Kreissportbund und Stadtsportverband wollen Kinder und Jugendliche für Bewegung begeistern
Nicht immer nur Fußball

STeinfurt -

Die Zahlen klingen nicht schlecht: Jeder dritte Steinfurter ist Mitglied in einem der 44 Sportvereine. Damit spielt die Kreisstadt im Vergleich mit den anderen Kommunen im Kreisgebiet in der Champions-League. Nur Ladbergen und Hörstel können mit einem knapp höheren Organisationsgrad aufwarten.

Freitag, 08.05.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 12:38 Uhr
Fußball ist für viele Jungen immer noch der klassische Einstieg in den Sport, hier ein Archivbild von den Stadtmeisterschaften der F-Jugend. Viele Kinder steigen aber auch wieder aus.
Fußball ist für viele Jungen immer noch der klassische Einstieg in den Sport, hier ein Archivbild von den Stadtmeisterschaften der F-Jugend. Viele Kinder steigen aber auch wieder aus. Foto: Jan Gudorf

In absoluten Zahlen: 12 814 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind Sportvereinsmitglied. Bei genauerem Blick in die Statistik heben Uli Fischer als Vorsitzender des Kreissportbundes und Kollege Jens Köster vom Stadtsportverband aber warnend den Zeigefinger.

„Der Orga-Grad geht leicht zurück, früher hatte Steinfurt schon mal 40 Prozent“, weiß Uli Fischer. Heute sind es noch 37,6. Noch bedenklicher finden die beiden Funktionäre die Tatsache, dass Sport bei den Kindern und Jugendlichen an Attraktivität verliert. „Da muss dringend was getan werden“, meint Jens Kösters. Zusammen mit Uli Fischer hat er auch schon eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, um den Kinder- und Jugendsport attraktiver zu machen.

Dass der Nachwuchs die Lust an der Bewegung verliert, hat nach Analyse der Experten mehrere Gründe: Erst einmal ist da die Demografie. Es werden immer weniger Kinder geboren. Dann schränkt der Offene Ganztag die Betätigungsmöglichkeiten deutlich ein.

Dagegen können die Vereine vor Ort wenig unternehmen. Darum wollen Kösters und Fischer an andere Stelle ansetzen. Der Kreissportbund-Vorsitzende: „Es fehlen die Angebote, der Breiten- und Freizeitsport muss dringend ausgebaut werden.“ Außerdem müsse das ganze System flexibler und niedrigschwellig werden. Zwar ist es für viele Grundschul-Jungen immer noch selbstverständlich, bei den Mini-Kickern den großen Vorbildern nachzueifern. „Die Drop-out-Quote ist beim Fußball aber sehr hoch“, weiß Uli Fischer. Sprich: Viele Kinder verlieren die Lust am Kicken. Darum müsse es zusätzliche Sportangebote geben, um diese Aussteiger aufzufangen. Fischer und Kösters betonen, dass sie keinen „Krieg um Köpfe“ wollen, sondern eher auf eine Professionalisierung des Kinder- und Jugendsports setzen.

Ein Schritt in diese Richtung könnte dabei das Programm „Sportplatz Kommune“ sein. Bis zu 30 000 Euro könnte die Stadt für zwei Jahre aus Düsseldorf erhalten. Hintergrund: Die Sportentwicklung der Stadt wird als Gemeinschaftsaufgabe vieler Institutionen verstanden. Das Netzwerk, das dabei geknüpft werden soll, könnte einmal KSB, Stadtsportverband, die Sportvereine natürlich, Schulen, Kindertagesstätten und die Stadtverwaltung miteinander verbinden. „Die Stadt muss für eine Förderung Kümmerer benennen“, nennt Uli Fischer eine Voraussetzung, um an Mittel aus dem Fördertopf zu gelangen. Interesse angemeldet haben der TB Burgsteinfurt, Breitensport, der TC Grün Weiß, Arndoldinum und Marienschule.

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