Familienbildungsstätte richtet sich auf die Zeit nach Corona ein
„Wie wollen wir leben?“

Borghorst -

Ja, es wird natürlich ein neues Programm im Herbst für das kommende Jahr geben. Wie das aber genau aussehen wird? Jan-Philip Zimmermann kann es beim besten Willen noch nicht sagen. Corona lässt grüßen. Auch wenn schon in dieser Woche Lockerungen für die Weiterbildungseinrichtungen angekündigt sind, wird der neue Leiter der Steinfurter Familienbildungsstätte auf ein Online-Angebot einen ganz anderen Schwerpunkt legen (müssen), als es noch sein Vorgänger Klaus Westendorf tun musste.

Donnerstag, 07.05.2020, 16:08 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 15:40 Uhr
Klaus Westendorf (l.) hat die FBS-Geschäfte in unruhigen Zeiten an Jan-Philip Zimmermann übergeben.
Klaus Westendorf (l.) hat die FBS-Geschäfte in unruhigen Zeiten an Jan-Philip Zimmermann übergeben. Foto: Axel Roll

 

Westendorf nahm in der vergangenen Woche nach 29 Jahren Abschied von der FBS. Für ihn „völlig unwirklich“ unter diesen Umständen den Weg in den Ruhestand einzuschlagen. Mundschutz, Desinfektionsmittel und Feier in kleinstem Kreis mit ganz viel Abstand.

Nachfolger Jan-Philip Zimmermann ist sich sicher, dass die FBS nach Corona nicht mehr dieselbe sein wird wie vor der Krise. Der gerade absolvierte Geburtsvorbereitungskurs per Videokonferenz ist seiner Überzeugung nach nur der Anfang. „Wir werden Formate, die sich jetzt bewährt haben, sicherlich auch in die Zeit danach übernehmen“, ist der 37-Jährige sicher. Er möchte die Krise als Chance begreifen.

Diese besonderen Umstände bereiten dem neuen Chef an der Schulstraße aber durchaus Kopfschmerzen. Gerade um die ältere Klientel, die noch nicht so versiert mit den neuen Medien umgeht, macht er sich Sorgen. „Die dürfen wir nicht verlieren“, betont Zimmermann. Die Familienbildungsstätte sei eine Einrichtung, die für Begegnung stehe. „Wie können wir weiterhin für Begegnung sorgen?“, ist die entscheidende Frage. Klaus Westendorf als scheidender Leiter fällt der Unterschied zur Prä-Corona-Zeit natürlich besonders ins Auge: „Hier haben sonst 15 bis 20 Veranstaltungen am Tag stattgefunden. Wir waren immer ein offenes Haus, und das trotz der kirchlichen Trägerschaft völlig unabhängig von der Konfession.“ Und heute? Verschlossene Türen und Warnschilder an den Scheiben.

Auch wenn die Struktur und die Präsentationsformen für das nächste Programm noch nicht ganz klar sind – eine Frage steht über allen Angeboten: Wie wollen wir in der Zukunft leben? Die Familienbildungsstätte hat dabei besonders – wie es der Name schon sagt – die Familien im Blick. Bei der Schaffung „von Bildungsangeboten, die auch in Zukunft Bestand haben“, so Jan-Philip Zimmermann, ist er maßgeblich von seinem Referententeam abhängig. Derzeit werde geschaut, was online alles so gehe. Um in diesem Bereich fit zu sein, finden Schulungen statt. Parallel wird die Technik im Mutterhaus aufgerüstet. Der neue Leiter lacht: „Mir hilft dabei, dass ich Bastler bin.“ Mit dem Hausmeister habe er zum Beispiel ein WLAN-Netz eingerichtet. Trotzdem fehlt Zimmermann noch etwas für die Herausforderungen der Zukunft: „Wir benötigen in allen pädagogischen Bereichen Honorarkräfte.“

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