Auswirkungen der Corona-Krise auf den Einzelhandel: Werbegemeinschaft Borghorst schlägt Alarm
Citymanager als Helfer in der Not

Borghorst -

Der lokale Einzelhandel muss kämpfen, will er weiter fortbestehen. Das fordert die Akteure, Zeit für die Organisation der so wichtigen Markt-Veranstaltungen bleibt da kaum noch. Weil das so ist, ruft die Werbegemeinschaft Borghorst jetzt nach Unterstützung von Stadt und Politik. „Wir brauchen den schon seit längerem diskutierten Citymanager – und zwar jetzt“, sagt Vorsitzende Gudrun Sestendrup.

Dienstag, 02.06.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 17:16 Uhr
Veranstaltungen wie der Schweinemarkt sind für die Existenz des lokalen EInzelhandels extrem wichtig. Die Werbegemeinschaft Borghorst fordert für die Bewältigung der Organisation professionelle Hilfe durch einen Citymanager.
Veranstaltungen wie der Schweinemarkt sind für die Existenz des lokalen EInzelhandels extrem wichtig. Die Werbegemeinschaft Borghorst fordert für die Bewältigung der Organisation professionelle Hilfe durch einen Citymanager. Foto: ar

Gudrun Sestendrup, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Borghorst, nimmt kein Blatt vor den Mund: „Ja, die Situation ist dramatisch.“ Verändertes Konsumverhalten, Digitalisierung des Einzelhandels und nicht zuletzt die zunehmende Dominanz des Onlinehandels – die Borghorster Kaufleute, und sicher auch ihre Kollegen in Burgsteinfurt, kämpfen seit Jahren um ihre Existenz und den Erhalt zumindest einer grundlegenden Versorgung mit Waren und Dienstleistungen. Das gelang, so die Einschätzung der Geschäftsführerin, bislang auch noch ganz gut. Gute Lobbyarbeit, verkaufsoffene Sonntage und die damit verbundenen Veranstaltungen wie – im Fall der Borghorster Werbegemeinschaft – vor allem Brunnenfest, Schweine- und Weihnachtsmarkt, trugen dazu bei, dass die Kassen trotz aller Schwierigkeiten noch gut gefüllt waren. Betonung auf „waren“.

Jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, wird die Luft für viele auch alteingesessene Betriebe sehr dünn. „Die Pandemie stellt uns vor große Probleme“, sagt der 2. Vorsitzende Siegfried Knüpp. Viele Kunden sind verunsichert und üben sich in Kaufzurückhaltung, hat Schriftführer Jens Stegemann festgestellt. Beisitzer Eugen Oskamp berichtet von vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen, die wegen der Krise ausgefallen seien und ihm als Fotograf daher keine Einnahmen gebracht hätten. Harte Zeiten erlebt auch Vorstandsmitglied Christian Iker, der einen Zeltverleih betreibt. Seine Geschäfte brachen zu fast 100 Prozent ein.

Der stationäre Einzelhandel muss kämpfen, will er weiter fortbestehen. Das fordert die Akteure, Zeit für die Organisation der so wichtigen Markt-Veranstaltungen bleibt da kaum noch. Weil das so ist, ruft die Werbegemeinschaft nach Unterstützung von Stadt und Politik. „Wir brauchen den schon seit längerem diskutierten Citymanager – und zwar jetzt“, sagt Gudrun Sestendrup.

Die Werbegemeinschaft schaut dabei auch auf die Mitarbeiterinnen von Steinfurt Marketing & Touristik – allen voran Marion Niebel und Gerda Schmerling. Die Unterstützung bei administrativen Aufgaben sei groß und gehe oftmals über das über die Arbeitszeit geregelt Maß hinaus. Aber SMarT stoße an Grenzen. „Und was ist, wenn sich personell etwas ändern sollte?“, fragt Sestendrup.

Marion Niebel sieht eine Unterstützung durch einen Citymanager, der die Märkte organisiert, innovative Ideen etabliert und als Ansprechpartner des Einzelhandels zur Verfügung steht, als richtigen Weg an, um die Krise zu bewältigen. In vielen Städten sei eine solche Fachkraft längst Usus. Für SMarT ergäben sich Freiräume, die zum Beispiel für die Tourismusarbeit genutzt werden könnten. Dass die Politik der Idee grundsätzlich positiv gegenübersteht, sei zu begrüßen. Auch ist laut Marion Niebel bereits Geld in den Haushalt für die Schaffung einer solchen Stelle eingestellt worden, allerdings versehen mit einem Sperrvermerk, der bis zur endgültigen Klärung der genauen Aufgaben bestehen bleiben soll.

Für Gudrun Sestendrup ist die Zeit für eine professionelle Marketingfachkraft reif: „Es geht darum, den Kollaps des Einzelhandels zu verhindern – und damit letztlich auch den der Innenstädte selbst.“

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