„Obstretter“ bilden eine neue Initiative für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft in Steinfurt
Zu wertvoll für die Tonne

Steinfurt -

In Steinfurt hat sich eine neue Initiative für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft gegründet. Es geht darum, dass in Erntezeiten überschüssige Früchte nicht in der Tonne landen, sondern verwertet werden. Dazu suchen die „Obstretter“ Mitstreiter, beispielsweise Obstwiesen- und Gartenbesitzer. Gerne können auch Schulen, Kitas und andere soziale Einrichtungen mitmachen, damit wertvolle Nahrungsmittel nicht verkommen.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 17:08 Uhr
Andrea Jäger (auf der Leiter) von der Gemeindecaritas koordiniert das Obstretter-Projekt. Sie hat mit der FBS Steinfurt, dem Verein „Wie Wollen Wir Leben?“ und dem Hof Homann schon starke Mitstreiter gefunden, die Initiative für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft auf den Weg zu bringen
Andrea Jäger (auf der Leiter) von der Gemeindecaritas koordiniert das Obstretter-Projekt. Sie hat mit der FBS Steinfurt, dem Verein „Wie Wollen Wir Leben?“ und dem Hof Homann schon starke Mitstreiter gefunden, die Initiative für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft auf den Weg zu bringen Foto: Drunkenmölle

Jetzt geht sie wieder los, die Obsternte. Und so manch ein Garten- und Obstwiesenbesitzer fragt sich: Wohin mit den Früchten, die nicht verwertet werden können? So verkommen Jahr für Jahr große Mengen in der Tonne. Dem wollen die Steinfurter Obstretter etwas entgegensetzen. Auf Initiative der Caritas Steinfurt, gefördert durch die Caritas-Gemeinschaftsstiftung, haben sich Mitglieder des Vereins „Wie Wollen Wir Leben?“, der Familienbildungsstätte Steinfurt und vom Hof Homann zusammengeschlossen, um ein nachhaltiges Projekt auf die Beine zu stellen. „Unser Anliegen ist es, Gartenbesitzer und Menschen, die überschüssiges Obst suchen, um es zu verwerten, zusammenzubringen,“ so Andrea Jäger, Projektkoordinatorin vom Fachdienst Gemeindecaritas. Gegebenenfalls lasse sich das Obst auch vermarkten.

Im August soll es los gehen. Die Obstretter bieten Ehrenamtlichen vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen. Im Vordergrund soll dabei das gemeinschaftliche Erlebnis und die Begegnung der Menschen stehen. „Das Engagement gegen die Verschwendung wertvoller Rohstoffe und das Wiedererlernen alter und zum Teil vergessener Möglichkeiten, überschüssiges Obst haltbar zu machen, kann einen starken Beitrag leisten für mehr Nachhaltigkeit in unserer Region,“ so Ulrich Ahlke, Vorsitzender des Vereins „Wie Wollen Wir Leben?“ und ehemaliger Leiter des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kreis Steinfurt. In Ahlkes Augen bilden die Obstretter ein klassisches Netzwerk- und Low-Budget-Projekt. Mit wenig Aufwand könne viel erreicht werden. Das Projekt lasse sich „total gut“ mit den Zielen des Vereins vereinbaren: „Wie wir leben wollen, schließt auch die Fragen danach ein, wie wir uns zukünftig ernähren wollen.“

Gemeinsame Naturerfahrungen, ein wachsendes Bewusstsein für traditionelle und regionale Produkte und das Bedürfnis nach Gemeinschaft stehen auch bei Jan-Philip Zimmermann, dem neuen Leiter der Familienbildungsstätte Steinfurt hoch im Kurs: „Ich würde mich riesig freuen, wenn wir die Menschen in Steinfurt auf diese Weise und in dieser schwierigen Zeit näher zusammenbringen können.“

Die Initiative sucht ab sofort Freiwillige und Ehrenamtliche, die ihre Gärten und Obstwiesen zur Verfügung stellen sowie Menschen, die sich an der Ernte und der Verarbeitung beteiligen wollen oder ihr Wissen über den Obstanbau weitergeben möchten. Hendirk Homann vom Hof Homann fügt an: „Der Wissenstransfer und vor allem die Verbreitung der Idee der Obstretter über die Grenzen der Stadt hinaus ist Teil unserer nachhaltigen Strategie.“

Ab Mitte August sollen die ersten Gärten und Obstwiesen angesteuert werden. Unter professioneller Anleitung kann dann nach Herzenslust geerntet, eingekocht und weiterverarbeitet werden. Auch entsprechende Schulungs- und Fortbildungsmöglichkeiten sollen für die Ehrenamtlichen und Freiwilligen kostenlos angeboten werden.

Gerne, so die Obstretter, können sich auch Schulen, Kitas und andere soziale Einrichtungen vor Ort an dem Projekt beteiligen.

Interessierte (Ehrenamtliche und Obstpflanzenbesitzer) können sich in der FBS Steinfurt unter Telefon 0 25 52/9 35 50 oder per E-Mail an info@fbs-steinfurt.de für dieses Projekt registrieren lassen. Sie werden dann mit weiteren Infos versorgt. Auf der Internetseite der FBS ist unter dem Suchbegriff „Obstretter“ auch eine Online-Anmeldung möglich. Wegen der FBS-Betriebsferien können Anmeldungen vom 13. Juli bis zum 2. August nur per Mail oder über die Homepage erfolgen.

 

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