Aufzeichnung des Pfingstgottesdienstes zur Verabschiedung von Pfarrer Holger Erdmann
Predigt mit Ton- und Stellprobe

Borghorst -

Von Pfarrer Holger Erdmann muss die evangelische Gemeinde im Borghorst zu Pfingsten Abschied nehmen. Weil große Feiern und Gottesdienste mit der gesamten Gemeinde in Zeiten der Corona-Pandemie nicht möglich sind, wurde ein Film gedreht. Die vielen einzelnen Szenen werden zu einem Gottesdienst mit „Aha-Effekt“ zusammengefügt, der am Pfingstsonntag auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde unter „echt evangelisch“ zu sehen ist.

Mittwoch, 27.05.2020, 22:08 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 16:18 Uhr
Die Entpflichtung von Pfarrer Holger Erdmann (l.) durch den
Die Entpflichtung von Pfarrer Holger Erdmann (l.) durch den Foto: Marion Fenner

Kamera läuft, Ton passt – der Pfingstgottesdienst in der evangelischen Auferstehungskirche ist schon im Kasten. Dabei geht es nicht nur um einen „normalen“ Gottesdienst, der in Coronazeiten für die Gemeinde im Internet zu sehen sein soll. Zu Pfingsten hat Pfarrer Holger Erdmann seinen letzten Arbeitstag in Borghorst – am 1. Juni wird er Superintendent in Münster.

Fest wird nachgeholt

Gerne hätte Erdmann seinen Abschied nicht nur mit einem feierlichen Gottesdienst mit Gemeindemitgliedern und Wegbegleitern, sondern auch mit einem großen Fest gefeiert. „Das wird auf jeden Fall nachgeholt“, verspricht der Seelsorger, der nach 17 Jahren, trotz Vorfreude auf die neue Aufgabe seine bisherige Wirkungsstätte auch mit einem weinenden Auge verlässt.

Die Aufzeichnung des Gottesdienstes hat nur wenig mit einem richtigen Gottesdienst zu tun. Musik und Gesang werden komplett weggelassen und erst bei der Fertigstellung des Filmes eingefügt. Prädikant Alexander Becker begrüßte als Vorsitzender des Presbyteriums die Gemeinde und die Ehrengäste, von denen zu diesem Zeitpunkt allerdings einige noch gar nicht anwesend waren.

Toningenieur

Vor jeder „Szene“ sind Ton- und Stellprobe erforderlich. „Soll ich mit der Predigt anfangen?“, fragt Erdmann. Laut „Drehbuch“ war das möglich. „Ist der Ton okay so?“, wollte der Pfarrer wissen. „Das passt“, sagt Kirchenmusiker Raphael D. Marihart, der bei der Aufzeichnung als Toningenieur mit Kopfhörern am Mischpult saß. „Außerdem kann ich Dich jederzeit runterziehen“, ergänzt er augenzwinkernd.

Erdmann predigt. Passend zum Pfingstfest spricht er vom Geist und dem, was er in diesen Zeiten den Menschen zu sagen hat. Es sei wichtig, dass sich die Kirche weiter öffnen müsse. Das kleinkirchliche Denken und Festhalten an alten – oft auch liebgewonnen – Traditionen, vertrage sich nicht mit den großen Taten Gottes. Der Anschluss an die Welt dürfe nicht verloren gehen, in den vergangenen Wochen sei – auch mit den Online-Gottesdiensten – ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht worden.

Entpflichtung

Erdmann wendet sich noch mit persönlichen Worten an die Gemeinde, die zu diesem Zeitpunkt nicht dabei sein kann. Die Predigt ist im Kasten. „Sollen wir jetzt erst die Fürbitten oder die Entpflichtung machen?“, fragte Becker, der keine „Szene“ vergessen will.

Mittlerweile ist der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Joachim Annicker, eingetroffen. Die Entpflichtung Erdmanns wird erst aufgezeichnet. Danach gibt Becker Hinweise für die Segenswünsche und Fürbitten, die direkt nacheinander aufgenommen werden sollen.

Grußworte

Damit die Abstandsregeln eingehalten werden, sind für alle genaue Laufwege einzuhalten. Auch das klappt perfekt. Nun noch Grußworte von Weggefährten, darunter auch von Johannes Büll, Pfarrdechant der katholischen Gemeinde St. Gertrudis aus Horstmar, und von Kreisdechant Jochen Reidegeld, Leitender Pfarrer der Gemeinde St. Nikomedes.

„Halte die Kamera auch noch einmal auf das Blumengesteck?“, flüstert Erdmann dem Kameramann zwischendurch noch einmal zu. „Damit haben sie sich besonders viel Mühe gegeben.“

Aus den einzelnen Szenen wird jetzt ein Gottesdienst zusammengesetzt – in der richtigen Reihenfolge und mit Musik. „Den perfekten Aha-Effekt gibt es erst zu Pfingsten“, verspricht Becker. Zu sehen ist der Gottesdienst am Sonntag (31. Mai) auf dem Youtube-Kanal „echt evangelisch“.

 

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