen im Bereich des ersten Abschnitts Hollich. Ein Weiterbetrieb in der bisherigen Größenordnung sei wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, kündigte er an. Eine Lösung soll eine Repowering-Maßnahme herbeiführen.

Die Situation der Landwirtschaft insbesondere aus der Sicht der Jüngeren des Berufsstandes thematisierte Katrin Feldkamp. Die 22-Jährige gehört zu den Initiatoren der Protestverbindung „Land schafft Verbindung“ in Steinfurt und hat unter anderem die Trecker-Demos der jüngeren Vergangenheit mitorganisiert. Ziel sei es, von der Politik klare Vorgaben einzufordern, die eine zukunftsgerichtete Landwirtschaft mit Perspektive ermöglicht.

Henning Stoyke selbst ging abschließend unter anderem auf den aktuellen Stand in Sachen Bau der Westtangente ein. Er bekräftigte das Angebot der Landwirtschaft, Flächen für einen Bau von der Leerer Straße bis zur FH und für eine Erweiterung der Hochschule zur Verfügung zu stellen, wenn im Gegenzug auf einen Weiterbau in Richtung Sonnenschein verzichtet werde. Der Kreis als Bauträger habe dies indes abgelehnt. Ein Erörterungstermin vor dem Verwaltungsgericht Münster sei Ende Januar ohne Ergebnis verlaufen. Es laufe nunmehr auf ein (erstes) Urteil hinaus, so Stoyke abschließend.

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