Eichenprozessionsspinner ist nicht ganz so aktiv wie im Vorjahr
Spritzen und saugen hilft

Steinfurt -

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hält die Mitarbeiter des Steinfurter Baubetriebsamtes weiter in Atem. „Tendenziell ist der Befall etwas weniger geworden“, beschreibt Kerstin Timmers die aktuelle Situation in der Kreisstadt. Eine Entwarnung könne aber keinesfalls gegeben werden, appelliert die Leiterin der städtischen Einrichtung an die Bevölkerung, befallene Bereiche weiterhin möglichst zu meiden.

Dienstag, 23.06.2020, 09:26 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 17:23 Uhr
Der Eichenprozessionsspinner macht seinem Namen gerade wieder alle Ehre, krabbelt die Bäume hoch und runter und sorgt mit seinen giftigen Haaren für allergische Reaktionen bei den Menschen.
Der Eichenprozessionsspinner macht seinem Namen gerade wieder alle Ehre, krabbelt die Bäume hoch und runter und sorgt mit seinen giftigen Haaren für allergische Reaktionen bei den Menschen. Foto: A3591 Peter Roggenthin

„Abstand halten!“ gilt auch von Raupen, die im fortgeschrittenen Larvenstadium sogenannte Brennhaare entwickeln, die ein Gift enthalten und Allergien auslösen können. Wo sich eine Begegnung nicht vermeiden lässt, wird auf jeden Fall empfohlen, ausreichend lange Kleidung zu tragen, um empfindliche Hautbereiche zu schützen. Die Empfehlung gilt natürlich auch für alle Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger und Ausflügler, die die sommerlichen Temperaturen nutzen, um sich an der frischen Luft und im Freien zu bewegen.

Timmers erläutert, dass Ende April und im Mai eine Steinfurter Fachfirma damit beauftragt worden ist, ein Biozid an besonders sensiblen Eichen-Standorte, beispielsweise an Spielplätzen, Schulen, Kitas oder Friedhöfen, auszubringen. Mit der Spritze seien rund 200 Eichen behandelt worden. Offenbar erfolgreich, so Timmers’ Einschätzung. Bislang seien dort keine neuen Vorkommen gemeldet worden. Das Biozid wird auf die Blätter der Eichen gespritzt und von den Raupen bei der Nahrungsaufnahme verzehrt. „Da das Mittel auch andere an Eichen heimische Insekten und Schmetterlinge belastet, wird es ausschließlich an besonders exponierten, hoch frequentierten Stellen im Stadtgebiet ausgebracht“, fügt die Stadt in diesem Zusammenhang an.

Weiterhin im Einsatz ist auch der leistungsstarke Industriesauger, mit dem die Gespinste von den Stämmen geholt werden. Zwei, drei Mitarbeiter seien voll ausgelastet, die Nester, die sich auf städtischem Grund und Boden befinden, zu bekämpfen. Timmers dazu: „Das wird uns auch wohl noch vier Wochen beschäftigen.“ Die Raupen können bis mindestens Mitte Juli aktiv sei. Dann folgt – je nach Witterung – die Puppenruhe in den Nestern, bevor die dann harmlosen Nachtfalter ab etwa Ende Juli schlüpfen. Die in den Gespinsten und Nestern zurückbleibenden Brennhaare sind allerdings noch bis zu zwei Jahre gefährlich.

Richtige Hot Spots gibt es nicht, antwortet Timmers auf die Frage nach Stellen im Stadtgebiet, die besonders befallen sind. Den Hinweisen von Bürgern werde nachgegangen. In der Regel sei der Bekämpfungstrupp nach zwei bis drei Tagen vor Ort. Wer Vorkommen gesichtet hat und melden möchte, kann das auch online tun. Über die Internetseiten von Stadt und Kreis Steinfurt können entsprechende Angaben gemacht werden. Dort gibt es auch eine Karte über bereits gemeldete Sichtungen.

 

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