Nach Arnoldinum-Skifreizeit: Zweiter Corona-Fall setzt Verantwortliche unter Druck
Borken testet, Steinfurt nicht

Steinfurt -

Nachdem bei einem 45-jährigen Lehrer, der die Gruppe begleitete, eine Infektion mit dem Corona-Virus festgestellt wurde, folgt nun der zweite Fall: Auch ein 16-jähriger Schüler des Arnoldinums, der am Freitag von einer Ski-Ferienfreizeit aus Südtirol zurückgekehrt ist, trägt den Erreger in sich. Das teilte die Kreisverwaltung am Montag in einer Pressemeldung mit.

Montag, 09.03.2020, 17:46 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 15:26 Uhr
Der Kreis Steinfurt lässt nur testen, wenn Anzeichen für eine Infektion mit dem Corona-Virus vorliegen.
Der Kreis Steinfurt lässt nur testen, wenn Anzeichen für eine Infektion mit dem Corona-Virus vorliegen. Foto: dpa

Der Schüler aus Steinfurt habe leichte Symptome und befinde sich zusammen mit seiner Familie in häuslicher Quarantäne.

Auf Nachfrage verneinte es Kreispressesprecherin Kirsten Weßling am Montag, dass nun sämtliche weitere 105 Schüler, die an der Fahrt teilgenommen hatten, auf das Virus getestet werden. „Wir sind der Auffassung, das ein sicherer Test nur dann durchgeführt werden kann, wenn Symptome aufgetreten sind“, gibt die Pressesprecherin die Marschrichtung des Kreisgesundheitsamts Steinfurt wieder. Bei dem 16-Jährigen sei dies der Fall gewesen.

Eine Komplettüberprüfung sei aber auch deshalb nicht angezeigt, „weil wir die Laborkapazitäten im Auge behalten müssen“, so Weßling weiter. Man müsse handlungsfähig bleiben, weitere Ankünfte mit potenziell Infizierten aus den Krisengebieten stünden noch aus. Daher sei die 14-tägige Quarantäne, der sich alle Teilnehmer der Arnoldinum-Skifreizeit derzeit unterziehen müssen, die sinnvollste Lösung.

Offenbar anders sieht das der Kreis Borken. Nach Informationen dieser Zeitung lässt das dortige Kreisgesundheitsamt die elf Schülerinnen und Schüler aus Schöppingen, die an der Fahrt teilgenommen haben, auf das Virus testen. Dazu werden Mitarbeiter des DRK ab dem heutigen Dienstag in die Wohnungen der Betroffenen kommen. „Wir verfolgen eine andere Strategie“, kommentierte Kirsten Weßling diese Vorgehensweise nicht näher.

Gerüchten, dass es am Arnoldinum am Montag sowohl eine erhöhte Zahl von Krankmeldungen von Lehrern als auch eine nennenswerte Zahl von Schülern gegeben hat, die nicht zum Unterricht erschienen sind, trat die Schulleitung entgegen. „Die Krankmeldungen bewegen sich im normalen Bereich“, ließ Schulleiter Jochen Hornemann über sein Sekretariat verlauten.

Auf die Frage nach möglichen Einschränkungen des Schulbetriebs am Arnoldinum erklärte Weßling, es sei nicht geplant, die Schule wegen der Corona-Fälle zu schließen.

Nach Redaktionsinformationen sollen Schüler der Skifreizeit nach ihrer Rückkehr an einer großen Bauerschaftsparty in Hollich teilgenommen haben. Dies wollte Weßling weder dementieren noch bestätigen. „Sämtliche Teilnehmer wussten bereits am Freitag, dass eine häusliche Quarantäne angeordnet ist. Wir müssen davon ausgehen, dass diese auch befolgt wird“, stellte die Sprecherin des Kreises stattdessen klar.

Von Seiten des Schulträgers sagte der Erste Beigeordnete der Stadt Steinfurt, Michael Schell, dass sicher Handlungsbedarf von seiten der Stadt bestehe. Es gelte, mit großer Sorgfalt zu verfahren, zugleich aber keine Panikmache zu betreiben. Man stehe in allen Fragen in enger Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt.

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