Städtebauliches Gutachterverfahren: Entwurf des Rotterdamer Architekturbüros Kempe Thill zum Favoriten gekürt
„Meilenstein für das Weberquartier“

Borghorst -

Bei der Vorstellung von vier Architektenentwürfen im Rahmen eines so genannten städtebaulichen gutachterlichen Verfahrens ist am Donnerstagabend der Vorschlag des Ateliers Kempe Thill aus Rotterdam zum Favoriten gekürt worden. Als nächster Schritt ist nun die Vorstellung des Konzepts in den politischen Gremien geplant. Baustart für den Gesundheitscampus soll, wie berichtet, im Frühjahr sein.

Freitag, 05.06.2020, 18:36 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 15:50 Uhr
Noch sieht das Weberquartier in Borghorst öde und wüst aus. Der Zeitpunkt, dass sich dieses Bild ändert, rückt indes näher: Am Donnerstag wurde im Rathaus der Favoritenentwurf für den künftigen Gesundheitscampus gekürt.
Noch sieht das Weberquartier in Borghorst öde und wüst aus. Der Zeitpunkt, dass sich dieses Bild ändert, rückt indes näher: Am Donnerstag wurde im Rathaus der Favoritenentwurf für den künftigen Gesundheitscampus gekürt. Foto: Ralph Schippers

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sprach von einem „wichtigen Meilenstein“ für das Weberquartier, Florian Krochmann vom Investor IGP Projekt GmbH von einer „städtebaulich hervorragende Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals“: Bei der Vorstellung von vier Architektenentwürfen im Rahmen eines so genannten städtebaulichen gutachterlichen Verfahrens ist am Donnerstagabend der Vorschlag des Ateliers Kempe Thill aus Rotterdam zum Favoriten gekürt worden. Über mehrere Stunden hinweg hatten die Vertreter der Büros – neben Kempe Thill hatten sich auch die Franken/Architekten GmbH aus Frankfurt/Main, Hillebrand und Berlekamp aus Greven sowie Kleyer/Koblitz/Letzel/Freivogel aus Berlin beteiligt – den Obergutachtern unter dem Vorsitz von Christoph Ellermann (Büro Pfeiffer/Ellermann/Preckel, Münster) sowie Christoph Achterkamp (Steinfurt) ihre Vorstellungen zur Umsetzung des von der IGP verfolgten Konzepts des Gesundheitscampus näher gebracht. Mit in der Jury saßen zudem Vertreter des Bauherrn, die Verwaltungsspitze der Stadt, Fachleute aus Stadtplanung und Architektur sowie aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich.

Sie alle konnte der Entwurf von Kempe Thill am meisten überzeugen. „Die Zustimmung zum Favoriten fiel einstimmig aus“, betonte Claudia Bögel-Hoyer am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Bürgermeisterin bezeichnete die Planung der Rotterdamer als „hochwertig“, „funktional“ sowie „sehr gut ins das vorhandene Umfeld“ integriert. Sie habe „ein gutes Gefühl“, dass es nun zügig vorangeht mit der Konzeptumsetzung auf dem für die weitere gesamtstädtische Entwicklung so wichtigen ehemaligen Textilareal. Wie bereits berichtet, will die IGP-Gruppe nach Beendigung der laufenden Altlastenuntersuchung und der sich anschließenden Bodensanierung im Frühjahr kommenden Jahres den Baustart setzen.

Wie der Fachdienstleiter Stadtplanung Stefan Albers betont, handelt es sich um den nun gekürten Favoriten um eine noch relativ grobe Vorgabe, an welchen Standorten welche Gebäudenutzungen entstehen sollen. Feinheiten, wie zum Beispiel einzelne Fassadengestaltungen oder Grünareale müssten jetzt erst noch festgelegt werden. Wie berichtet, wird sich die weitere Entwicklung des über 25 000 Quadratmeter großen Gesundheitscampus an den drei Polen Reha, Pflege und urbanes Wohnen orientieren.

Als nächster Schritt steht nun zunächst die Vorstellung des Favoritenentwurfs im Fachausschuss an. Nach einer politischen Entscheidung im Rat soll dann Planungsrecht geschaffen werden. Welches Architekturbüro die weitere Feinplanung übernimmt, steht derzeit noch nicht fest und sei auch nicht Bestandteil des Gutachterverfahrens gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung des Investors.

Fest steht allerdings, dass die Steinfurter Öffentlichkeit alle Entwürfe für den „Mauritius Health & Care Campus“, so der offizielle Projektname, in 3-D-Modellen in Augenschein wird nehmen können. Kurzfristig, so kündigte Stefan Albers an, wird eine Ausstellung im Rathaus organisiert. Eventuell werde es später auch eine Präsentation in einem leerstehenden Ladenlokal in Borghorst geben.

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