Steinfurter Gastronomie hat wieder geöffnet – unter strengen Auflagen
Mühsamer Neustart

Steinfurt -

Rund acht Wochen war der „Patient“ im zwangsverordneten Corona-Tiefschlaf, jetzt erwacht er – ganz langsam und mit etlichen Anlaufproblemen: Seit Montag dürfen Gastronomiebetriebe in NRW wieder für den Gästebetrieb öffnen – unter strengen Auflagen. Die Redaktion fragte bei einigen Vertretern der Branche nach, wie sie den Neubeginn schaffen wollen.

Dienstag, 12.05.2020, 16:46 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 16:54 Uhr
Am Dienstag waren Frank Hersping (l.) und sein Vater Willi mit den Vorberei
Am Dienstag waren Frank Hersping (l.) und sein Vater Willi mit den Vorberei

Rund acht Wochen war der „Patient“ im zwangsverordneten Corona-Tiefschlaf, jetzt erwacht er – ganz langsam und mit etlichen Anlaufproblemen: Seit Montag dürfen Gastronomiebetriebe in NRW wieder für den Gästebetrieb öffnen – unter strengen Auflagen. Mustervorlagen, Checklisten und Aushänge – auf der Homepage des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga können Restaurantbesitzer einsehen, welche Schutz- und Hygienemaßnahmen zu ergreifen sind, damit eine Wiedereröffnung möglich wird. „Das ist schon alles nicht ohne“, sieht Frank Hersping, Inhaber der gleichnamigen Gaststätte in Ostendorf, den notwendigen Aufwand als sehr erheblich an.

Nach acht Wochen „Shutdown“ war der Gastronom mit seinen Mitarbeitern am Dienstag damit beschäftigt, die seit zwei Monaten geschlossene Gaststätte für die Wiedereröffnung auf Vordermann zu bringen. Nach einer Grundreinigung steht die Umsetzung etlicher behördlich verordneter Maßnahmen an, damit der Betrieb wie vorgesehen am kommenden Freitag wieder aufgenommen werden kann.

Aufstellung von Desinfektionsspendern, Anordnen der Tische und Stühle mit Mindestabständen, Ausstattung des Personals mit Masken, Desinfektion der Tische, Stuhlauflagen und Dekos nach jedem Gast – das sind nur einige Punkte, deren Umsetzung Hersping im Auge haben muss, um die Gäste und seine Mitarbeiter zu schützen. Immerhin: Wegen der relativ großzügigen Platzverhältnisse sind mehr als die Hälfte der bisherigen Tischkapazität weiter nutzbar.

Und doch schaut Hersping, der sich in der Zwischenzeit mit einem Abholangebot an Speisen an Wochenenden über Wasser gehalten hat, mit einiger gehörigen Portion Skepsis auf das kommende Wochenende. Wie wird der Gast reagieren? Wird er überhaupt Lust haben, wieder im Restaurant zu speisen? „Nach den ersten beiden Wochenende werden wir mehr sagen können“, so Hersping. Er hofft, dass alsbald auch wieder größere Gesellschaften in das Traditionshaus einkehren können. Vor allem sie bringen die Einnahmen, die nach einer so langen Durststrecke dringend vonnöten sind.

Auch Frank Schünemann, Hotel- und Restaurantbetreiber aus Borghorst, ist von den wochenlangen Einschränkungen bedingt durch Corona wirtschaftlich stark getroffen worden. Die erlittenen Verluste seien so groß, dass sie auf absehbare Zeit nicht wieder ausgeglichen werden könnten. Schünemann: „Da hilft uns auch eine Wiedereröffnung des Restaurants unter Auflagen wenig.“ Im Hotelbetrieb beziffert er die Einbußen aufgrund von Stornierungen auf mehr als 200 000 Euro. Vor allem viele Radfahrer-Gruppen hat er in den vergangenen Jahren als Übernachtungsgäste gehabt. Wann die wiederkämen, stehe noch in den Sternen. „Bislang ist da kein Licht am Horizont zu erkennen. Mit solchen Einschnitten habe ich zu Beginn der Pandemie nicht gerechnet“, gibt er offen zu.

Italienisch speisen kann man seit Montag auch wieder im Restaurant Locoselli in der Schlossmühle. Inhaber Antonio Locoselli freute sich am Dienstag über einige Vorbestellungen für das Wochenende. „Es läuft ganz gut an, aber wir werden auch bis auf Weiteres unseren Abholservice anbieten“, bleibt der Gastronom vorsichtig.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7406328?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker