Kristian Kühling eröffnet in Kürze ersten Steinfurter Unverpackt-Laden
Herzensprojekt für mehr Nachhaltigkeit

Steinfurt -

Auf Plastik will Kristian Kühling in seinem neuen Unverpackt-Laden „Hülle und Fülle“ komplett verzichten. Er setzt auf Nachhaltigkeit. In Kürze öffnet das Geschält im K+K-Markt am Wippert. Wie der Kunde seinen Einkauf dann nach Hause transportiert, dafür gibt es Beratung und Lösungen.

Freitag, 06.03.2020, 16:26 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 07:44 Uhr
Lebensmittelspender wie diese werden auch im Steinfurter Unverpackt-Laden zum Einsatz kommen: Kunden können ihrer eigenen Behältnisse zur Abfüllung mitbringen oder auch Pfandgefäße vor Ort bekommen.
Lebensmittelspender wie diese werden auch im Steinfurter Unverpackt-Laden zum Einsatz kommen: Kunden können ihrer eigenen Behältnisse zur Abfüllung mitbringen oder auch Pfandgefäße vor Ort bekommen. Foto: Kühling

Haben die Steinfurter auf solch ein Angebot gewartet? Kristian Kühling ist überzeugt, dass es so ist: Der 50-jährige Burgsteinfurter eröffnet voraussichtlich noch in diesem Monat, spätestens jedoch Anfang April Steinfurts ersten Unverpackt-Laden. Im K+K-Markt am Wippert laufen die Vorbereitungen dafür bereits auf Hochtouren. Neben natürlich auch wirtschaftlichem Kalkül, schließlich will und muss Kühling ein Auskommen für sich und seine Familie erzielen und darüber hinaus auch einige Mitarbeiter in Lohn und Brot halten, geht der ehemalige Filialleiter einer großen Drogeriekette mit einer gehörigen Portion Idealismus an das neue Projekt.

„Ich möchte, dass auch noch unsere Kinder die Welt erleben können, wie wir sie derzeit erleben“, sagt der Geschäftsgründer und hat damit zuvorderst ein Ziel im Fokus: Die Eindämmung der grassierenden Plastikflut, die nicht nur der Umwelt schadet, sondern letztlich über die Nahrungsaufnahme auch dem Menschen.

Mehraufwand

Wer ab Frühjahr in seinem Laden einkauft, der tut dies plastikfrei. „Das ist für viele eine Umstellung und es braucht Vorbereitung und einiges an Beratung“, weiß Kühling. Doch er ist überzeugt: Es wird genug Kunden geben, die den Mehraufwand des Mitbringens eigener Gefäße oder die Nutzung von Pfandbehältnissen für die Abfüllung gerne auf sich nehmen. „Unverpacktläden boomen derzeit, Nachhaltigkeit ist einfach ein Thema der Zeit“, spricht der 50-Jährige von Rückenwind, den er im Zusammenhang mit seiner Geschäftsgründung spürt. Am vergangenen Freitag zum Beispiel, als er auf dem Burgsteinfurter Wochenmarkt mit einem kleinen Stand vertreten war, sprachen ihn Passanten an und äußerten Sympathie für sein Vorhaben. Die stammten nicht nur aus Steinfurt selbst, sondern auch aus den umliegenden Orten. Bisher musste man zum Einkaufen in einem Unverpacktladen nach Münster fahren.

Regionale Produzenten

Grundlegende Leitlinie des Ladens, der den Namen „Hülle und Fülle“ tragen wird, ist neben der Plastikfreiheit die regionale Erzeugung der angebotenen Bio-Produkte. „Darauf lege ich absolute Priorität“, betont Kühling. Erst wenn er es nicht schaffen sollte, einen regionalen Produzenten zu finden, werde er als Alternative bei einem Biogroßhändler einkaufen. Das Sortiment, an dem der Geschäftsgründer noch feilen wird, ist vom Start weg breit angelegt. Lebensmittel aller Art werden ebenso angeboten wie Körperpflegeprodukte oder Wasch- und Putzmittel. „Nicht alles komplett unverpackt“, sagt Kühling, „aber garantiert und konsequent plastikfrei“.

Einzelhandel ist kein einfaches Geschäft

Kristian Kühling

Mit der Eröffnung des ersten Steinfurter Unverpacktladens als ausschließlich darauf ausgelegtes Einzelhandelsgeschäft erfüllt sich der Familienvater auch einen persönlichen Traum. „Einzelhandel ist kein einfaches Geschäft“, weiß Kühling aus der Erfahrung früherer Jahre, als er schon einmal als Franchisenehmer im Genre tätig war. Indes böte sich in diesem Fall eine erfolgversprechende Nische. Diese Chance will er ergreifen und sucht Unterstützer, die ihm dabei unter die Arme greifen.

Kühling ist sich sicher, dass er mit seinem Geschäft die Nachfragelücke, die sich aus der zunehmenden Erkenntnis zur mehr Nachhaltigkeit auch im täglichen Einkaufsverhalten ergibt, schließen kann. Steinfurt scheint reif für diese neue Art des Einkaufens, die auf gewisse Art - die ältere Generation wird sich erinnern – auch ein Weg zurück zu den Wurzeln ist.

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