Erster Steinfurter Kunstautomat steht vor der Hohen Schule
Ein Original für vier Euro

Burgsteinfurt -

Originell und original: Kleine Zeichnungen, Objekte, Bilder, Skulpturen – und Weiteres – können Interessierte ab sofort aus dem Steinfurter Kunstautomaten ziehen. Am Dienstag ist er in der Altstadt von Burgsteinfurt aufgestellt worden.

Dienstag, 05.05.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 18:06 Uhr
Erster Steinfurter Kunstautomat steht vor der Hohen Schule: Ein Original für vier Euro
Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und Künstler Heyko Prass enthüllten den vor der Hohen Schule aufgestellten Kunstautomaten. Foto: Ralph Schippers

Ganz neu ist die Idee nicht – und doch mehr als beachtenswert, zumal wenn man bedenkt, wie die Corona-Krise Kunst und Kultur derzeit zuschnürt: An der Hohen Schule ist am Dienstagnachmittag der erste Steinfurter Kunstautomat aufgestellt worden. Im Beisein einiger Gäste wurde der Geschenkespender, der früher mal ein Zigarettenautomat war, von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer enthüllt.

Zurück geht die Initiative auf den neuen Kunstvereinsvorsitzenden Peter Weidlich. Mehr oder weniger zufällig stieß er Ende vergangenen Jahres bei der Recherche im Internet auf den Namen Lars Kaiser. Der Potsdamer vertreibt seit 2007 Kunstautomaten. Weit mehr als 200 hat er mittlerweile deutschlandweit aufgestellt. „Ich war immer wieder danach gefragt worden, ob ich nicht kleine Dinge im Angebot hätte“, erinnert sich der 44-Jährige, der hauptberuflich ein Kunstagentur betreibt.

Frühmorgens angereist, stellte Kaiser zusammen mit zwei Mitarbeitern den Steinfurter Automaten neben dem Haupteingang der Hohen Schule auf. Dass er als solcher schon von Weitem zu erkennen ist, dafür hat Heyko Prass gesorgt. Das Steinfurter Kunst-Urgestein peppte den ausrangierten Zigarettenspender farblich mit der Sprühdose auf und verlieh ihm mit dem Auftrag einer stilisierten Silhouette der Stemmerter Altstadt eine lokale Note.

Kleine Bilder, Objekte, Zeichnungen – bestückt sind die Schächte des Automaten mit Werken von insgesamt 14 Künstlern des Kunstvereins. Ein Schacht bleibt auswärtigen Künstlern vorbehalten. „So stellen wir einen gewissen Austausch sicher“, sagt Lars Kaiser. Denn es sind nicht nur die Kunstwerke selber, die sich zum Beispiel hervorragend als kleine Aufmerksamkeit für feierliche Anlässe oder Besuche anbieten, die gegen einen Obolus gezogen werden können. Stets dabei ist auch ein erklärender Text oder digitaler Fingerabdruck (QR-Code), in dem man einiges zum Werdegang des Kunstschaffenden erfährt. „Die Künstler freuen sich, wenn sie per Mail Feedback zu ihrem Tun erhalten“, so die Erfahrung von Lars Kaiser aus früheren Projekten. „Der Kunstautomat stellt einen Kontakt zur Außenwelt und damit sehr oft auch Anerkennung her.“

Das ist ganz im Sinne von Peter Weidlich. „Ich wünsche allen, dass diese originalen Werke einen wertschätzenden Platz bei ihren Freuden und bei sich zuhause finden“, sagte er bei der Enthüllung am Dienstagabend.

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