Über Ostern alle Urlaube in der Stadt storniert
Hoffen auf ein Wiedersehen

Steinfurt -

Es wäre jetzt die erste Hoch-Zeit im Tourismus: Ostern steht bevor und die Steinfurter Ferienwohnungsbesitzer und Hotelbetreiber hätten Konjunktur. Hätten. Denn in Zeiten der Corona-Krise ist alles anders. Das merkt auch die Steinfurt Marketing & Touristik.

Sonntag, 05.04.2020, 14:48 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 14:56 Uhr
Das Wasserschloss Burgsteinfurt ist eines der Hauptattraktionen der Stadt. In diesem Frühjahr werden wenige Touristen kommen. Die Urlaube in der Kreisstadt wurden alle abgesagt.
Das Wasserschloss Burgsteinfurt ist eines der Hauptattraktionen der Stadt. In diesem Frühjahr werden wenige Touristen kommen. Die Urlaube in der Kreisstadt wurden alle abgesagt. Foto: Jürgen Peperhowe

Die – gerade erst komplett modernisierte – Geschäftsstelle im Alten Rathaus ist für den Publikumsverkehr geschlossen. „Lediglich auf Anfrage und nach vorheriger telefonischer Anmeldung geben wir noch Broschüren oder Stadtgutscheine heraus“, sagt Geschäftsführerin Marion Niebel. Sie war am Freitag die einzige Mitarbeiterin, die im Büro anwesend war. „Alle anderen arbeiten vom Home-Office aus.“

Das von der Landesregierung Mitte März verordnete Herunterfahren des öffentlichen Lebens habe für den örtlichen Tourismus unmittelbare und radikale Folgen gehabt, berichtet Marion Niebel. Sämtliche Buchungen für die Osterzeit seien storniert. Was bleibt, sei die Hoffnung, dass die Gäste wiederkommen, wenn die Krise überwunden ist. Dass sie vielleicht ihren Termin verschieben.

Es gebe Schätzungen, dass insbesondere Kurzurlaube „post Corona“ in Deutschland stark gefragt sein werden. „Weil eben das Auslandsgeschäft noch mehr Zeit braucht“, berichtet die SMarT-Chefin. Darin sieht sie eine Chance für den ländlichen Raum, also auch für das Münsterland und Steinfurt. Für das lokale Tourismusgeschäft ist es ein Hoffnungsschimmer in einer sonst sehr unsicheren Zeit.

Auch bei den Stadtführungen und Stadtfesten herrscht bis auf Weiteres Stillstand. Für beide Angebote hätte die Saison jetzt ebenfalls begonnen. Der Marktschreier-Wettbewerb in Burgsteinfurt, das Brunnenfest in Borghorst – beides ist ebenso abgesagt wie der regelmäßig im Mai stattfindende Kreativ- und Handwerkermarkt. Marion Niebel zitiert in diesem Zusammenhang den Burgsteinfurter Werbegemeinschaftsvorsitzenden Oliver Tieck: „Was nützt es, wenn wir uns ins Zeug legen und den Handwerkermarkt organisieren und niemand kommt, weil er die Ansteckungsgefahr fürchtet?“ Für die Einzelhändler seien die Absagen einer schwerer Schlag.

Alle Stadtführungen lägen derzeit ebenfalls auf Eis. „Falls die Einschränkungen von längerer Dauer sind, überlegen wir, ob wir eventuell ein Stadtführungs-Video drehen, damit das Thema im Gespräch bleibt“, kündigt Marion Niebel an. Von Führungen im kleinen Kreis, falls es zu zwischenzeitlichen Lockerungen kommen sollte, hält sie nichts. „Das Risiko wäre meiner Meinung nach zu hoch.“

Richtig Leid tut es ihr auch um die vielen Brautpaare, die ihre standesamtliche Hochzeit in einer der zahlreichen Trau-Orte in Steinfurt gebucht hätten. „Ob Kötterhaus, Konzertgalerie oder Hollicher Mühle – wir waren komplett ausgebucht“, berichtet die SMarT-Chefin. Es wäre wohl noch eine Trauung möglich gewesen, aber nur unter strengen Auflagen. Marion Niebel: „Man stelle sich aber vor, ein Trauung nur mit Brautpaar und Standesbeamten in der großen Konzertgalerie für 1500 Euro, wer macht das?“ Viele hätten ihren großen Tag nun verschoben – oder geben sich das Ja-Wort wie früher im kleinen Kreis im Rathaus.

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