Steinfurter Tafel in schwierigen Zeiten
Öffnung zum Ende der Sommerferien?

Steinfurt -

Sieben Wochen schon hält die Steinfurter Tafel ihren Betrieb mit ihrem Lieferdienst aufrecht. In dieser Zeit sind die Abläufe stetig verbessert worden, das System läuft mittlerweile laut den Verantwortlichen sehr gut. Dennoch hoffen diese – und mit ihnen die Kunden –, das schon bald wieder eine Ausgabe in den Räumen an der Bahnhofstraße erfolgen kann. Die Lenkungsgruppe rechnet damit allerdings frühestens zum Ende der Sommerferien – und dann auch nur mit Einschränkungen.

Freitag, 29.05.2020, 15:16 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 17:20 Uhr
Rund 200 Kisten mit haltbaren Lebensmitteln werden aktuell in den Räumen der Tafel gepackt und anschließend an die Kunden ausgeliefert. Pfarrer Guido Meyer-Wirsching (5.v.l.) und Sprecher Josef Schräder (4.v.l.) sind dankbar, dass sich viele der Tafel-Helfer auch in Corona-Zeiten engagieren.
Rund 200 Kisten mit haltbaren Lebensmitteln werden aktuell in den Räumen der Tafel gepackt und anschließend an die Kunden ausgeliefert. Pfarrer Guido Meyer-Wirsching (5.v.l.) und Sprecher Josef Schräder (4.v.l.) sind dankbar, dass sich viele der Tafel-Helfer auch in Corona-Zeiten engagieren. Foto: rs

„Miteinander - füreinander“ – dieses Motto der Steinfurter Tafel gilt ganz besonders in der aktuellen Corona-Krise. Seit mittlerweile sieben Wochen hält die ökumenische Einrichtung ihren Lieferdienst aufrecht. „Wir haben die Abläufe stetig verbessert, das System läuft mittlerweile sehr gut“, sagt Pfarrer Guido Meyer-Wirsching - und in seinen Worten schwingt Stolz mit. Stolz, aber auch Dankbarkeit für die ehrenamtlich arbeitenden Tafel-Mitarbeiter, die sich in den Dienst der Kunden stellen.

Drei Mal in der Woche packen die Helfer rund 200 Corona-Einwegkisten, die anschließend von den Fahrern kontaktlos zu den Tafel-Nutzern gebracht werden. Während Erstere überwiegend zum Kernteam der Einrichtung mit längerer Erfahrung gehören, gibt es unter den Auslieferern viele, die jetzt in der Krise den Weg zu der Hilfsorganisation gefunden haben. Dafür hat sich die Tafel moderner App-Technologie bedient: „FlexHero hat uns viele neue Unterstützer gebracht“, blickt Meyer-Wirsching zurück. Nicht nur er, sondern auch Tafel-Sprecher Josef Schräder hoffen darauf, dass der eine oder andere von ihnen der Tafel auch nach Corona die Treue hält – auch wenn die Kurzarbeit oder das Studium beendet sein sollten. Etwas „Blutauffrischung“ könnte die Einrichtung gut gebrauchen, denn die allermeisten Helfer sind längst im Rentenalter. Das ist auch der Grund dafür, dass viele derzeit nicht im uneigennützigen Dienst sind. Die Gefahren des Corona-Virus gerade für die ältere Bevölkerung sind hinlänglich bekannt.

Das gut organisierte Tafel-Lenkungsteam hat längst auch die Zeit des Wiederanlaufs des Ausgabebetriebs an der Bahnhofstraße in Burgsteinfurt im Visier. „Wir gehen derzeit von einem Neustart am Ende der Sommerferien aus“, sagt Pfarrer Meyer-Wirsching. Die Verantwortlichen könnten es sich vorstellen, dann Kunden wieder vor Ort zu bedienen. In geringerer Anzahl und zeitlich versetzt und mit einem speziellen Ablauf sei das möglich. Die Räume an der Bahnhofstraße gäben das her. An einem Konzept feilt das Lenkungsteam derzeit intensiv. Nicht nur die Kunden, sondern auch die Tafel-Mitarbeiter wünschen sich, dass wieder so etwas wie Normalität in den Betrieb kommt. Die soziale Komponente fehlt derzeit weitgehend. Guido Meyer-Wirsching: „Die Tafel ist mehr als eine Ausgabestelle von Lebensmitteln – sie ist auch Plattform für einen sozialen Austausch auf vielen Ebenen. Daher bin ich sehr froh, dass es mithilfe der Ehrenamtlichen gelungen ist, den Betrieb aufrecht zu erhalten.“

Gelungen sei dies auch dank zahlreicher Spender – nicht nur hinsichtlich (haltbarer) Lebensmittel, sondern auch finanziell. So sind bei der Crowdfunding-Aktion auf der Plattform der VR-Bank Kreis Steinfurt rund 6000 Euro zusammengekommen. Bis zum Wochenende ist sie noch für Spender geöffnet.

„Es geht wieder bergauf“, sagt Josef Schräder. Zwischenzeitlich war eine kritische Zeit zu überwinden: Denn Ende April, Anfang Mai war das Lager fast gänzlich aufgebraucht.

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