Kinobetreiber und Hoteliers
„Situation gefährdet unsere Existenz“

Steinfurt -

Aber auch die Hoteliers der Stadt haben Einschränkungen hinzunehmen und sind ab sofort gehalten, strengere Hygienemaßstäbe anzulegen. Zusätzlich verzeichnen sie Stornierungen, die ihnen große Sorgen machen. Auch die Kinobetreiber haben große Sorgen.

Montag, 16.03.2020, 17:12 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 17:22 Uhr
Nichts geht mehr: Auch das Kino Steinfurt hat geschlossen.
Nichts geht mehr: Auch das Kino Steinfurt hat geschlossen. Foto: rs

Von der am Wochenende von der Stadt verhängten Allgemeinverfügung, die das öffentliche Leben in der Kreisstadt als Antwort auf die Corona-Krise weiter herunterfährt, ist auch die Gastronomie betroffen. Gaststätten mit Thekenbetrieb erwischt es am schlimmsten, sie müssen vorerst schließen.

Aber auch die Hoteliers der Stadt haben Einschränkungen hinzunehmen bzw. sind gehalten, strengere Hygienemaßstäbe anzulegen. „Wir weisen jeden Gast darauf hin, beim Frühstück Mindestabstände einzuhalten“, berichtet Paul Riehemann vom gleichnamigen Borghorster Hotel.

Einbruch bei Buchungszahlen

Der ohnehin hohe Hygienestandard sei weiter angehoben, zudem seien Desinfektionsspender installiert worden.

Nachdem noch in der Vorwoche sämtliche Zimmer belegt waren, erlebt der Hotelier derzeit einen deutlichen Einbruch bei den Buchungszahlen. „Wir hoffen natürlich darauf, dass die Aufenthalte bei uns später nachgezogen werden“, sagt Riehemann, der eine ähnliche Situation noch nicht erlebt hat: „Man weiß nicht, was noch kommt.“ Sollte der Zustand länger anhalten, seien staatliche Hilfen unabdingbar.

Frank Schünemann, Inhaber des gleichnamigen Hotel-Restaurants in Borghorst, verzeichnet einen „deutlichen“ Anstieg der Stornierungen im Hotelbetrieb aufgrund des Coronavirus. Zahlreiche Tagungen seien abgesagt. Schünemann ist froh, dass das vergangene Jahr sowohl in der Gastronomie als auch im Hotelbetrieb sehr gut gelaufen ist. Er könne derzeit noch von dem aufgebauten Puffer zehren.

Kinobetrieb schließen

Ungleich dramatischer stellt sich die Lage beim Kino Steinfurt dar: Der Verfügung folgend, mussten die Eheleute Hamer den Betrieb am Montag schließen. Gleiches gilt für die angeschlossene Kino-Bar. Eine existenzgefährdende Situation für die Inhaber, denn die Fixkosten sind hoch und die Kredite, die für die Renovierung aufgenommen wurden, noch nicht abbezahlt. „Wir fahren unser Personal herunter und sprechen mit den Banken über Lösungen“, berichtet Stefanie Hamer. Hilfe erhalten die Kinobetreiber aus der Bevölkerung – nicht nur durch guten Zuspruch, sondern auch ganz konkret finanziell: So haben viele bereits das Angebot der Geistervorstellung in Anspruch genommen: Man zahlt ein Ticket für einen Film, der aufgrund von Corona nicht gezeigt werden kann. Auch die Gutscheinofferte werde großzügig in Anspruch genommen, so Stefanie Hamer.

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