Ordnungsamt und Polizei kontrollieren verstärkt
Steinfurter sind einsichtig

Steinfurt -

Auf, zu und wieder auf – allerdings mit stark verschärften Zutrittsbeschränkungen. Floristen und die Betreiber von Bau- oder Gartenmärkten konnten über das Wochenende schon mal den Überblick verlieren.

Montag, 23.03.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 16:22 Uhr
Schlaglichter aus der Borghorster Innenstadt: menschenleere Fußgängerzone und Zettel hinter Schaufensterscheiben.
Schlaglichter aus der Borghorster Innenstadt: menschenleere Fußgängerzone und Zettel hinter Schaufensterscheiben. Foto: Axel Roll

Das gibt Susanne Laumann als Leiterin des städtischen Fachdienstes für Ordnung und Sicherheit gerne zu. „Das ist dem bundesdeutschen Föderalismus geschuldet“, erläutert die Rathaus-Mitarbeiterin, die derzeit die undankbare Aufgabe hat, die Verordnungen und Verfügungen, die von den übergeordneten Stellen auf die Kommunen niederprasseln, gegebenenfalls auf städtischer Ebene anzupassen, immer aber umzusetzen.

Was ihr die Arbeit erleichtert: Die Steinfurter Unternehmer und Kaufleute machen es ihr einfach. „Die Betroffenen sind sehr einsichtig“, berichtet Susanne Laumann. Das kann die Polizei bestätigen, die in Zeiten wie diesen einen scharfen Blick auf etwaige Freiluft-Partys oder sonstige Menschenansammlungen hat.

Das Ordnungsamt war am Samstag unterwegs, um den oben zitierten Bau- und Gartenbaumärkten mitzuteilen, dass sie schließen müssen. „Die Betreiber waren natürlich traurig, haben das aber sofort eingesehen“, berichtet Susanne Laumann von den Erfahrungen ihrer Kollegen. Am Montag waren die Teams wieder vor Ort. Die Rechtslage hatte sich geändert: Die Märkte dürfen öffnen, allerdings nur mit stark verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Zum Beispiel: Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf nur ein Kunde im Laden sein. Für die städtischen Mitarbeiter ein enormer Aufwand, müssen sie doch erst feststellen, wie groß das Geschäft ist.

Viele Betreiber werden über die geänderten Vorgaben zeitnah von den eigenen Berufsverbänden in Kenntnis gesetzt. „Die wissen recht schnell, was jetzt gilt“, berichtet Susanne Laumann. Nach dem Hü-hott-hü vom Wochenende setzten sich aber die Fachdienstmitarbeiter ans Telefon und riefen die Betriebe an, die von Neuerungen betroffen sind.

Hart durchgreifen mussten die Ordnungshüter aus dem Rathaus bislang noch nicht. Obwohl sie von der Landesregierung angehalten sind, die Vorgaben „energisch durchzusetzen“, wie es in der jüngsten Verordnung heißt.

Auch die Polizei lobt die Einsicht der Bürger. „Wir hatten am Wochenende wirklich nur kleine Sachverhalte“, bilanziert Johannes Tiltmann von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde. Es gebe immer noch eine große Verunsicherung, abzulesen an sehr vielen Anfragen. Aber die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit zu meiden, die hätten die Bürger mittlerweile eingesehen. Die Polizei selbst bemühe sich, nicht von oben herab zu agieren, sondern durch gezielte Ansprache Bewusstsein zu schaffen. In einem Fall blieb den Beamten allerdings auch nur fassungsloses Kopfschütteln. Da hatte ein Zeitgenosse aus Greven über Facebook zu einer Corona-Party eingeladen. . .

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