Anne Brinkschulte wirbt für Carsharing in Steinfurt
„Einfach mal ausprobieren“

Borghorst -

Zugegeben, in den Kontaktsperre-Wochen, in denen sich die Bewegungsfreiheit für viele Bürger auf die Fahrten zum Supermarkt und wieder zurück nach Hause beschränkt, ist Mobilität nicht das ganz große Thema. Anne Brinkschulte lässt sich aber von Corona und den Folgen nicht beirren. Die 37-jährige Landschaftsarchitektin ist Überzeugungstäterin. Seit Monaten rührt die vor zwei Jahren nach Burgsteinfurt gezogene Neubürgerin für das Carsharing die Werbetrommel.

Donnerstag, 07.05.2020, 16:08 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 15:40 Uhr
Anne Brinkschulte ist ein echter Carsharing-Fan, die Burgsteinfurterin macht für das Verkehrskonzept aktiv Werbung.
Anne Brinkschulte ist ein echter Carsharing-Fan, die Burgsteinfurterin macht für das Verkehrskonzept aktiv Werbung. Foto: Axel Roll

Uneigennützig, einfach, weil sie die Idee „total klasse“ findet. Und ihr Engagement zeigt erste zarte Erfolge. In Burgsteinfurt gibt es an der FH eine Station schon seit Herbst 2018, seit wenigen Wochen wartet ein schicker, rot-schwarzer Opel Adam auch in Borghorst auf dem kleinen Parkplatz an der Kolpingstraße auf Autoteiler, die einen Wagen benötigen, aber keinen eigenen haben wollen.

„Ich muss schon eine Menge Überzeugungsarbeit leisten“, erzählt Anne Brinkschulte. Sie hält nicht viel davon, Flyer zu verteilen, Plakate aufzuhängen oder Video-Clips zu verschicken. Bis zur Kontaktsperre tingelte die Wahl-Burgsteinfurterin durch die Steinfurter Vereinswelt, durch Gruppen in den Kirchengemeinden, durch Fahrschulen und Kindergärten sowie anderen Vereinigungen. „Ich will keine Kunden fangen, sondern informieren“, betont die Diplom-Architektin nochmal. Hier auf dem Land, wo in Anbetracht eines nur rudimentär entwickelten Personennahverkehrs viele Menschen auf den eigenen Wagen angewiesen sind und deshalb auch einen haben, ist Carsharing noch nicht in so vielen Köpfen angekommen.

Anne Brinkschulte selbst hat schon seit einigen Jahren kein eigenes Auto mehr. „Das System ist nicht nur preiswerter, sondern auch total bequem“, weiß die Landschaftsarchitektin. „Anmelden, buchen und ab geht’s. Mit Versicherung, Inspektionen, Reifenwechsel oder Reparaturen habe ich nix zu tun.“ Wenn sie spontan von A nach B muss, kann sie eine halbe Stunde vor der geplanten Fahrt das Auto buchen. „Wenn ich mit dem Zug weiter weg fahre, kann ich das von unterwegs erledigen“, weiß die Steinfurterin aus eigener Erfahrung.

Dass Brinkschulte in Steinfurt von den Grünen unterstützt wird, ist reiner Zufall. „Die Partei ist mir eigentlich egal“, so die Carsharing-Aktivistin. Wichtig sei nur, dass dieses nachhaltige Mobilitätssystem gepusht werde. Die Stationen in Steinfurt werden von der Zentrale in Münster betreut. „Generell ist der Süden des Münsterlandes besser erschlossen als der Norden“, bedauert Anne Brinkschulte. Stehen in Steinfurt nur Kleinwagen, bieten die größeren Standorte bis hin zum Transporter alle Fahrzeugtypen, die das Autofahrerherz begehrt. Inklusive Elektro-Autos.

Studenten, Ehepaare, die einen Zweitwagen nur dann und wann benötigen, Selbstständige, die keine Lust haben, ein Fahrtenbuch zu führen oder ihr Geld lieber in den Betrieb und nicht in ein Auto investieren wollen – „Carsharing ist für alle da“, so Anne Brinkschulte. Generell, so die Burgsteinfurterin, sei das geteilte Auto bis zu einer Jahreskilometerleistung von 10 000 Kilometern günstiger als ein eigenes. Ihr Tipp: „Einfach mal ausprobieren.“

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