5. Steinfurter Geschichtstage beendet
Frieden kommt nicht von selbst

Burgsteinfurt -

Die Steinfurter Geschichtstage bieten sich geradezu zu dazu an, aus der Vergangenheit zu lernen. Lernen, um eine friedliche Zukunft zu gestalten. Jetzt ist die 5. Auflage der lehrreichen und interessanten Veranstaltungsreihe leise beendet worden.

Freitag, 08.05.2020, 15:40 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 17:21 Uhr
Dr. Peter Krevert (h.v.l.), Peter Kücking (h.v.r.) und Udo Röllenblech (Mitte, l.) vom Geschichtstagsteam freuten sich mit Jugendlichen der Evangelischen Jugendhilfe über die Unterstützung der Steinfurter Feuerwehr bei der Installation von Friedenstauben am Standort der ehemaligen Synagoge in Burgsteinfurt.
Dr. Peter Krevert (h.v.l.), Peter Kücking (h.v.r.) und Udo Röllenblech (Mitte, l.) vom Geschichtstagsteam freuten sich mit Jugendlichen der Evangelischen Jugendhilfe über die Unterstützung der Steinfurter Feuerwehr bei der Installation von Friedenstauben am Standort der ehemaligen Synagoge in Burgsteinfurt.

Das Geschichtstagsteam um Dr. Peter Krevert vom KulturForumSteinfurt hat jetzt die 5. Steinfurter Geschichtstage offiziell für beendet erklärt. Thema der Veranstaltungsreihe war diesmal „Der 2. Weltkrieg und als der Krieg nach Steinfurt kam“.

Der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg begann am 1. September 1939, also vor etwa 80 Jahren, mit dem Angriff Deutschlands auf Polen und hat Millionen Menschen das Leben gekostet. Dieses traurige Jubiläum war Anlass, den 2. Weltkrieg zum Thema der 5. Steinfurter Geschichtstage zu wählen.

Für den gestrigen Freitag (8. Mai) war noch eine Veranstaltung geplant, schließlich kapitulierte Deutschland vor 75 Jahren an diesem Datum. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde auf eine Durchführung verzichtet.

Die Steinfurter Geschichtstage setzen sich mit der Steinfurter Geschichte auseinander. Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch darum, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Ein derartig in die Weltgeschichte einschneidendes Ereignis wie der 2. Weltkrieg lud zu der Frage ein: Wie konnte das alles passieren?

Der Krieg fand seinen Weg auch nach Steinfurt. Die Stadt erlitt, vor allem durch zwei Bombenangriffe, noch kurz vor Ende des Krieges, großen Schaden. So wurden fast 40 Prozent der Burgsteinfurter Altstadt zerstört.

„Wohin ein extremer Nationalismus gepaart mit Feindbildern, dem Hass gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen führt, das wissen wir heute“, so Dr. Peter Krevert. „Vergessen ist auch nicht, dass die nationalsozialistische Ideologie seinen Weg nach Steinfurt gefunden hat. So wurden auch die Synagogen in Steinfurt während der Novemberprogrome 1938 angezündet und vollständig zerstört. 42 jüdische Einwohner wurden aus Steinfurt deportiert; nur vier überlebten.“

Daher fand die letzte Veranstaltung der 5. Steinfurter Geschichtstage – eine Gedenkfeier im November 2019 mit Friedensbotschaften – am Standort der ehemaligen Synagoge in Burgsteinfurt statt. Dieses Teilprojekt der Geschichtstage wurde durch die Jugendwerkstatt der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland in Kooperation mit drei Steinfurter Schulen initiiert und erfuhr eine sehr hohe Resonanz.

Die Veranstaltungen im Rahmen der 5. Steinfurter Geschichtstage und viele Gespräche mit den Menschen aus Steinfurt lassen das Steinfurter Geschichtstagsteam als Resümee zusammenfassen: „Gerade wir Deutschen mit unserer Vergangenheit und Geschichte, sollten wissen: Frieden kommt und geht nicht von selbst. Wir können froh sein, dass wir schon so lange in Frieden leben dürfen. Aber man muss etwas tun, um den Frieden zu erhalten. Er bleibt nicht, wenn man wegschaut.“

Auch künftig wird es weitere Geschichtstage geben. Die Veranstalter haben schon einige Ideen gesammelt, freuen sich aber auch über weitere Vorschläge aus der Steinfurter Bevölkerung. Dafür steht Dr. Peter Krevert (Telefon 0 25 51 / 14  817) zur Verfügung.

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