Simone und Reimund Schnaars haben CD „Musik für Orgel und Trompete“ in der Großen Kirche produziert
Musikalischer Gegenpol zur Krise

Steinfurt -

Keine Frage, Simone und Reimund Schnaars haben schon viele Male in der Großen Kirche konzertiert. Aber eine CD-Aufnahme, mit der sie die Schönheit barocker Kirchenmusik in der unvergleichlichen Akustik von Steinfurts ältestem Gotteshaus konservieren und so einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen können – das ist neu. Die Umstände der Corona-Krise haben die Umsetzung des Projekts erst ermöglicht.

Montag, 25.05.2020, 14:14 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 14:32 Uhr
Solotrompeter und Organistin in Aktion: Simone und Reimund Schnaars bringen seit mehr als 25 Jahren zusammen Kirchenkonzerte zu Gehör. Das spiegelt sich auch in der Qualität der musikalischen Stücke ihrer CD wieder.
Solotrompeter und Organistin in Aktion: Simone und Reimund Schnaars bringen seit mehr als 25 Jahren zusammen Kirchenkonzerte zu Gehör. Das spiegelt sich auch in der Qualität der musikalischen Stücke ihrer CD wieder. Foto: Ralph Schippers

Keine Frage, Simone und Reimund Schnaars haben schon viele Male in der Großen Kirche konzertiert. Aber eine CD-Aufnahme, mit der sie die Schönheit barocker Kirchenmusik in der unvergleichlichen Akustik von Steinfurts ältestem Gotteshaus konservieren und so einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen können – das ist neu. „Musik für Trompete und Orgel aus der Großen Kirche von Burgsteinfurt“ lautet der Titel der Produktion, die die Kantorin der Ev. Kirchengemeinde und der Solotrompeter Mitte März mit der Aufnahme angegangen sind. Seit Anfang des Monats ist die Silberscheibe in der Buchhandlung Brümmer & Woltering sowie bei Simone Schnaars selbst erhältlich.

Nein, es ging ihnen bei der Produktion nicht in erster Linie um den Kommerz, betonen die Eheleute. Das manifestiert sich allein schon im Preis, der mit sieben Euro angesichts des Aufwands und des Gebotenen sehr moderat angesetzt ist. Aber es zeigt sich auch an der Tatsache, dass beide rund zwei Drittel der Erstauflage in Höhe von 300 Exemplaren an Freunde, langjährige Konzertbesucher und Gönner verschenkt haben.

„Die Idee einer CD-Aufnahme hatten wir schon länger“, berichtet Reimund Schnaars. Nachfragen von Touristen und Gästen, die in der Kirche weilten oder Hinweise aus der Gemeinde selbst ließen das Projekt immer konkreter werden. Dann kam die Corona-Krise – und mit ihr die Gelegenheit, das lange gehegte Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Die Kirche war geschlossen, es gab keine Chorproben und auch keine klassischen Gottesdienste“, erinnert sich Simone Schnaars.

Das war Mitte März. In den darauffolgenden zwei Wochen fanden die Aufnahmen in der Kirche statt. Dabei stellte Ehemann Reimund seine Qualitäten als Tonmeister unter Beweis: Entsprechend der Akustik des hölzernen Tonnengewölbes baute er zwei Mikros idealerweise genau zwischen Altar und Lettner auf, verband diese per Kabel mit dem auf der Orgelempore platzierten Aufnahmegerät und stellte dieses fachkundig ein. Dann ging’s ans Einspielen: Jeden Abend – diszipliniert zwei Stunden lang.

Beim Schnitt am PC, der Formatierung der Tondateien sowie der Gestaltung des Booklets wurden Simone und Reimund Schnaars von mehreren Gemeindemitgliedern unterstützt. Beiden ist es wichtig, die Namen Jotho Böwering, Klaus Thiele Reich, Hans Knoopmann sowie Manfred Dartmann zu erwähnen. Für die Schlussbearbeitung und die fachliche Beratung wurde professionelle Hilfe in Anspruch genommen: Das Tonstudio Klangport in Person von Matthias Reuland zeichnete dafür verantwortlich.

Simone und Reimund Schnaars hat die Produktion, wenngleich mit hohem Aufwand verbunden, viel Spaß gemacht – zumal beide viel Unterstützung erfahren haben. Sie hoffen, dass die Große Kirche dank ihres Erstlingswerks nicht nur als Predigtstätte bekannt bleibt, sondern – wegen der formidablen, von besonderer Transparenz gekennzeichneten Akustik – auch als Ort mit besonderer musikalischer Note geschätzt wird. Die Schnaars tun es beide schon längst. Dass für sie hinsichtlich musikalischer Aufnahmen eine „Fortsetzung nicht ausgeschlossen ist“, verwundert folglich nicht. Man darf gespannt sein ...

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